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Leben in der Frauenkirche Dresden - Oktober 2011 zur Frauenkirche

 


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Frauenkirche,

kühl war der Morgen des 30. Oktober 2005 - trotzdem versammelte sich die größte Gemeinde um die Frauenkirche, die das Gotteshaus je hatte: Neben den 1.800 geladenen Gästen und den Millionen vor den Fernsehern feierten 60.000 Menschen auf dem Neumarkt die Weihe des nach elf Jahren Bauzeit fertig gestellten Kirchbaus.

Sechs Jahre liegt dieser bewegende Oktobermorgen zurück, der den Beginn des regen Lebens markiert, über das wir heute wieder berichten wollen. Lassen Sie sich einladen, mit Gottesdiensten und einer Geistlichen Sonntagsmusik das Kirchweihfest mit uns zu begehen. Erleben Sie eindrückliche Konzerte während des Kleinen Dresdner Bachfestes, mit dem Oboenvirtuosen Albrecht Mayer und den Regensburger Domspatzen - vor allem aber mit der Aufführung von Brittens War Requiem. Verfolgen Sie mit, was Durs Grünbein zum Thema "Gerechtigkeit" zu sagen hat. Überdies möchten wir an die Verabschiedung der wegweisenden "Meißener Erklärung" erinnern, anlässlich derer ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert wird. 

Sie sehen, auch der diesjährige Oktober hält wieder viel bereit. Wir freuen uns darauf - und auf Ihren Besuch!

Pfarrer Sebastian Feydt
Christine Gräfin von Kageneck
Pfarrer Holger Treutmann

PS: Alle Veranstaltungen der Frauenkirche finden Sie im Veranstaltungskalender.

 

Seit sechs Jahren ein lebendiges Haus Gottes - Frauenkirche feiert Kirchweihfest

Dichter und Essayist Durs Grünbein spricht zum Thema Gerechtigkeit

Kleines Dresdner Bachfest würdigt Großen des Barock

Musikalische Anklage und Mahnung - Brittens bewegendes Meisterwerk in der Frauenkirche

Vor 20 Jahren wurde europäische Kirchengeschichte geschrieben - Frauenkirche erinnert daran

Mit Albrecht Mayer und den Regensburger Domspatzen erwarten die Konzertbesucher besondere Klangerlebnisse

 

Seit sechs Jahren ein lebendiges Haus Gottes - Frauenkirche feiert Kirchweihfest


Mit Gottesdiensten und einer Geistlichen Sonntagsmusik feiert die Frauenkirche Dresden am 30. Oktober ihr Kirchweihfest. Den Festgottesdienst um 11 Uhr gestalten die beiden Pfarrer der Frauenkirche, Holger Treutmann (Predigt) und Sebastian Feydt (Liturgie). Musikalisch geprägt wird der Gottesdienst durch den Kammerchor und das ensemble frauenkirche unter der Leitung von Kantor Grünert. Die Orgel spielt Frauenkirchenorganist Samuel Kummer.

Am Nachmittag erklingen in der Geistlichen Sonntagsmusik barocke Werke für Chor und Orchester von Christian Ehregott Weinling und Gottfried August Homilius. Unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert musizieren die Solisten Antje Moldenhauer-Schrell (Sopran), Gerald Hupach (Tenor) und Egbert Junghanns (Bass) gemeinsam mit dem Kammerchor der Frauenkirche und dem ensemble frauenkirche.

Am Abend wird ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, der vom Stadtökumenekreis Dresden und Oberlandeskirchenrat Dr. Peter Meis verantwortet wird. Auch Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt wirkt an der Gestaltung des Gottesdienstes mit.

So 30.10. 11 Uhr Gottesdienst zum Kirchweihfest | 15 Uhr Geistliche Sonntagsmusik | 18 Uhr Ökumenischer Gottesdienst

 

Dichter und Essayist Durs Grünbein spricht zum Thema Gerechtigkeit


"Lassen sich zu einem so ausufernden wie allgegenwärtigen Problem noch Ansichten äußern, die nicht schon hunderte Male geäußert wurden?" fragte uns und sich der Dichter und Essayist Durs Grünbein, als er zu  einer Rede zum Thema Gerechtigkeit in die Frauenkirche eingeladen wurde. "Natürlich", mochte man ihm zurufen - doch das ist bei diesem wortgewandten Feingeist nicht nötig. Der sprüht vor Ideen und Gedanken, die er im Forum Frauenkirche gewohnt markant und pointiert vortragen wird. Er wird von der Bedeutung von Gerechtigkeit in Demokratien sprechen, ihrem Platz in der Gesellschaft, der Politik. Von Einfältigkeit und Ehrfurcht, von Sehnsucht und Selbstverständnis. Er wird hinterfragen und beleuchten und damit antworten und erhellen.

