Wir sehen uns

Ende Mai treffen sich über 100.000 Menschen aus ganz Deutschland in Berlin und Wittenberg zum 36. Evangelischen Kirchentag. Unter der Überschrift „Du siehst mich“ feiern sie ein Fest des Glaubens und diskutieren die Fragen der Zeit. Da darf die Frauenkirche Dresden natürlich nicht fehlen.

Für die einen ist es der zehnte Kirchentag, für die anderen der allererste: Wenn sich am 24. Mai ein siebenköpfiges Team der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V. in Richtung Bundeshauptstadt auf den Weg macht, mischen sich routinierte Vorfreude und gespannte Neugier. Allen Mitwirkenden gemein ist das Wissen um die wunderbare Gelegenheit, Menschen für die Frauenkirche zu begeistern.

Gleich an zwei prominenten Stellen ist die Frauenkirche präsent. Im „Markt der Möglichkeiten“, einer Plattform, auf der Initiativen, Gruppen und Organisationen aus Kirche und Gesellschaft ihre Arbeit kreativ darstellen können, erwartet ein Stand die Besucher. Wie es sich für einen Markt gehört, trifft man da auf einen breiten Querschnitt aller Kirchentagsteilnehmenden – Jung und Alt, Leute mit reichlich Kirchen(tags)erfahrung und ohne. Auch das Wissen rund um die Dresdner Frauenkirche ist höchst unterschiedlich. Viele Besucher nehmen sich aber bewusst Zeit, um Fragen zu stellen und Erlebnisse zu berichten.

Informieren und begeistern

„Es ist ermutigend und zugleich herausfordernd, dem nach wie vor großen Interesse an der Frauenkirche zu begegnen“, berichtet Dr. Anja Häse, die bei der Stiftung den Bereich Besucherdienst und Bildung leitet. Dank ihrer langjährigen Erfahrung weiß sie, dass die Verschiedenheit der Besucher eine Vielfalt in der Ansprache erfordert. „Das ist in der Frauenkirche selbst nicht anders als an einem Messestand“, so Häse.

Der Kirchentag in Berlin und Wittenberg steht unter dem biblischen Motto "Du siehst mich".Die Frauenkirche ist traditionell beim "Markt der Möglichkeiten" präsent.An einem Stand werden zahlreiche Angebote gemacht und viele Gespräche geführt.Immer gefragt: Kreatives Gestalten kleiner Erinnerungen.Auch wenn das Motto wechselt: Das Jerusalemkreuz ist das feste Erkennungszeichen des Kirchentags.Im Zentrum Jugend sogt die Peace Academy der Frauenkirche für Austausch und Spaß.
Der Kirchentag in Berlin und Wittenberg steht unter dem biblischen Motto "Du siehst mich".
Die Frauenkirche ist traditionell beim "Markt der Möglichkeiten" präsent.
An einem Stand werden zahlreiche Angebote gemacht und viele Gespräche geführt.
Immer gefragt: Kreatives Gestalten kleiner Erinnerungen.
Auch wenn das Motto wechselt: Das Jerusalemkreuz ist das feste Erkennungszeichen des Kirchentags.
Im Zentrum Jugend sogt die Peace Academy der Frauenkirche für Austausch und Spaß.

Mit unterschiedlichen Angeboten – vom mal intensiver, mal im Vorbeigehen geführten Gespräch über das Ausreichen von Informationsmaterialien bis hin zum Basteln oder einem Quiz – sind die Standbetreuer gewappnet für den fluktuierenden Besucherstrom und das breite Themenspektrum, das abgedeckt werden muss. „Die Frauenkirche zählt ohne Zweifel zu den bekanntesten Kirchen Deutschlands. Wie viel Leben aber in ihr steckt und auch welch Spendenbedarf weiter besteht, wissen aber die wenigsten. Darüber zu informieren, liegt uns nach wie vor sehr am Herzen“, erklärt Andreas Schöne, der die Fördergesellschaft vertritt.

Bewegt und gelb

Von der Messe Berlin, wo der Markt der Möglichkeiten stattfindet, sind es 10 Kilometer oder 40 Bahn-Minuten bis zum zweiten Angebot der Frauenkirche, der Präsenz der Peace Academy 2018. Auf dem Gelände im und um das Tempodrom befindet sich das „Zentrum Jugend“ – ein spezieller Bereich mit vielen Angeboten zum Erleben, Ausprobieren und Mitmachen für die vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die den Kirchentag maßgeblich prägen. Der perfekte Platz, um auf die internationale Jugendbegegnung hinzuweisen, die Pfingsten 2018 wieder an der Frauenkirche stattfinden wird.

„Beim letzten Treffen 2016 kamen 420 Teilnehmer aus fast 40 Ländern nach Dresden. Das wollen wir mindestens wieder erreichen und nicht zuletzt unter den deutschen Jugendlichen um Beteiligung werben. Wo ginge das besser als beim Kirchentag“, ist Projektleiterin Sylvia Karthäuser überzeugt. „Gemeinsam mit Jugendlichen, die bei der Stiftung gerade ein Bundesfreiwilligenjahr absolvieren und deren Freunden werden wir die Peace Academy vorstellen und Lust wecken, im Mai kommenden Jahres in Dresden dabei zu sein.“

Da die Peace Academy 2018 die Frage stellt „Was ist dir die Welt wert?“, befassen sich verschiedene kreative Aktionen mit Themen wie Respekt, Friedfertigkeit und Balance. Ganz im Sinne des Leitmotivs: Auf knallgelbem Grund zeigt es eine Waage, in der die Weltkugel auf der einen und Gewichte auf der anderen Waagschale liegen und noch nicht recht klar ist, wohin das rote Zünglein am Ende ausschlägt.

Eine Tüte Respekt

„Während des Kirchentages wollen wir erste Antworten suchen. Wir sind gespannt, was die anderen Jugendlichen in die Waagschale werfen – oder vielleicht auch rausnehmen wollen. Wir bieten – mit einem Augenzwinkern – auch einiges an, zum Beispiel eine Tüte Respekt, eine Scheibe Rücksicht oder eine Packung Toleranz. An unserem „Marktstand der unverkäuflichen Werte“ ist all das erhältlich“, sagt Jenny Neumann. Sie gehört zu den Jugendlichen, die sich bereits jetzt bei der Vorbereitung der Peace Academy engagieren und auch in Berlin präsent sein werden.

Als Kirchentagsneuling freut sie sich darauf, das besondere Kirchentagsflair aufsaugen zu können, wofür hoffentlich Kraft bleibt. Denn am Stand will sie vier Tage lang möglichst viele über das Anliegen und die Angebote der Peace Academy informieren, zu Spaß und Spiel dank diverser sportlicher Herausforderungen einladen und auch hören, was die Erwartungen und Wünsche ihrer Altersgenossen an eine Veranstaltung wie die Peace Academy sind. Auf diese Weise wird die Kirchentagspräsenz zu einem beidseitigen Gewinn und trägt dazu bei, die Frauenkirche Dresden auch bei der jungen Generation im Bewusstsein zu verankern.