Bauchronik 2001
Die Innenkuppel wird fertig gestellt. Im Frühjahr 2001 waren die Arbeiten am Steinbau so weit fortgeschritten, dass man von der Gerüstebene unter dem Wetterschutzdach deutlich sehen konnte, wie sich die einzelnen Bauteile geometrisch voneinander trennen: Erkennbar ist die innere Kuppel über dem Kirchraum, die sich von dem Mauerwerksring, der die Hauptkuppel tragen wird, löst und nun dem oberen Druckring zustrebt. Der Mauerwerksring hingegen wächst senkrecht nach oben und wird dann in 37,5 m Höhe mit der ersten Schicht des Tamboursimses zur Außenfassade. Daneben wachsen die Treppentürme für sich wie Spitzen eines Kirchturmes nach oben. Nur haben wir eben vier davon.
Nach monatelangem Zweischichtbetrieb konnte am 29. Juli 2001 der letzte Stein des oberen Druckringes versetzt und damit die Innenkuppel mit ihrer 6 m großen, kreisrunden Öffnung als Verbindung zwischen Kirchraum und Hauptkuppelraum fertig gestellt werden. Von diesem wunderschönen Bauteil aus perfektem Sandsteinmauerwerk, das sich im oberen Bereich in tragende Rippen und dazwischen liegendes Mauerwerk auflöst, wird später nichts mehr zu sehen sein. An der Unterseite geputzt und von oben her durch eine eingezogene Decke verdeckt, werden nur die Werksteine des oberen und unteren Druckringes sichtbar bleiben.
Eine technisch sehr anspruchsvolle Leistung war die Rückkehr des „Schmetterlings“ auf seinen alten Platz. Seit Beginn des Wiederaufbau auf der Nordseite liegend, genau wie schon auf dem Trümmerberg um 180° gedreht, sah es durch die Anschwünge der Treppenturmspitze wie einen Schmetterling aus. Das ca. 90 t schwere Großteil 35 wurde nach erfolgter Sanierung am 10. August 2001 auf den Treppenturm G gehoben.
Eine besondere Herausforderung war der Kuppelanlauf. Er gibt der Kuppel die einmalige Glockenform und ist somit der Übergang von der geometrischen Form des Quadrates zum Kreis. Durch eindringendes Regenwasser gab es in diesem Bereich immer wieder Bauschäden. Daher war es die Aufgabe, das eindringende Wasser zukünftig unter den geschwungenen Abdeckplatten in verdeckt liegende Rinnen auf dem Hauptsims abzuleiten. Dazu mussten die Platten auf Steindübel gelegt werden. Vor der millimetergenauen Montage erfolgte die Aufbringung einer Spritzdichtung, auf der das durch die Platten eingedrungene Wasser abgeleitet wird.





