Die Friedensbotschaft weitertragen

Der Frauenkirche Dresden ist es ein großes Anliegen, die Botschaft von Frieden, Versöhnung, Verständigung und Toleranz in die nächsten Generationen zu tragen. Aus diesem Grund ruft die Stiftung Frauenkirche Dresden zu einem Friedenswettbewerb unter sächsischen Schülerinnen und Schülern auf. 

Erstmals fand der Wettbewerb 2014 statt; eine Fortsetzung gab es 2016. Anlässlich der Rede des Friedensnobelpreisträgers Frederik Willem de Klerk im April 2017 ruft die Stiftung Frauenkirche Dresden zum nunmehr dritten Mal junge Menschen auf, ihre Ideen, Wünsche, Hoffnungen, Forderungen und auch Lösungsansätze für eine friedlichere, gerechtere und sicherere Welt zu formulieren und vorzubringen. 

Der Friedenswettbewerb 2017: Darum geht's

Unsere Welt ist an so vielen Stellen im Unfrieden: Länder bedrohen einander, Gesellschaften sind gespalten. Das Trennende wird über das Gemeinsame gestellt. Aber muss das so sein? Und vor allem: Muss das so bleiben? Wo sind Wege, die zueinander führen anstatt in die Konfrontation? Wer traut sich, ganz neu zu denken?

Wir von der Stiftung Frauenkirche Dresden haben eine Idee: Wir bringen zwei Gruppen Zukunftsbotschafter zusammen – zum einen Menschen und Organisationen, die sich in herausragendem Maße für die Befriedung unserer Welt eingesetzt haben und dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden, zum anderen junge Leute, Schülerinnen und Schüler, die »Generation Peace«. Als Leitmotiv dient die Frage, was wir heute tun müssen, damit die Welt in 20 Jahren friedvoll(er) ist.

Ihr seid gefragt!

Im April 2017 ist es wieder soweit: Dann wird Friedensnobelpreisträger Frederik Willem de Klerk zu Gast sein. Er wird seine Friedensvisionen vorstellen – und ist gespannt auf eure! Deshalb rufen die Stiftung Frauenkirche Dresden und er euch zueinem Friedenswettbewerb auf.Anhand einer konkreten Aufgabenstellung seid ihr eingeladen, eure Ideen für eine friedvollere Welt mitzuteilen. Sagt uns und der Welt, was ihr denkt! Und ohne zu viel vorweg zu nehmen: Einige der Wettbewerbsteilnehmer werden über ihre Gedanken und Ziele mit dem Friedensnobelpreisträger persönlich ins Gespräch kommen!

Das Wettbewerbsthema

Ausgrenzung, Benachteiligung und Voreingenommenheit sind einige der Gründe für Konflikte in unserer Welt. Südafrikas Apartheid-Politik war ein trauriges Beispiel dafür: Viele Jahrzehnte gab es dort ein System der Rassentrennung. Menschen dunkler Hautfarbe waren gesellschaftlich und politisch ausgegrenzt. Sie durften nicht wählen, konnten sich nicht frei bewegen oder das Wohnviertel aussuchen. Es gab separate Eingänge in Schulen, Rathäusern, Post- und Bankfilialen, Krankenhäusern und Toiletten.

Frederik Willem de Klerk hatte 1990 den Mut, der südafrikanischen Gesellschaft einen neuen Weg zu vorzuschlagen. Er schaffte die Apartheid ab und ermöglichte zusammen mit Nelson Mandela den Übergang zu einem gleichberechtigten Miteinander aller Bevölkerungsgruppen. Dafür erhielten beide Politiker 1993 den Friedensnobelpreis. Sie hatten erkannt, dass eine moderne Gesellschaft vielfältig ist und nicht auf Ungerechtigkeit beruhen darf. Bis heute beschäftigt Frederik Willem de Klerk das. Ihm ist wichtig, junge Menschen auf der ganzen Welt für Friedensfragen zu interessieren. Aus diesem Grund hat er die folgende Wettbewerbsaufgabe für euch formuliert:

„All different – all equal: How to shape a modern multi-cultural society?“ 
„Alle anders – alle gleich: Wie lässt sich eine moderne multikulturelle Gesellschaft gestalten?“

Welche Gedanken, Ideen, Träume und Wünsche habt ihr dazu? Welche Stolpersteine seht ihr und wie räumen wir sie beiseite? Wie bauen wir Vorurteile ab und Verständnis auf? Wir sind gespannt!

