Ein bedeutungsvolles Geschenk

Die Bronzeplastik „Chor der Überlebenden“ wurde anlässlich des 50. Weihejubiläums der St. Michael’s Cathedral von der Stiftung Frauenkirche Dresden beauftragt und vom sächsischen Bildhauer Helmut Heinze geschaffen.

„Wir übergeben diese Skulptur als Ausdruck unserer aus den Ruinen der Zerstörung erwachsenen Freundschaft, die uns nun im Streben nach Versöhnung eint.“ Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann

Das Kunstwerk mit ihren sieben von Feuer und Glut geformten und aufstrebend angeordneten Figuren ist im nordwestlichen Teil der Kathedralruine aufgestellt. Dieser Standort ermöglicht eine eindrückliche Blickbeziehung mit dem Altar und der dahinter liegenden Inschrift „Father forgive“.

Kraftvolles Zeichen

Sowohl der Lord Bishop von Coventry als auch der sächsische Landesbischof gaben bei der festlichen Enthüllung der Bedeutung des beständigen Ringens um Versöhnung Ausdruck. Für Bishop Cocksworth ist die Bronzegruppe eine Bereicherung mit unmittelbarem Bezug zur Botschaft der Kathedrale. 

Zuvor hatte der sächsische Landesbischof in seiner Predigt auf das langjährige Engagement der 1940 durch deutsche Luftangriffe zerstörten mittelenglischen Stadt verwiesen. In den Jahrzehnten nach dem Krieg seien basierend auf den Impulsen aus Coventry Brücken gebaut worden. Dafür seien viele Christen in Deutschland  zutiefst dankbar. Bischof Bohl nannte es ein "sprechendes Zeichen“, dass die Plastik an dem Ort stehe, an dem das erstaunliche Geschehen der Versöhnung seinen Ausgang genommen habe. Er hoffe, dass dieses Beispiel eines Wandels von Feindschaft in Freundschaft in allen, die diesen Platz besuchen, frische Hoffnung weckt.

„Sie präsentiert eine tiefschürfende Aussage zu unserer andauernden Reise der Versöhnung.“ Bishop Cocksworth

Die Kathedrale, die 1940 bei deutschen Luftangriffen zerstört und mit ihrem 1962 geweihten Neubau zum internationalen Versöhnungszentrum wurde, tritt mit der Aufstellung der Plastik für einen Perspektivwechsel ein. Mit Blick auf das Leid der Zivilbevölkerung, das keine Grenzen kennt, ließ Bischof Cocksworth eine Widmung für alle bei Luftangriffen getöteten Zivilisten einfügen - ausdrücklich eingeschlossen seien dabei auch die deutschen Opfer.

Bei der Übergabezeremonie brachte Dean John Irvine den umfassenden Versöhnungsgedanken, der sich in dieser Widmung spiegelt, zum Ausdruck. Erstmals werde in der Kathedralruine eine Skukptur präsentiert, die auch vom Leid deutscher Zivilisten zeuge.

„Wir wissen, dass wahre Versöhnung stattgefunden hat, wenn wir in der Lage sind, das Leid unserer Feinde wie das Leid unserer Freunde zu erinnern." Dean John Irvine

Auftakt der Festwoche

Die feierliche Übergabe bildete den Auftakt der Festwoche zum 50. Jubiläum der Weihe der neuen Kathedrale von Coventry. Am Gottesdienst, in dem Landesbischof Bohl predigte, wirkte auch Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann mit; der Kammerchor der Frauenkirche gestaltete den Gottesdienst musikalisch aus. Bereits am Abend zuvor hatte der „musikalische Botschafter der Frauenkirche“ ein Konzert der Hoffnung und Versöhnung gegeben. Der Festgottesdienst zum 50. Jubiläum der Weihe der direkt neben der Ruine der Vorgängerkirche neu errichteten Kirche wird am 25. Mai 2012 gefeiert. 

Plastik in der Kathedralruine
Widmung auf dem Sockel
Übergabezeremonie