10. Frauenkirchentag in Gostyn (Polen)

By Jan Jerszynski (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Vom 20. bis 22. Mai 2016 fand im polnischen Gostyn der 10. Frauenkirchentag der Fördergesellschaft statt. Zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland und Polen waren gekommen, unter Ihnen Studenten der Seniorenakademie Kamienna Góra.

Offizieller Auftakt war ein Empfang durch Bürgermeister Jerza Kulak im Rathaus von Gostyn. Das Kulturhaus „Hutnik“ lud ein zur Vernissage der Ausstellung „Reiseimpressionen“ der Graupaer Malerin Sieglinde Völlmar, Mitglied der Fördergesellschaft.

Künstlerischer Höhepunkt der dreitägigen Begegnung war das Konzert am 21. Mai 2016 mit dem Heiligberger Ensemble, Marzena Michalowska (Sopran), Slawomir Bronk (Countertenor), Tomasz Krzysica (Tenor) und Jaroslaw Brek (Bariton) unter der Leitung von Wojtek Czemplik in der Basilika des Klosters zum Heiligen Berg. Geistlicher Höhepunkt war der Gottesdienst am 22. Mai 2016 mit Pfarrer Marek Dudek. Mit Führungen, Konzerten, einem polnischen Abend im Dorf Cichowo sowie viel Gelegenheit zu Gesprächen und Gedankenaustausch wurde der Frauenkirchentag zu einem besonderen Erlebnis.

Seit 2007 gibt es einmal im Jahr einen Frauenkirchentag außerhalb Dresdens, organisiert durch einen der Freundeskreise der Fördergesellschaft. Dabei treffen sich Menschen, die der Frauenkirche durch ihr Interesse und ihr ehrenamtliches Wirken verbunden sind. 2016 fand er erstmals im Ausland statt. Das anspruchsvolle Programm wurde in Zusammenarbeit mit dem Józef-Zeidler-Verein, Initiator des Musikfestivals „Musica Sacromontana“, dem Kloster zum Heiligen Berg und der Stadtverwaltung Gostyn vorbereitet; gefördert wird der Frauenkirchentag u. a. durch die Landeshauptstadt Dresden.

Mitgliederzuschrift

Deutsche Fotothek
[CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Unser Mitglied Catherine A. Keppel gibt in Kassel am Rudolf-Steiner-Institut Kurse über „Kreatives Schreiben“. Im Rahmen dieser Ausbildung entstanden zwei Gedichte des 1992 in Dresden geborenen Sebastian Schütze in Auseinandersetzung mit dem Foto: „Dresden nach der Bombardierung vom 13./14. Februar 1945. Blick vom Rathausturm nach Süden.“

Der Engel spricht: Dresden, oh du geliebte und gehasste Stadt,
In deiner Blüte bin ich auferstanden,
Auferstanden über die Dächer, über die Menschen, über die Straßen dieser Stadt.
Ich habe dir beim Leben und beim Wachsen zugesehen.
Stumm habe ich auf dich herabgeschaut, habe dich beobachtet.
Die Zeiten hab ich mit dir überdauert, bin mit dir alt geworden.
Du hast dich gewandelt. Viele Male hast du dein Gesicht verändert, während ich gleich geblieben bin, scheinbar eingefroren in der Zeit.
Ich habe deine Menschen beobachtet.
Hab gesehen wie sie kamen und gingen.
Wie sie erst dem einen und dann dem anderen folgten.
Und dann kam er –
Ich sah wie er das erste Mal deine Mauern betrat, wie er die Menschen entflammte, das Feuer in ihnen entzündete, das längst verloschen schien.
Bis sie sich selbst verbrannten.
Ich erlebte wie die Stadt in ewigen Jubel ausbrach,
Bis sie überschäumte vor Wut.
Wie diese Stadt innerlich verbrannte vor Hass.
Die Menschen stürzten sich aufeinander
Und zerfetzten sich gegenseitig. Zerfleischten sich
Für seinen Glanz und seinen Ruhm.
Und dann kam die Zeit, die Zeit mit der das Feuer real wurde und all die Wut, der Hass vom Himmel geregnet kamen –
Und du zerstörtest dich selbst,
Explodiertest in deinem alles verzehrenden Feuer.
Und nun ist es vorüber.
Mögest du deinen Frieden finden.
Stille.

DRESDEN
BRODELNDER KESSEL
SELBST VERZEHRENDE STADT
PHÖNIX AUS DER ASCHE
VERGEBUNG