Baumeister Bähr
George Bähr wurde am 15. März 1666 im osterzgebirgischen Fürstenwalde geboren. Als Sohn eines Leinewebers wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf. Er absolvierte eine Lehre als Zimmermann und kam 1693 nach Dresden. Obwohl er keinen Meisterbrief besaß, wurde er 1705 zum Ratszimmermeister ernannt. Als erster seines Faches trug er den Titel Architekt.
Zu den von ihm entworfenen Bauten gehören die Loschwitzer Kirche (1705-1708), die Dresdner Waisenhauskirche (um 1710), die Dreifaltigkeitskirche in Schmiedeberg (1713-1715), die Kirche in Forchheim bei Pockau (1719-1726) sowie weitere in Königstein, Hohnstein und Kesselsdorf. Zwischen 1732 und 1739 beaufsichtigte Bähr den Bau der ursprünglich von Matthäus Daniel Pöppelmann entworfenen Dresdner Dreikönigskirche. Zudem entwarf er mehrere Wohnhäuser in Dresden. Sein wichtigstes Werk ist aber die Frauenkirche in Dresden.
Bähr bemühte sich um eine Modernisierung des Kirchenbaus. Seiner Meinung nach wurden die bisherigen Kirchenbauten dem evangelischen Gottesdienstverständnis nicht gerecht. Mit der Frauenkirche sollte er ein Sinnbild für den protestantischen Kirchbau schaffen.
Einen Tag nach seinem 72. Geburtstag starb George Bähr. Zunächst wurde er auf dem alten Johannisfriedhof begraben. Den letzten Wunsch Bährs, in der Frauenkirche bestattet zu werden, erfüllte man dem großen Baumeister erst ein Jahrhundert später auf ein Gesuch seines Urenkels hin. 1854 wurden Bährs Gebeine in die Krypta überführt. Das Grabmal verblieb zunächst noch auf dem Johannisfriedhof, wurde später aber ebenfalls in die Unterkirche gebracht. Dort kann es auch heute wieder besichtigt werden.




