Bauchronik 2002
Der Kuppelanlauf wird fertig gestellt. Nach der Verlegung der letzten Abdeckplatte und der damit verbundenen Fertigstellung des Kuppelanlaufes im Februar 2002 wurden die großen Dachgauben gebaut, die Treppentürme bis auf eine Höhe von ca. 43 m aufgeführt und an der Errichtung der „steinernen Glocke“ weitergearbeitet. Im Herbst wurden die großen Dachgaubenfenster der Kuppel erreicht. Dort begann sich die Hauptkuppel aus der Lotrechten nach Innen zu neigen. Zwei der insgesamt sechs Spannanker der Hauptkuppel wurden eingebaut. Die Rampe zwischen der inneren und äußeren Schale der Kuppel, welche zur Plattform unter der Laterne hinaufführt, wurde in ihrer ersten Rundung fertiggestellt. Insgesamt wurde der Steinbau bis Ende des Jahres auf ca. 51 m aufgemauert.
Um genügend Platz für das schnell wachsende Kirchgebäude zu schaffen, musste das Wetterschutzdach 2002 zweimal gehoben werden. Zunächst erfolgte am 24./25. April ein Heben von 45 m auf 57 m. Im Vorfeld erfolgte eine Einkürzung des Daches. Das damit einhergehende Auflegen des Daches auf im Hauptsims verankerte Stahlstützen, machten den Abbau der Gerüste vor der Fassade möglich. Am 12. September war es geschafft: Die Frauenkirche hatte ihre Hüllen auf der Süd-, West- und Nordseite fallen gelassen und gab den Blick auf die Fassade bis in eine Höhe von ca. 38 m frei. Am 5./6. November erfolgte dann das fünfte Heben des Daches. Mit einer Höhe von 68 m erreichte es die Dachstellung 6 und somit seine finale Höhe.
Das alle Termine eingehalten werden konnten, war zunächst nicht sicher. Die Flutkatastrophe im August ging auch an der Frauenkirche nicht spurlos vorüber. Das unaufhörlich steigende Grundwasser drang auch in die Unterkirche ein. Dank vielseitiger Hilfe, insbesondere durch das Technische Hilfswerk Eisenach, konnte größerer Schaden von der Frauenkirche abgewandt werden.
Im Inneren des Kirchgebäudes wurden mit einer Probeachse wichtige Erkenntnisse für den zukünftigen Innenausbau gewonnen und erste Grundlagen geschaffen. Dabei arbeiteten verschiedenste Gewerke auf engstem Raum zusammen. Besondere Bedeutung hatte die Probeachse für die endgültige Findung der Farbigkeit. So erhielt zunächst der Pfeiler F und die angrenzenden Emporenbrüstungsfelder von verschiedenen Firmen eine farbliche Fassung. Auf dem über dem Pfeiler F liegenden Bereich der Innenkuppel entstand zudem die Darstellung des Apostels Johannes.





