Friedensnobelpreisträger de Klerk spricht in der Frauenkirche

Die Frauenkirche Dresden, Ort des Friedens und der Versöhnung, setzt die Reihe der Reden von herausragenden Friedensstiftern fort. Im April 2017 wird Frederik de Klerk das Wort ergreifen. Er thematisiert Wege zu einem Miteinander innerhalb multikulturell geprägter Nationen. Begleitend lobt die Stiftung Frauenkirche Dresden einen Schülerwettbewerb aus.

Der ehemalige südafrikanische Präsident Frederik de Klerk folgt einer Einladung der Stiftung Frauenkirche Dresden, die von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing und Ministerpräsident Stanislaw Tillich ausgesprochen wurde. Übereinstimmend heben sie hervor:

„Mit Frederik Willem de Klerk dürfen wir einen Friedensstifter begrüßen, dessen persönliche Umkehr ein ganzes Land tiefgreifend verändert hat. Die Botschaft dieses Neubeginns strahlte weit über die Grenzen Südafrikas und des afrikanischen Kontinents hinaus. Erwartungsvoll blicken wir der Rede eines Mannes entgegen, der den beschwerlichen Pfad der Verständigung und Aussöhnung seit vielen  Jahren zielklar beschreitet“, erklärt Landesbischof Dr. Rentzing, der zugleich Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Frauenkirche Dresden ist.

Ministerpräsident Tillich betont: „Es sind die Themen unserer jüngeren Vergangenheit und unserer Gegenwart, die Frederik de Klerk auch aus seinem Land kennt: Aufbruch, Demokratisierung und gesellschaftliche Transformation. In Südafrika warb er für ein freiheitlich-demokratisches Miteinander. Er wusste um die Schwierigkeiten dahin und die Herausforderungen danach. Er begleitet den Prozess bis heute. Aus seinem berufenen Mund Friedenswege für die Welt aufgezeigt zu bekommen und daraus eigene Schlüsse ziehen zu können, ist eine besondere Gelegenheit, die uns seine Rede in der Dresdner Frauenkirche bietet.“

Frederik Willem de Klerk war früherer Staatspräsident Südafrikas (Foto: Matthew Willman)Ein historischer Moment: das erste Treffen von Frederik de Klerk und Nelson Mandela 1989 (Foto: FWdK-Foundation)1990 treffen sich de Klerk und Mandela zu "Gesprächen über Gespräche" (Foto: FWdK-Foundation)1993 erhalten Frederik Willem de Klerk und Nelson Mandela den Friedensnobelpreis für die Bemühungen zur Beendigung der Apartheid (Foto: FWdK-Foundation)Frederik Willem de Klerk bei seiner Rede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises (Foto: FWdK-Foundation)Die ersten freien Wahlen führen zur Präsidentschaft Mandelas. Frederik de Klerk wird gemeinsam mit Thabo Mbeki Vizepräsident. (Foto: FWdK-Foundation)Mit seiner Stiftung engagiert sich Frederik de Klerk heute für Demokratie und gesellschaftliches Miteinander (Foto: FWdK-Foundation)
Frederik Willem de Klerk war früherer Staatspräsident Südafrikas (Foto: Matthew Willman)
Ein historischer Moment: das erste Treffen von Frederik de Klerk und Nelson Mandela 1989 (Foto: FWdK-Foundation)
1990 treffen sich de Klerk und Mandela zu "Gesprächen über Gespräche" (Foto: FWdK-Foundation)
1993 erhalten Frederik Willem de Klerk und Nelson Mandela den Friedensnobelpreis für die Bemühungen zur Beendigung der Apartheid (Foto: FWdK-Foundation)
Frederik Willem de Klerk bei seiner Rede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises (Foto: FWdK-Foundation)
Die ersten freien Wahlen führen zur Präsidentschaft Mandelas. Frederik de Klerk wird gemeinsam mit Thabo Mbeki Vizepräsident. (Foto: FWdK-Foundation)
Mit seiner Stiftung engagiert sich Frederik de Klerk heute für Demokratie und gesellschaftliches Miteinander (Foto: FWdK-Foundation)


