BACHzyklus

Johann Sebastian Bachs Musik gilt heute als Gipfelpunkt der lutherischen Kirchenmusik und als „musikalischer Ausdruck der Reformation“. Der schwedische Bischof Nathan Söderblom ging 1929 so weit, Bach als „fünften Evangelisten“ zu bezeichnen. So wie Bachs Vokalwerke als „klingende Predigt“ gelten, sind auch seine Orgelwerke voll von Symbolen des christlichen Glaubens.

Frauenkircheorganist Samuel Kummer hat sich dem gesamten Orgelwerk Bachs angenommen und über 220 Präludien und Fugen, Konzerte, Sonaten und Choralbearbeitungen sorgfältig ausgewählt und in das Kirchenjahr eingegliedert. Der so entstandene BACHzyklus hat sich seither in der Frauenkirche zu einer festen Größe etabliert. An zwanzig Abenden erklingt auf zwei Jahre verteilt das gesamte Orgelwerk Johann Sebastian Bachs und weist dem Zuhörer die Stationen des Kirchenjahres in musikalischer Vielfalt und Faszination.

Die Musik Bachs ist zeitlos und stets aktuell. Ein sensationeller Fund in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu Weimar im Jahr 2006 belegt Bachs frühen Kontakt mit der norddeutschen Orgelschule. Die sogenannte „Weimarer Orgeltabulatur“ beinhaltet Werke von Dieterich Buxtehude und Johann Adam Reincken, die der 15jährige Bach während seiner Zeit als Chorknabe an St. Michaelis zu Lüneburg abschrieb.
Johann Sebastian Bach ließ sich 1736 an der Silbermannorgel der Frauenkirche hören.