Anstehende Maßnahmen am Kirchbau

Im Laufe des Jahres 2017 werden einige besondere und nicht alltägliche Arbeiten an der Frauenkirche durchgeführt werden müssen. Im Einzelnen sind das eine Gesamtbefahrung des Gebäudes, die Einrüstung des Choranbaus zur Entsalzung des Hauptgesimses sowie die Aufstellung des Hauptkuppelraumgerüsts für technische Arbeiten in den kleinen Kuppelgaupen.

Befahrung der Außenhaut

In den Jahren 2006 bis 2012 fanden sechs Befahrungen der Frauenkirche statt. Mit einer über 60 Meter hohen Arbeitsbühne wurde der komplette Außenbau abgefahren und der Zustand fotografisch wie zeichnerisch dokumentiert. Da im Jahr 2012 aufgrund des guten Zustands von Sandstein, Verfugung, Blitzschutz und Verblechung gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege entschieden wurde, den Beobachtungszyklus auf alle fünf Jahre auszuweiten, wird 2017 wieder eine Befahrung durchzuführen sein. Wie bisher werden die zwei Ingenieure der Ingenieurgemeinschaft Prof. Jäger, Prof. Wenzel und der Autor sich einen neuen Gesamtüberblick verschaffen. Der sich dann zeigende Gebäudezustand wird wiederum zeichnerisch und fotografisch dokumentiert und in die Gesamtdokumentation ergänzend eingefügt. So entsteht ein Planwerk mit Fotos, aus denen die Entwicklung des Bauwerks ablesbar wird. 

Kompressenentsalzung

Der Choranbau ist das größte zusammenhängende stehende Ruinenteil, das in den Wiederaufbau der Frauenkirche integriert wurde. Die jahrzehntelange Bewitterung des Choranbaus hatte dazu geführt, dass sich die im Stein befindlichen Salze großflächig an der Gesteinsoberfläche ablagern konnten. Durch mehrfache Kompressenentsalzung wurde die Steinoberfläche im Jahr 2000 gereinigt. Im Ergebnis der untersuchten Salzproben wurden vor allem Schwefelverbindungen festgestellt, die als Resultat des»sauren« Regens am Stein entstanden sind. Nach eineinhalb Jahrzehnten hat sich das physikalische Gleichgewicht der Chorwand mit seinem neuen regelmäßigem Innenraumklima und dem jeweiligen Außenklima wieder verändert und es ist an der Zeit, entsalzend tätig zu werden, da die Salzbildung sichtbar zugenommen hat.

Wie wirkt eine Kompressenentsalzung?

Mittels Einbringung von destilliertem Wasser werden die im Stein befindlichen Salzionen zur Gesteinsoberfläche in die Kompressenschicht befördert. Je nach Salzbelastung und der vorherrschenden Lufttemperatur sind die Kompressen mehrfach aufzubringen. Zum Abschluss der Arbeiten werden erneut Salzproben entnommen und deren Ergebnisse mit denen der Bauzeit verglichen. Daraus hoffen wir Rückschlüsse auf die vollzogenen Bauteilveränderungen ziehen zu können. Zur Durchführung wird ein Gerüst benötigt, das aufgrund des halbrunden Gebäudeabschlusses aufwendig herzustellen ist. Mit einer Standzeit von mindestens 4 Wochen ist zu rechnen.

Arbeiten an den Kuppelgaupen

Arbeiten im Hauptkuppelraum bedürfen aufgrund seiner Raumhöhe einer Gerüststellung, da die Erreichbarkeit von vier der acht kleinen Kuppelgaupen nur darüber gewährleistet werden kann. Das stiftungseigene und in den dortigen Nebenräumen gelagerte Hauptkuppelraumgerüst, das auf Schienen verfahrbar ist, kann binnen drei Tagen von drei Gerüstbauern aufgebaut werden. Zwei bis drei Tage werden für dessen Abbau benötigt. Anfang Januar wird es aufgestellt, damit Elektro-, Lüftungs-, Maurer- und Malerarbeiten durchgeführt werden können. Über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen wird vom Kirchraum aus nur ein eingeschränkter Blick in die Hauptkuppel möglich sein, da ein Schutznetz und eine transparente Folie aus Sicherheits- und Staubschutzgründen über das Innenkuppelauge gespannt werden müssen.

von Thomas Gottschlich

Helfen Sie, das Bauwerk zu bewahren!

Für die in 2017 geplanten Instandhaltungsmaßnahmen werden Investitionen in Höhe von 100.000 € kalkuliert. Da die Erhaltung des Gotteshauses ausschließlich über Spenden finanziert wird, sind wir auf die Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender angewiesen. Bitte helfen Sie mit Ihrem Engagement, die Frauenkirche zu bewahren!
Vielen Dank! 

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