Zum Tod Marian Sobkowiaks

Mit großer Trauer und Betroffenheit haben die Stiftung Frauenkirche Dresden und die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V. den Tod von Marian Sobkowiak aufgenommen. Der einstige Widerstandskämpfer und spätere Protagonist der Aussöhnung von Polen und Deutschland starb am 10. Februar 2017 im Alter von 92 Jahren.

„Marian Sobkowiak war ein Fürsprecher für die Versöhnung einstiger Kriegsgegner. Er trat dafür ein, die Erinnerung lebendig zu erhalten, um einer friedlichen Gegenwart und Zukunft den Weg zu bahnen. Wir empfinden tiefe Dankbarkeit für sein couragiertes Wirken, das in Form der »Flamme der Versöhnung« am Treppenturm C der Frauenkirche als dauerhaftes Zeichen gelebter Versöhnung zwischen Deutschen und Polen sichtbar bleibt“, erklärt Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt im Namen der Stiftung.

Dr. Hans-Joachim Jäger, Geschäftsführer der Fördergesellschaft, betont: „Das Unrecht, das Marian Sobkowiak, der Stadt Gosty? und seiner Heimat Polen während des Zweiten Weltkriegs von den Deutschen angetan wurde, hielt ihn nicht davon ab, uns die Hand zur Versöhnung zu reichen. Auf seine Initiative hin wurden seit 1997 in Gostyn Spenden für den Wiederaufbau der Frauenkirche gesammelt. Die davon finanzierte Flammenvase wurde am 16. April 1999 in Dresden übergeben und steht heute auf dem südwestlichen Treppenturm der Frauenkirche.“

Initiator der Spendenaktion für eine Flammenvase

Marian Sobkowiak war in seiner polnischen Heimatstadt Gostyn Mitglied der Widerstandsgruppe »Schwarze Legion«, die sich als Reaktion auf den Einmarsch der deutschen Wehrmacht im Oktober 1939 und der willkürlichen Ermordung von 30 Einwohnern gegründet hatte. Nach einem Verrat wurden die Mitglieder nach Dresden gebracht und bis auf drei Minderjährige, zu denen er zählte, hingerichtet. 1976 besuchte er mit Nachfahren der Getöteten Dresden und es entwickelte sich ein enger Kontakt, der insbesondere durch Marian Sobkowiak vorangebracht wurde.

Neben regelmäßigen Begegnungen erlangte der polnisch-deutsche Versöhnungsprozess durch die Schenkung einer Steinskulptur für den Wiederaufbau der Frauenkirche Ausdruck, für die auch unter Überlebenden und Nachfahren der Ereignisse von 1939 unter großem persönlichem Engagement von Marian Sobkowiak Geld gesammelt wurde. Für sein Engagement wurde der am 07. Dezember 1924 geborene Sobkowiak u.a. 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2010 mit der Ehrenmedaille der Landeshauptstadt Dresden geehrt.

Die Trauerfeier findet am kommenden Mittwoch, 15. Februar 2017, statt. Sie beginnt um 12:30 Uhr mit einer Messe in der Gostyner Heilig-Geist-Kirche (Gostyn, ul. Wroclawska 255). Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Gostyner Friedhof.