Flamme der Versöhnung
Steinerne Flammenvasen schmücken die Treppentürme der Frauenkirche. Eine dieser Flammenvasen stammt aus der polnischen Kleinstadt Gostyn. Als eindrückliches Zeugnis internationaler Versöhnungsarbeit hat sie ihren Platz auf dem Treppenturm C gefunden. Gostyn und Dresden sind Partnerstädte. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht wurden im Oktober 1939 auf dem Marktplatz von Gostyn willkürlich 30 Einwohner erschossen. Daraufhin bildete sich eine bewaffnete Widerstandsgruppe, die „Schwarze Legion“, die den Kampf gegen die deutschen Besatzer vorbereitete. Die Gruppe wurde verraten, ihre Mitglieder – die meisten unter 20 Jahren – wurden nach Dresden gebracht, wo sie im Innenhof des Landgerichtsgebäudes auf dem Münchner Platz hingerichtet wurden. Drei Mitglieder konnten aufgrund ihrer Minderjährigkeit nicht zum Tode verurteilt werden und kamen ins Konzentrationslager. Nach Kriegsende besuchten die Angehörigen der Hingerichteten Dresden. Sie wollten die Hinrichtungsstätte sehen und wissen, wo sich die letzte Ruhestätte ihrer Verwandten befindet. Ein reger Kontakt zwischen Dresden und Gostyn entwickelte sich über die Jahre hinweg. Dieser wird u.a. von Marian Sobkowiak gepflegt, welcher im April 2010 die Ehrenmedaille der Stadt Dresden für seine Versöhnungsarbeit erhielt. Ansinnen der Überlebenden der „Schwarzen Legion“, der Nachfahren der Getöteten sowie engagierter Dresdener ist es, die Erinnerung lebendig zu erhalten für eine friedliche Gegenwart und Zukunft. Als der Ruf aus Dresden zum Wiederaufbau der Frauenkirche erging, sammelten die Gostyner spontan Geld und beauftragten den polnischen Bildhauer Henryk Skudlarski mit der Fertigung einer Flammenvase. Die so genannte „Flamme der Versöhnung“ wurde 1999 in Dresden übergeben.



