Stimmen der Friedensstifter Gehör geben

Die Frauenkirche Dresden fühlt sich als Ort, der zu Toleranz und Frieden der Völker und Religionen untereinander mahnt, dem Anspruch Alfred Nobels verpflichtet und lädt daher Träger des Friedensnobelpreises ein, im wieder errichteten Gotteshaus zu sprechen.

Sie möchte damit Stimmen herausragender Friedensstifter zu Gehör bringen. Ihre Visionen und Handlungsvorschläge für eine friedlichere Zukunft sollen Quell der Inspiration und Ermutigung beim Beschreiten gesellschaftlicher und persönlicher Friedenswege sein. 

2016 sprach Ahmet Üzümcü

Der renommierte türkische Diplomat formulierte seine Gedanken zum Thema »Die Wiederaufrüstung unserer Menschlichkeit: Beiträge der Abrüstung zum Frieden«, das eng mit seinem langjährigen Wirken im Dienste der Organisation für das Verbot chemischer Waffen verbunden ist. Diese war 2013 mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden und Ahmet Üzümcü nahm in seiner Funktion als Generaldirektor den Preis damals stellvertretend entgegen.

In der Frauenkirche folgten Zuhörer aus der Politik, der internationalen Diplomatie und aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen der engagierten Rede. Sie charakterisierte Massenvernichtungswaffen als unmenschlich und willkürlich sowie den Kampf dagegen als Bemühen, das fundamentale Menschenrecht auf Frieden und Sicherheit durchzusetzen. Botschafter Üzümcü verwies darauf, dass alle Bemühungen zur Dezimierung oder gar Abschaffung von Massenvernichtungswaffen im Zeitalter der Globalisierung nur als gemeinsame, nationenübergreifende Anstrengung erfolgreich sein werden. Das Beispiel der heute international geächteten Chemiewaffen sollte als Zeichen der Hoffnung und Ermutigung verstanden werden. Genau wie sein Vorredner Mohamed ElBaradei betonte er, dass Abrüstung keine Folge von Frieden sei, sondern Friedensprozesse aktiv befördere.

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2014 sprach Mohamed ElBaradei

Seine Fortsetzung fand die Reihe mit einer Rede des ägyptischen Friedensnobelpreisträgers Dr. Mohamed ElBaradei, der am 18. März 2014 das Wort ergriff. In seiner Rede vor 800 interessierten Zuhörern wagte er unter der Überschrift »Dauerhafter Frieden ist nicht nur Wunschdenken« eine ermutigende Perspektive.

Erstmals wurde die Rede durch einen sachsenweiten Schülerwettbewerb begleitet. 120 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich und reichten Gruppenbeiträge zu einem von Dr. ElBaradei gestellten Thema ein. Drei Siegergruppen erhielten die Möglichkeit, persönlich mit dem Friedensnobelpreisträger ins Gespräch zu kommen.

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Auftakt 2010 mit Martti Ahtisaari

Am 1. Dezember 2010 fand die erste Friedensnobelpreisträgerrede in der Frauenkirche statt. Martti Ahtisaari, Preisträger des Jahres 2008, sprach über die »Herausforderungen und Chancen für anhaltenden Frieden«. In seiner ermutigenden Rede appellierte er an den Willen aller, sich den Ungerechtigkeiten und Konflikten der Welt zu stellen um friedliche Lösungen zu ringen.

Dabei ging der Finne auch auf seine persönlichen Erfahrungen während seiner Zeit als Friedensvermittler im Kosovo und in Namibia ein. 

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