Durs Grünbein setzt damit die Reihe Forum Frauenkirche hochkarätig fort, die sich in diesem Jahr mit dem Thema "Verhalten und Verhältnisse – Was heißt Gerechtigkeit?" aus politischer, gesellschaftlicher, religiöser und philosophischer Perspektive auseinandersetzt. Es wird von der Stiftung Frauenkirche Dresden in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden, dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und der Sächsischen Staatskanzlei organisiert. Als nächster Vortragender wird am 10. November der Präsident des Bundesgerichtshofs Klaus Tolksdorf erwartet.

Die 25.10. 20 Uhr Durs Grünbein: Gerechtigkeit. Vortrag im Forum Frauenkirche

 

Kleines Dresdner Bachfest würdigt Großen des Barock


Die Musik Johann Sebastian Bachs erklingt in der Frauenkirche wohl so häufig wie die keines anderen Komponisten. Musikalischer Kulminationspunkt ist das Kleine Dresdner Bachfest, bei dem in diesem Jahr Glanzstücke spätbarocker Concerto-Kunst und eines der bedeutendsten sakraler Vokalwerke überhaupt zur Aufführung kommen.

Eröffnet wird  das diesjährige Bachfest am 29. September mit einem stimmungsvollen nächtlichen Orgelkonzert mit Frauenkirchenkantor Matthias Grünert. Am Freitagabend wird Ludwig Güttler die Brandenburgischen Konzerte I-III zur Aufführung bringen. Am Folgeabend, Samstag, dem 1. Oktober, ist erneut Kantor Grünert zu erleben, wenn er die Aufführung der h-Moll Messe leitet - für ihn ein Höhepunkt seiner diesjährigen Tätigkeit. Beschlossen wird das Kleine Dresdner Bachfest 2011 mit einer Geistlichen Sonntagsmusik, bei der die Bach-Kantate  „Es wartet alles auf dich“ BWV 187 erklingt.

Die Werke Johann Sebastian Bachs, dessen Schaffen die abendländische Musikgeschichte in besonderer Weise geprägt hat, haben im musikalischen Leben der Frauenkirche einen herausgehobenen Stellenwert. Seit 2003 wird im Rahmen des Kleinen Dresdner Bachfestes die Vielfalt und Kunstfertigkeit des ehemaligen Thomaskontors gewürdigt.

Die Konzerte des Kleinen Dresdner Bachfestes 2011:
 
Do 29.9. 22:30 Uhr: BACHzyklus XVII bei Kerzenschein
Orgel Frauenkirchenkantor Matthias Grünert

Fr 30.9. 20:00 Uhr: Brandenburgische Konzerte I-III (u.a.)
Virtuosi Saxoniae | Sächsisches Vocalensemble | Leitung Ludwig Güttler

Sa 1.10. 20:00 Uhr: Messe in h-Moll BWV 232
Kammerchor der Frauenkirche | Chemnitzer Barockorchester
Leitung Frauenkirchenkantor Matthias Grünert

So 2.10. 15:00 Uhr: Geistliche Sonntagsmusik
Kantate „Es wartet alles auf dich“ BWV 187

 

Musikalische Anklage und Mahnung - Brittens bewegendes Meisterwerk in der Frauenkirche


"Ich bin der Feind, den du getötet hast, Freund" - welch kraftvolle Aussage, die den Wahnsinn von Krieg unmissverständlich werden lässt und gleichzeitig die Botschaft möglicher Versöhnung offenbart. In ihr kulminiert Benjamin Brittens War Requiem, das wie kaum ein zweites in aller Eindringlichkeit Anklage gegen kriegerische Zerstörung erhebt. In der Frauenkirche ist es am 22. Oktober zu erleben - einem Ort, der gleich der Kathedrale in Coventry, für die das Werk einst geschrieben wurde, Narben alter Wunden trägt und doch für die heilende Kraft der Versöhnung steht.