Wer kann mitmachen?

Aufgerufen sind Schülerinnen und Schüler an Oberschulen, Gymnasien, Berufs(-fach)schulen, Fachoberschulen und beruflichen Gymnasien aus ganz Sachsen ab der Klassenstufe 9. Wenn ihr also in Sachsen zur Schule geht und zwischen 14 und 19 Jahre alt seid, könnt ihr dabei sein. Aber Achtung: Der Friedenswettbewerb richtet sich ausdrücklich an Gruppen. Bildet Teams von fünf bis acht Mitgliedern und los geht‘s!

Seid dabei!

Wenn das auf euch passt, macht mit:

  • neugierig & engagiert
  • eine Gruppe mit 5-8 Mitgliedern
  • Schülerinnen & Schüler aus Sachsen
  • mindestens in Klasse 9
  • am 3. April 2017 frei

Was könnt ihr einreichen?

Wie ihr euren Wettbewerbsbeitrag gestaltet, könnt ihr selbst entscheiden. Vielleicht wollt ihr ein Plakat oder eine Wandzeitung entwerfen? Oder eine Webseite? Ihr könnt ein Essay verfassen oder ein Zukunftsszenario skizzieren. Ihr könnt einen Radiobeitrag aufnehmen, ein Hörspiel einsprechen, einen Kurzfilm drehen. Ihr könnt einen Argumentationswettstreit dokumentieren, eine Schülerzeitung zusammenstellen oder einen Blog einrichten. Ihr könnt euch ein Brettspiel ausdenken, einen Comic zeichnen oder musikalisch an das Thema herangehen. Oder es noch ganz anders bearbeiten.

Wichtig ist, dass euer Beitrag

  • dem Betrachter klar vermittelt, was eure Antwort auf die Fragestellung ist. Bei künstlerischen Einreichungen kann ein begleitender erläuternder Text sinnvoll sein.
  • digital in gängigen Dateiformaten (z.B. PDF, MP3, MP4) einreichbar bzw. im Falle einer Webseite bereits online abrufbar ist.
  • eine angemessene Länge (max. 12 Seiten), Dauer (max. 8 min) bzw. Größe (bei Plakaten A0) hat.
  • Quellen ausweist und ihr auf Rechte achtet, so ihr Informationen und Materialien anderer einbindet.

Die Beiträge können gleichberechtigt auf Deutsch oder auf Englisch eingereicht werden.

Was gibt es zu gewinnen?

Drei Preisträgergruppen des Friedenswettbewerbs 2017 dürfen sich auf eine besondere Ehrung freuen: Sie erhalten die Gelegenheit zu einer persönlichen Begegnung mit dem Friedensnobelpreisträger Frederik Willem de Klerk.

Wenn deine Gruppe zu den Gewinnern zählt, verbringt ihr am 3. April 2017 einen ereignisreichen Tag in Dresden. Neben einer ausführlichen thematischen Erkundung der Frauenkirche und dem Austausch mit den anderen Gewinnergruppen bekommt ihr in einer Feierstunde eure Gewinnerurkunde aus den Händen von Frederik Willem de Klerk überreicht. Im Anschluss kommt ihr mit ihm ins Gespräch und könnt während einer 45-minütigen Unterredung Ideen austauschen und Fragen stellen. Am Abend zählt ihr zu den Ehrengästen bei der Rede. Wenn ihr durch Lehrer oder Betreuer unterstützt wurdet, gibt es für sie einen besonderen Programmpunkt im Anschluss an die Rede. Damit ihr auf all das vorbereitet seid, gibt es übrigens ein Vorabtreffen in eurer Schule.

Doch auch, wer nicht zu den Gewinnern zählt, darf sich freuen: Allen Gruppen wird angeboten, bei der Rede in der Frauenkirche anwesend zu sein.