Vierte Rede der Konzeptreihe

Die Friedensnobelpreisträgerrede findet am Montag, dem 03. April 2017, 19 Uhr im Hauptraum der Frauenkirche Dresden statt. Orientiert am Wirkungsfeld des Friedensnobelpreisträgers wird sie das Thema multikulturell zusammengesetzter Gesellschaften aufgreifen, die heutzutage den Großteil aller Nationen weltweit ausmachen.

Die Rede richtet sich an die generelle Öffentlichkeit und steht allen Interessierten offen. Wie in den vergangenen Jahren, als u.a. Gäste aus Politik, Diplomatie, Kirche, Wissenschaft, der Bürgerschaft und aus der jungen Generation anwesend waren, soll sie eine gesellschaftlich breite Wahrnehmung erreichen.

Nach Martti Ahtisaari, Mohamed ElBaradei und Ahmet Üzümcü ist Frederik de Klerk der vierte Redner der Konzeptreihe »Friedensnobelpreisträger in der Frauenkirche Dresden«. Unter der Leitfrage „Was müssen wir heute tun, damit die Welt in 20 Jahren friedvoll(er) ist“ sollen Friedenziele formuliert und Wege dorthin aufgezeigt werden.

Der Demokratisierer Südafrikas

Als Frederik Willem de Klerk 1989 Präsident Südafrikas wurde, galt er als konservativ und systemkonform. Er hatte in mehreren Regierungen verschiedene Ministerposten ausgefüllt und war ursprünglich ein klarer Befürworter der Apartheid-Politik seines Landes. 1990 aber leitete er grundlegende Reformen ein, die das Ende einer jahrhundertealten Vorherrschaft der weißen Bevölkerungsgruppe bzw. die Abschaffung der 1948 eingesetzten Apartheid-Doktrin mit dem Ziel der „Gleichheit zwischen Männern und Frauen und Menschen aller Rassen“ in Südafrika bedeutete. De Klerk hob den Ausnahmezustand auf, ließ verbotene oppositionelle Parteien wieder zu und entließ politische Gefangene aus der Haft – darunter Nelson Mandela, mit dem er in der Folge um die Demokratisierung des Landes rang. Beide Politiker wurden 1993 für ihr »Wirken für die friedliche Beendigung des Apartheidregimes und für die Schaffung der Grundlagen für ein neues demokratisches Südafrika« mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Im Ergebnis der ersten freien Wahlen 1994 wurde Frederik de Klerk unter Nelson Mandela einer von zwei Vizepräsidenten. Er hatte danach wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung der neuen Verfassung des Landes. Nach deren Verabschiedung 1996 legte er sein Amt nieder und zog sich 1997 ganz aus der aktiven Politik zurück. Seit mehr als 15 Jahren engagiert sich Frederik de Klerk mittels einer nach ihm benannten Stiftung für friedensstiftende Aktivitäten in multikulturell geprägten Ländern und bemüht sich um die junge Demokratie Südafrikas.


Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Montag, 3. April 2017 | 19 Uhr

Im Rahmen der Reihe »Friedensnobelpreisträger in der Frauenkirche Dresden« spricht

Frederik Willem de Klerk

ehemaliger Staatspräsident der Republik Südafrika
Friedensnobelpreisträger von 1993

»Kulturelle, religiöse und ethnische Vielfalt in einer kleiner werdenden Welt bewahren: die zentrale Herausforderung für Frieden im 21. Jahrhundert« 

Die Rede steht unter dem Leitgedanken der Veranstaltungsreihe
»Was müssen wir heute konkret tun, damit die Welt in zwanzig Jahren friedvoller ist?«

in englischer Sprache mit Simulatanübersetzung
Die Veranstaltung steht allen Interessierten bei freiem Eintritt offen.