"Für die Frauenkirche ist die Aufführung des War Requiems besonders bewegend. Nicht nur durch die Geschichte, sondern vor allem durch unser gemeinsames Wirken für Frieden und Versöhnung sind wir mit der Kathedrale in Coventry eng verbunden und damit mit der Kernaussage des Werkes, das ihr gewidmet ist", erklärt Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt. "Die Konzerbesucher erwartet ein Werk, dass sie tief bewegen und dessen räumliche und klangliche Umsetzung beeindrucken wird."

Benjamin Britten, überzeugter und leidenschaftlicher Pazifist, hatte sich lange ehe er den Kompositionsauftrag anlässlich der Einweihung der neuen Coventry Cathedral bekam, mit der Idee eines Werks getragen, dass durch Anklage und Mahnung aufrüttelt. Es entstand ein Meisterwerk, das bis heute eines der am breitesten anerkannten Kompositionen des 20. Jahrhunderts ist. 

Sa, 22.10. 20 Uhr Benjamin Britten: War Requiem

 

Vor 20 Jahren wurde europäische Kirchengeschichte geschrieben - Frauenkirche erinnert daran


Nicht weniger als eine Erklärung mit dem Ziel, "nach einer sichtbaren Einheit zu streben", unterzeichneten vor 20 Jahren im Londoner Westminster Abbey die anglikanische Church of England und die Evangelische Kirche in Deutschland. In dem gemeinsam mehrjährig erarbeiteten Dokument, das aufgrund seiner Entstehungsgeschichte "Meißener Erklärung" heißt, zeigten sie konkrete ökumenische Schritte auf, sich in ihrer Unterschiedlichkeit trotzdem gegenseitig als Kirchen anzuerkennen. Dies ermöglichte die heute gelebte Kanzel- und Abendmahlgemeinschaft und die Anerkennung der Ämter.

Aus Anlass des 20. Jubiläums findet am Sonntag, dem 16. Oktober, um 11 Uhr in der Frauenkirche ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Die Predigt hält der Erzbischof von York, Dr. John Sentamu. Der Ratsvorsitzender der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird ein Grußwort sprechen. Weiterhin sind der Bischof von Bradford, Nick Banes, der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Prof. Dr. Friedrich Weber, der sächsische OLKR Martin Lerchner, OKR Christoph Ernst und Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann an der Ausgestaltung des Gottesdienstes beteiligt.

Musikalisch gestaltet
wird der Festgottesdienst vom Chor Chortissimo Dresden
unter der Leitung von Stephan Thamm sowie vom Sächsischen Hornquartett. Die Orgel spielt Frauenkirchenorganist Samuel Kummer.  Vor dem Gottesdienst wird der Bläserkreis Chemnitz aus der Laterne der Frauenkirche mit festlichen Klängen auf den Gottesdienst einstimmen.

So 16.10. 11 Uhr: Ökum. Gottesdienst anlässlich 20 Jahre "Meißener Erklärung"

 

Mit Albrecht Mayer und den Regensburger Domspatzen erwarten die Konzertbesucher besondere Klangerlebnisse



Drei Echo Klassik, mehrere CD-Produktionen, geführt in den Klassik- und selbst den Popcharts Albrecht Mayer zählt zu den Ausnahmemusikern unserer Zeit. Zuhörer und Kritiker geraten gleichermaßen ins Schwärmen, wenn er seine Mönning-Oboe zum „Verführungsinstrument erhebt“. Kaum zu glauben, dass der eher burschikos wirkende Musiker bereits seit 20 Jahren Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker ist. Am 8. Oktober ist er in der Frauenkirche zu Gast – und bringt ein Programm mit, dass viele Transkriptionen beinhaltet und damit Mayers wahre Leidenschaft offenbart: das Erschließen von Werken für sein wundervolles Instrument. Denn ob im Original für Oboe komponiert oder nicht - Albrecht Mayer versteht es, jedes von ihm ausgesuchte Werk zu einem Glanzstück für sein Instrument werden zu lassen.

Ihre Instrumente sind ihre Stimmen und diese beherrschen sie perfekt: Die Knaben der Regensburger Domspatzen begeistern jedes Mal aufs Neue mit ihrem frischen und kristallklaren Klang. In der Frauenkirche bringen sie am 15. Oktober sakrale a-capella Werke aus drei Jahrhunderten von Bach bis Rheinberger zu Gehör. Einen besonderen Akzent setzt überdies Domorganist Franz Josef Stoiber, der die Kern-Orgel der Frauenkirche zum Klingen bringen wird.

Sa 8.10. 20 Uhr Albrecht Mayer (Oboe) im Konzert
Sa 15.10. 20 Uhr Regensburger Domspatzen zu Gast

 

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