Die Preise

für drei Gewinnergruppen:

  • Thementag in der Frauenkirche
  • Treffen mit dem Friedensnobelpreisträger
  • Ehrengast-Status bei der Rede
  • vom Nobelpreisträger, dem Landesbischof und dem Ministerpräsidenten unterzeichnete Urkunde

Wer bewertet die Beiträge?

Eine fachkundige Jury bestehend aus Experten für Friedens- und Sicherheitsfragen einerseits, Studierenden andererseits sowie Schülern, die beim letzte Friedenswettbewerb als Preisträger hervorgegangen sind, bewertet die Wettbewerbsbeiträge. Die Jurymitglieder schauen u.a. auf die Tiefe und/oder Breite der Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema, auf die inhaltliche und gestalterische Qualität der Einreichungen und auf die Kreativität bei der Umsetzung.

Wo könnt ihr Fragen loswerden?

Eure Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um den Wettbewerb ist Dr. Anja Häse. Schreibt am besten eine Mail an friedenswettbewerb@frauenkirche-dresden.de oder ruft an unter (0351) 656 06 540. Postalisch sind wir so zu erreichen: 
Stiftung Frauenkirche Dresden | Friedenswettbewerb | Georg-Treu-Platz 3 | 01067 Dresden.

So seid ihr dabei

Anmeldung

Zunächst müsst ihr nur signalisieren, dass ihr mitmachen wollt. Deadline ist Dienstag, der 10. Januar 2017.

Ihr selbst, ein Lehrer oder Betreuer kann das tun.








Einreichung

Euren Wettbewerbsbeitrag erwarten wir dann bis
Dienstag, den 07. März 2017.

Alle Beiträge müssen in einer digitalen / digitalisierten Form in gängigen Dateiformaten (z.B. .pdf, .doc, .ppt, .mp3, .wmv, .mpg, .avi, .mov) in einer Cloud gespeichert werden, deren URL im Formular anzugeben ist. Zusätzlich kann bei Einreichungen wie Essays, Wandzeitungen oder Zeitschriften eine gedruckte Version zugeschickt werden. Webseiten, Weblogs o.ä. müssen online gestellt sein; übermittelt wird nur die URL.

Bitte beachtet die Wettbewerbsbedingungen, die ihr hier HIER NACHLESEN könnt.

Und hier noch einige Hintergrundinfos

Wer ist Frederik Willem de Klerk?

Frederik Willem de Klerk ist ein früherer Präsident Südafrikas, der mit einer Rede im Februar 1990 Geschichte schrieb. Vor einem Parlament, in dem kein einziger farbiger Abgeordneter saß, weil nur »Weiße« wählen und gewählt werden durften, sprach er über die Demokratisierung des Landes – also über nichts weniger als die Überwindung der Rassentrennung. Er lud zu Gesprächen ein und kündigte an, das Verbot der Opposition aufzuheben und politische Gefangene freizulassen. Damit stieß er einen Prozess an, der den Weg frei machte für eine demokratische Verfassung, freie Wahlen und letztlich auch den ersten farbigen Präsidenten Südafrikas: Nelson Mandela.

Gemeinsam mit ihm wurde Frederik Willem de Klerk 1993 für ihr »Wirken für die friedliche Beendigung des Apartheidregimes und für die Schaffung der Grundlagen für ein neues demokratisches Südafrika« mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Nach zwei Jahren als Vizepräsident unter Mandela und dem Rückzug aus der aktiven Politik engagiert sich Frederik Willem de Klerk seit mehr als 15 Jahren mittels einer Stiftung für friedensstiftende Aktivitäten in multikulturell geprägten Ländern und bemüht sich um die junge Demokratie Südafrikas.

Wer organisiert den Friedenswettbewerb?

