Unternehmer und Literat sprechen am 17. und 19. Januar über ganz unterschiedliche Aspekte von Gerechtigkeit
Dienstag, 10. Januar 2012
Ein erfolgreicher Unternehmer, der für ein bedingungsloses Grundein-kommen eintritt und ein Schriftsteller, der die gesellschaftlichen Schatten-seiten ins Rampenlicht zieht, sind die beiden abschließenden Referenten im aktuellen FORUM FRAUENKIRCHE, das mit dem Jahresmotto „Verhalten und Verhältnisse – Was heißt Gerechtig- keit“ überschrieben war.
Am 17. Januar um 20 Uhr wird Götz Wolfgang Werner, als Begründer und ehemaliger Geschäftsführer der dm-Drogeriekette einer der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands, über seine für manche sicher unerwartete Sicht auf den Sozialstaat sprechen: Werner ist energischer Vertreter eines bedingungslosen Grundeinkommens. Selbiges versteht er als „wirtschaftliches Bürgerrecht“, da es „das Leben auf bescheidenem aber tragfähigem Niveau“ sichere. Werner wird auf eine Vielzahl von Fragen eingehen, die im immer wieder begegnen – die Finanzierbarkeit, die Motivation zu arbeiten, die wirtschaftlichen Auswirkungen – und seine Sicht auf das Verhältnis von Arbeit und Einkommen erläutern: „Wir rechnen bei der Einkommensvergabe ja nicht das Geleistete ab, sondern wir ermöglichen den Beitrag zur Gemeinschaft.“ Geleistete Arbeit sei immer unbezahlbar. Werner plädiert vielmehr für eine gegensätzliche Sichtweise, indem er sagt, Arbeit werde „durch das Einkommen ermöglicht“.
Nur zwei Tage später, am 19. Januar, wird der Schriftsteller Clemens Meyer einen ganz anderen Zugang zum Thema Gerechtigkeit wählen. Im Rahmen einer moderierten Diskussion liest er aus seinem Werk, das immer wieder Menschen ein Gesicht gibt, die auf der Schattenseite der Großstadt leben und die der Leser in ihrem Hoffen, Aufstreben, Scheitern und Neuausrichten begleitet. Markenzeichen des jungen Autors, dessen Debütroman „Als wir träumten“ 2006 erschien und gleich mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, sind seine Authentizität, seine klare, fast puristische Sprache und sein scharfer Blick für Besondere im Alltäglichen. Auch diese Veranstaltung beginnt 20 Uhr; anders als sonst üblich wird sie in der Unterkirche stattfinden.
Die Vorträge sind die letzten der aktuellen Vortragsreihe „Verhalten und Verhältnisse – Was heißt Gerechtigkeit“, in der u.a. auch Ruprecht Polenz, Klaus Tolksdorf, Klaus Töpfer und Durs Grünbein in der Frauenkirche das Wort ergriffen. Aus politischer, philosophischer, theologischer und literarischer Sicht wurde in insgesamt elf Vorträgen Ansichten zu gerechtem Denken und Handeln hinterfragt. Das FORUM FRAUENKIRCHE, dass sich zuvor bereits auch mit Themen wie „Freiheit und Ordnung“ oder „Frieden und Demokratie“ befassten, wird im Frühjahr in einen neuen Vortragszyklus gehen. Dieser steht dann unter dem Motto „Das Ende der Gewissheiten – die Zumutung des Wandels“.
Das Forum Frauenkirche wird von der Stiftung Frauenkirche Dresden in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden, dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und der Sächsischen Staatskanzlei ausgerichtet. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Erstmals wurden dieses Jahr ausgewählte Veranstaltungen im Deutschlandradio ausgestrahlt.
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Terminhinweise:
Dienstag, 17. Januar, 20 Uhr
In welcher Gesellschaft wollen wir leben? – Für eine andere Sicht auf Sozialstaat und Arbeit
Prof. Götz Wolfgang Werner
Weitere Informationen
Donnerstag, 19. Januar, 20 Uhr
Auf der Schattenseite unserer Stadt
Clemens Meyer
Unterkirche (!)
Weitere Informationen
Veranstaltungsreihe der Stiftung Frauenkirche Dresden in Kooperation mit der TU Dresden, dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und dem Freistaat Sachsen



