
Friday, 12. February 2010
„13. Februar 2010: wahrhaftig erinnern – versöhnt leben“
Zum gemeinsamen Gedenken der Zerstörung Dresdens vor 65 Jahren hält der ehemalige Bundesinnenminister und gebürtige Dresdner Gerhart Baum die Gedenkrede am 13. Februar 2010 um 19 Uhr auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. Mit der Gedenkver-anstaltung „13. Februar 2010: wahrhaftig erinnern – versöhnt leben“ schließt sich die Stiftung Frauenkirche Dresden dem Aufruf der Oberbürgermeisterin an und lädt alle Dresdnerinnern und Dresdner ein, im Anschluss an die Menschenkette vor der Frauenkirche inne zu halten.
„Im Herzen der Stadt mahnt die Frauenkirche 'wahrhaftig zu erinnern' und 'versöhnt zu leben'. Die wieder aufgebaute Frauenkirche steht sowohl als ein Symbol für die Schrecken des Krieges als auch für ihre Überwindung“, so Jochen Bohl, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Frauenkirche Dresden. „Als ein Bündnis der Bürgerschaft wollen wir am 13. Februar gedenken und gemeinsam mit den Dresdnerinnen und Dresdnern an die Tradition anknüpfen, vor der Frauenkirche an die Zerstörung der Stadt zu erinnern und zum Frieden zu mahnen“, erklärt Helma Orosz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresdens.
Gerhart Baum, Bundesinnenminister a. D., hält 2010 die Dresdner Gedenkrede vor der Frauenkirche. Als gebürtiger Dresdner hat er den Schrecken der Nacht des 13. Februar 1945 selbst miterlebt. Der Kammerchor der Frauenkirche unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert begleitet das Gedenken unter anderem mit Rudolf Mauersberger „Wie liegt die Stadt so wüst“ musikalisch. Der Saxophonist Bertram Quosdorf ist mit Improvisationen zu hören.
Über eine Lichtinstallation wird das Bild einer brennenden Kerze auf die Außenfassade der Frauenkirche projiziert und das Turmkreuz angestrahlt. Schon in den 1980er Jahren stellten Menschen an der damaligen Ruine der Kirche Kerzen ab. „Das Licht der Kerze kündet von Hoffnung und ist Botschafter für eine friedliche Welt“, betont Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann die Symbolkraft der brennenden Kerzen. Wie schon in den letzten Jahren bietet die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V. am 13. Februar bereits ab 15 Uhr die Möglichkeit für ein stilles Gedenken auf dem Neumarkt Kerzen anzuzünden. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung findet um 20:30 Uhr der Ökumenische Friedengottesdienst in der Kreuzkirche statt. Ab 22 Uhr öffnet die Frauenkirche ihre Türen für eine „Nacht der Stille“ mit Musik und Impulstexten zum Frieden bei Kerzenlicht.
Mit der Gedenkveranstaltung schließt sich die Stiftung Frauenkirche Dresden dem Aufruf der Oberbürgermeisterin Helma Orosz zu einem Bündnis der Bürgerschaft unter dem Motto Erinnern – Mahnen - Versöhnen an.
Der Künstler Einhart Grotegut gestaltet ab 12. Februar eine Ausstellung des persönlichen Erinnerns an die Nacht des 13. Februar 1945. Im Besucherzentrum der Stiftung Frauenkirche werden Installationsobjekte präsentiert, die Funde von Alltagsgegenständen aus Dresdner Baugruben zeigen, welche die Wunden des Feuersturms in Dresden tragen.
Die Stiftung Toleranz des Dresdner Druck- und Verlagshauses, die Stiftung Frauenkirche Dresden sowie die Landeshauptstadt Dresden rufen mit der „Weißen Rose“ auf, zum Zeichen des Gedenkens am 13. und 14. Februar eine weiße Ansteckrose zu tragen. Auch in diesem Jahr soll mit dieser Aktion allen Dresdnern die Gelegenheit gegeben werden, ihrem stillen Gedenken einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Gleichzeitig setzt die Aktion „Weiße Rose“ ein Zeichen für ein wahrhaftiges Erinnern und gegen jede Form der ideologischen Verein-nahmung und Verfälschung des Gedenkens an den 13. Februar 1945.
Ab 22. Januar sind die Rosen für 2 € pro Stück im Besucherzentrum Frauenkirche (im Kulturpalast), beim Besucher-dienst & Ticketservice der Stiftung Frauenkirche Dresden (Georg-Treu-Platz 3), in den Dresdner Treffpunkten der Sächsischen Zeitung (Karstadt, Altmarkt-Galerie, Elbepark, Seidnitz-Center, Haus der Presse, Sparkassenhaus am Güntzplatz), in der Kontaktstelle Kirche „K-Punkt“ (An der Kreuzkirche 6) sowie im Mobilitätszentrum der Dresdner Verkehrsbetriebe (Wilsdruffer Straße 24) erhältlich. Am 13. Februar sind die Rosen zum Stillen Gedenken vor der Frauenkirche in den Zelten der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche e.V. erhältlich.
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„13. Februar 2010: wahrhaftig erinnern – versöhnt leben“
Gedenkveranstaltung vor der Frauenkirche
13. Februar 2010, 19 Uhr
Begrüßung: Landesbischof Jochen Bohl und Oberbürgermeisterin Helma Orosz
Gedenkrede: Gerhart Baum, Bundesinnenminister a. D.
Rudolf Mauersberger „Wie liegt die Stadt so wüst“
Kammerchor der Frauenkirche
Musikalische Leitung: Frauenkirchenkantor Matthias Grünert