Die Stiftung Frauenkirche Dresden, die für die Organisation all dessen, was in der Frauenkirche passiert, verantwortlich ist, veranstaltet diesen Friedenswettbewerb. Das tut sie, weil ihr die Themen Frieden und Versöhnung besonders wichtig sind. Zum einen, weil sie eine Kirche ist, die die Narben von Krieg und Zerstörung an und in sich trägt: Zerstört am Ende des Zweiten Weltkrieges, wurden beim Wiederaufbau alte und neue Steine verwendet, um an Kriegsleid zu erinnern und zugleich Hoffnung auszustrahlen. Zum anderen natürlich, weil Menschen aus aller Welt mit Spenden halfen, sie wieder zu errichten. Mit dem Friedenswettbewerb möchte die Stiftung Frauenkirche Dresden jungen Leuten ein Forum für ihre Friedensideen geben. Nach 2014 und 2016 findet er zum dritten Mal statt und ist Teil einer Veranstaltungsreihe, für die Friedensnobelpreisträger nach Dresden eingeladen werden.

Warum sollen wir da mitmachen?

Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Ein Blick in die Welt unmittelbar um uns herum, aber auch weit über Ländergrenzen hinweg zeigt, dass gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen und Umbrüche viele Fragen aufwerfen. Die Stiftung Frauenkirche Dresden setzt darauf, dass sächsische Jugendliche Lust haben, sich darüber Gedanken zu machen und ihre Anliegen, Ansichten, Hoffnungen und Ziele kundzutun. Sie möchte anregen, erste Friedensschritte zu gehen. 

Stimmen früherer Teilnehmer

»Ich konnte besonders durch die Gespräche mit dem Friedensnobelpreisträger sehr viel lernen und unvergessliche Erinnerungen mitnehmen, da er die von uns Schülern gestellten Fragen sehr konkret beantwortete.«
Paul Hofmann

»Ich denke, ich spreche für meine Klasse, wenn ich sage, dass dieser Wettbewerb uns zu neuen Projekten für eine friedliche Welt angespornt hat.« Luca Kost

»Da wir uns im Vorfeld schon intensiv mit dem Thema Frieden auseinander gesetzt hatten, begeisterte es mich, dass wir trotzdem so viel Neues dazugelernt haben.« Elina Hies

»Ein unvergessliches Erlebnis, das ich gegen nichts eintauschen würde.« Nora Hartmann

»Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass der eigene Wunsch durch die WunschWelt in der Frauenkirche aufbewahrt wird.« Rahel Geppart

»Ich habe mich jetzt sehr intensiv mit dem Thema »Krieg und Frieden« beschäftigt und wurde dazu inspiriert, mir ein eigenes Bild zu schaffen. Ich denke, es ist sehr wichtig, Jugendliche wie uns auf dieses Thema aufmerksam zu machen.« Carolin Maßloch

Tipps zur Herangehensweise an die Wettbewerbsfrage

Diskutiert miteinander

  • Wie sieht eure perfekte Gesellschaft aus?
  • Was sind konkrete Schritte oder aber Träume und Hoffnungen diesbezüglich?
  • Was lehrt uns die Geschichte, was macht neugierig auf die Zukunft?
  • Welche Vor- und Nachteile seht ihr in einer vielfältigen Gesellschaft?
  • Wer ist gefragt: die Politik, die Jugend, die anderen, ich selbst?

Drei Schritte

Recherchiert:
Sucht nach Informationen, Perspektiven und Meinungen. Sichtet und strukturiert, was ihr gefunden habt. Dokumentiert und bewertet eure Quellen. Verlasst euch nicht rein auf das Internet, sondern sucht auch das Gespräch.

Argumentiert: Formuliert eure Antwort(en) auf die Wettbewerbsfrage. Überzeugt sowohl mit Wissen als auch mit Enthusiasmus. Beleuchtet verschiedene Aspekte. Hinterfragt eure Sichtweise.

Präsentiert: Entscheidet euch für eine Darstellungsform. Berücksichtigt dabei eure Interessen, Fertigkeiten und Ressourcen. Gestaltet anschaulich, ansprechend und kreativ. Denkt an die Wettbewerbsvorgaben.

Gewusst?

  • In den meisten Ländern der Welt leben Menschen verschiedener Kulturen zusammen.
  • In Europa lebt ein Viertel aller Migranten der Welt.
  • 17 Mio. der Einwohner Deutschlands haben einen Migrationshintergrund.
  • In Sachsen leben Menschen mit 185 Nationalitäten.
  • Jeder 7. Mensch auf der Welt gehört einer Minderheit an.