Marienoratorium „Stella Maris“ von Helge Burggrabe begeistert Frauenkirchbesucher

Mit tosendem Applaus trotz der frühen Stunde – der neue Tag war bereits angebrochen – bedankte sich das Publikum in der Frauenkirche für eine wahrlich außergewöhnliche Aufführung. „Stella Maris“, ein Oratorium von Helge Burggrabe, nahm die Konzertbesucher mit auf eine Reise in Klang- und Farbenwelten, die eine beeindruckende Verbindung von Hörgenuss, Raumerleben und Musikvisualisierung ermöglichte.

Stella Maris (Stern des Meeres) ist ein Marienoratorium, dessen thematischer Schwerpunkt auf einer Annäherung an die biblischen Frauenfiguren Maria und Sophia liegt. Mit beeindruckender Präsenz agierten die Mezzosopranistin Maria Jonas als Maria und Schauspielerin Iris Berben als Sophia, unterstützt von Olivia Jeremias am Violincello und Samuel Kummer an der Orgel. Unter der jeweiligen Leitung von Claus Bantzer und Ulrike Bloß sangen der Kammerchor Hamburg und das Vokalensemble am Braunschweiger Dom. Eine künstlerische Neuheit für die Frauenkirche war aber die zusätzliche Verbindung von Licht, Klang und Wasser: Eine faszinierende akustisch-optische Installation von Alexander Lauterwasser übersetzten den Raumklang in Wasserbewegungen, die – farblich angestrahlt und gefilmt – auf ein sternförmiges Segeltuch im Altarraum projiziert wurde. Ein einmaliges Raumerlebnis, eine bezaubernde Musikvisualisierung, ein ungeahnter Sinneseindruck.

Friedenskonzert mit dem Kammerchor der Frauenkirche

Mit Musik dem Glauben Ausdruck zu verleihen, ist eines der Hauptanliegen von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert. Unter seiner Leitung musizierten am Kirchentags-Samstag der Kammerchor der Frauenkirche, die Gregorianikschola der Dresdner Kapellknaben und Instrumenta musica Claudio Monteverdis „Marienvesper“. Das für die Zeit seiner Entstehung völlig neuartige, wegweisende Chorwerk hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Den Kirchentagsbesuchern offenbarten sich prachtvolle, bis zu zehnstimmige Chorpsalmen und gregorianische Gesänge, die mit dem konzertant-virtuosen Sologesang kombiniert waren. Lebhaft präsentierten sich die Streicher, Zinken, Posaunen, die Laute, die Harfe und die vielen weiteren Instrumente, die den sehr gut gefüllten Kirchraum in musikalisch stimmig in einen frühbarocken Klangraum verwandelte.