Bauchronik 1997

Das Außenmauerwerk wächst auf über 15 Meter. Die Fertigstellung des Bauloses 2 war für den 11. April 1997 vereinbart. Mit dem Versetzen der Fenstersohlbank über dem Eingang G konnte der Abschnitt planmäßig abgeschlossen werden. Ca. 2.100 m³ Sandstein wurden versetzt, die Außenmauern bis auf eine Höhe von 8,10 m fertig gestellt.

Im nächsten Bauabschnitt, dem Los 3, sollte das Außenmauerwerk auf 16,40 m gemauert werden. Insgesamt waren ca. 2.700 m³ Sandstein zu versetzten bzw. zu vermauern, ca. 270 t Stahlkonstruktion für die Emporen zu montieren, Spannanker einzubauen, der Aufzugsschacht im Treppenturm G herzustellen und alle Medien von den Zentralen im Außenbauwerk in das Erdgeschoss des Kirchgebäudes zu führen.

Vom 6. bis 8. August 1997 wurde das Wetterschutzdach erstmals um 10,50 m gehoben. Vorangegangen waren umfangreiche Überlegungen. Der konventionelle Abbau und Neuaufbau des Wetterschutzdaches in neuer Höhe war zu zeitaufwendig. Eine neue Technologie musste gefunden werden. Die Aufgabenstellung warf zunächst mehr Fragen als Antworten auf. Für das Heben einer labilen Konstruktion wie das des Wetterschutzdaches gab es keinerlei Vorbilder. Doch eine Lösung wurde gefunden: Die Hebung der ca. 270 t schwere Last erfolgte hydraulisch in 5-cm-Schritten bis auf ca. 24,50 m Höhe. Bei den späteren Hubvorgängen konnte dieses Verfahren noch verbessert werden.

Zu den herausragenden Leistungen gehörte auch der am 15. Juli 1997 begonnene Bau der Innenpfeiler. Jeder der acht schlanken Pfeiler hat eine Last von ca. 1.800 t zu tragen. Höchste Anforderungen waren daher an das Material, die Fertigung und die Montage zu stellen. Wegen seiner besonders hohen Qualität wurde nur Sandstein der so genannten „weißen Bank“ des Wehlener Steinbruchs für den Bau der Innenpfeiler verwendet.