Bauchronik 2003

Die Frauenkirche erhält ihre „steinerne Glocke“, aber auch ihr wahres Geläut zurück. Das Jahr 2003 stand ganz unter dem Zeichen der Fertigstellung der steinernen Hauptkuppel. Nachdem das Mauerwerk mit Innenschale, Wendelrampe, Außenschale und den letzten Spannankern fertig gestellt worden war, konnte am 23.05.2003 in 60 m Höhe der Schlussstein des Druckringes gesetzt werden. Mit Beendigung der Versetzarbeiten an den Treppentürmen und dem Abschluss der Verfugarbeiten konnten die Gerüste abgebaut werden. Damit war innen und außen der Blick auf die Hauptkuppel, die diesen Kirchbau so berühmt gemacht hat, frei. Mit dem Aufbau eines neuen Wetterschutzdaches wurde die Voraussetzung für den Bau der Laterne geschaffen, der am 1. September begann und bis Weihnachten auf eine Höhe von 77,20 m gebracht werden konnte.

Ein weiteres außergewöhnliches Ereignis des Jahres war die Ankunft, Weihe und Einbau der acht Glocken, wovon nur noch eine aus der alten Frauenkirche stammte. Die Einholung mit einem Festumzug durch die Stadt, die Begrüßung und Weihe der Glocken Anfang Mai wird für viele Menschen ein unvergessliches Ereignis bleiben. Am Vorabend des Pfingstfestes (7.Juni) konnte das Geläut erstmals erklingen. 40.000 Menschen hatten sich dazu auf den Straßen und Plätzen um die Frauenkirche eingefunden.

Der Ausbau im Inneren der Kirche hatte deutlich an Tempo und Komplexität zugenommen. Viele Gewerke arbeiteten parallel bzw. nacheinander. Die Steinmetze und Versetzer verlegten Sandsteinstufen und –platten. Die Schlosser bauten Treppen, Leitern, Gitterroste, Fenstergitter und Handläufe. Die Tischler bauten die Emporenbrüstungen in hervorragender Qualität und montierten die Schallläden vor den Turmstubenfenstern. Die Putzer brachten Grund- und Feinputz auf Sandstein, Holz- und Trockenbaugründe auf. Die Trockenbauer verkleideten den Zugring, die Steigerschächte und bauten Ständerwände. Die Fensterbauer setzten die verglasten Stahlfenster im Kuppelanlauf- und Hauptkuppelbereich ein. Die Stuckateure brachten die Verzierungen an den Kapitellen der Innenpfeiler, den Emporenbrüstungen und der Innenkuppel an. Die Maler begannen mit der Innenausmalung. Die Restauratoren waren am Altar tätig und im Chorraum wurden die seitlichen Bogenstellungen zu Sakristei, Taufkapelle und den Beichtstühlen gesetzt. Die Elektriker vervollkommneten ihre Anlagen für Beleuchtung, Stromversorgung, Steuer-, Mess- und Regelanlagen. Die Heizung- und Lüftungsbauer bereiteten die Winterheizung mit der endgültigen Anlage vor. Die Sanitärklempner sorgten für Zu- und Abflüsse für Toiletten- und Küchenbereiche und für Feuerlöscheinrichtungen.