Frederik Willem de Klerk

Frederik Willem de Klerk wurde am 18. März 1936 im südafrikanischen Johannesburg geboren. Sowohl sein Großvater als auch sein Vater waren in verschiedenen Kabinetten Südafrikas vertreten, sein Onkel südafrikanischer Premier, sein Bruder späterer Mitbegründer der Democratic Party.

Frederik Willem de Klerk graduierte 1958 an der Potchefstroom University und arbeitete danach als Rechtsanwalt. Er trat in die National Party (NP) ein und wurde Vorsitzender der Law Society in Transvaal und Mitglied des Vaal Triangle Technikon Council. Im Jahr 1972 wurde er erstmals in das südafrikanische Parlament gewählt und trat 1978 ins Kabinett Pieter Willem Bothas ein. De Klerk wurde 1980 Vorsitzender der regierenden National Party in der Provinz Transvaal und 1982 von Botha als Innenminister eingesetzt. Verschiedene weitere Ministerposten folgten.

Im Juli 1985 wurde de Klerk Vorsitzender des Ministerausschusses im Abgeordnetenhaus. Im Februar 1989 löste er Botha als Vorsitzenden der Nationalen Partei ab, im August auch interimsweise als Staatspräsident. Bei der Parlamentswahl im September 1989 trat die NP mit de Klerk als Spitzenkandidat an; es war die letzte Wahl unter den Vorzeichen der Apartheid. Die Amtseinführung als südafrikanischer Staatspräsidenten erfolgte am 20. September 1989 und bahnte den Weg zum politischen Umbruch in Südafrika.

Obwohl de Klerk bis dahin als Verfechter der Apartheid galt, unternahm er nun wesentliche Anstrengungen zum Abbau derselben. 1990 ließ er die verbotenen Parteien African National Congress (ANC) und Pan Africanist Congress (PAC) sowie etwa 30 weitere Organisationen wieder als politische Kräfte zu. Einschränkungen der Pressefreiheit und Beschränkungen im Rahmen des Ausnahmezustands wurden aufgehoben. Mehr als 120 politische Gefangene wurden aus dem Gefängnis entlassen – darunter Nelson Mandela, mit dem er in der Folge um die Demokratisierung des Landes rang.

Beide Politiker wurden 1993 für ihr »Wirken für die friedliche Beendigung des Apartheidregimes und für die Schaffung der Grundlagen für ein neues demokratisches Südafrika« mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Im Ergebnis der ersten freien Wahlen 1994 wurde Frederik de Klerk unter Nelson Mandela einer von zwei Vizepräsidenten. Er hatte danach wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung der neuen Verfassung des Landes. Nach deren Verabschiedung 1996 legte er sein Amt nieder und zog sich 1997 ganz aus der aktiven Politik zurück.

1999 veröffentlichte de Klerk seine Autobiographie „The Last Trek – ein neuer Anfang“ und gründete die FW de Klerk Stiftung, die sich der Förderung des Friedens in multikulturellen Gesellschaften widmet. Seiter engagiert sich er sich für friedensstiftende Aktivitäten in multikulturell geprägten Ländern und bemüht sich um die junge Demokratie Südafrikas.

Frederik Willem de Klerk ist dem Friedensnobelpreis auch Träger zahlreicher weiterer nationaler und internationaler Preise und Auszeichnungen. Dazu zählen der Prix du Courage Internationale, der UNESCO-Houphouet Boigny-Preis und der Prinz von Asturien-Preis. Gemeinsam mit Nelson Mandela erhielt er 1993 auch den Philadelphia Peace Prize.


Hinweis: Eine ausführliche englischsprachige Vita kann HIER ABGERUFEN WERDEN.
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