Themen und Gewinner der bisherigen Friedenswettbewerbe

Mit dem Friedenswettbewerb der Frauenkirche Dresden sind junge Menschen aus ganz Sachsen aufgerufen, ihre Antworten auf Friedensfragen zu geben. Bereits drei Mal wurde er ausgelobt: 2014, 2016 und 2017. Eine Jury benannte je drei Preisträgergruppen, die einen Preis erhielten, den man sich mit Geld nicht kaufen kann: ein Treffen mit dem Friedensnobelpreisträger.

Mit viel Engagement widmeten sich die Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Wettbewerbsaufgabe, die als besonderes Highlight vom Friedensnobelpreisträger selbst stammt und ein Themenfeld berührt, das mit dem Wirken der Persönlichkeit unmittelbar in Zusammenhang steht. 

Friedenswettbewerb 2017

In den meisten Ländern der Welt leben Menschen verschiedener Kulturen zusammen; jeder 7. Mensch auf der Welt gehört einer Minderheit an. Das Miteinander von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Prägung ist inzwischen zu einem zentralen Thema des Zusammenlebens geworden. Für Verständnis zu werben und nach Lösungen zu suchen, ist das Anliegen von Frederik Willem de Klerk. Gemeinsam mit Nelson Mandela führte er in ihrem Heimatland durch einen grundlegenden Wandlungsprozess. Beide erhielten dafür 1993 den Friedensnobelpreis. FW de Klerks Wettbewerbsaufgabe stellten sich 149 Schülerinnen und Schüler. In kreativer Vielfalt reichten sie Websites, Blogs, Plakate und Videos, aber auch eine Debatte, ein Hörspiel, ein Coversong und ein Streetart-Projekt ein. 

Aufgabenstellung

Frederik Willem de Klerk ist es ein Anliegen, gerade die junge Generation zum Nachdenken über ein gelingendes Miteinander in Vielfalt anzuregen, sieht er doch darin die entscheidende Herausforderung für moderne Gesellschaften. Über den augenfälligen internationalen Konflikten dürfe man nicht übersehen, dass heutzutage Spannungen eher innerhalb von Gesellschaften entstehen, weil diese mehr denn je und unaufhaltsam im Wandel begriffen sind. Deshalb konfrontierte er die sächsischen Schülerinnen und Schüler mit der Frage: »All different – all equal: How to shape a modern multi-cultural society?« | »Alle anders – alle gleich: Wie lässt sich eine moderne multikulturelle Gesellschaft gestalten?« 

Preisträgerbeitrag »Von der Mauer zur Brücke«

Mit einem eindrucksvollen Film stellt die Schülergruppe ihren individuellen Weg von einer eingeengten, von Vorurteilen bestimmten Sicht hin zu einer offenen, toleranten Perspektive dar. Anfangs wird eine Mauer aus Vorurteilen gebaut, die aber dort keinen Bestand hat, wo es Begegnungen und Interesse am Gegenüber gibt. Aus einem Teil der Mauer wird eine Brücke.

Einreichung von Chiara Fiebiger, Alexander Rühlow, Emely Otto, Estelle Pietzonka, Mary Kremtz, Frederik Mallon, Sophie Ambrosius und Eva Kratzsch aus der Klassenstufe 10 und 11 des Franziskaneums Meißen | ANSEHEN

Preisträgerbeitrag »Ängste in einer multikulturellen Gesellschaft«

Mittels eines Blogs setzen sich die Autoren mit der Frage auseinander, welche Vorbehalte hinsichtlich einer multikulturell zusammengesetzten Gesellschaft bestehen. Hierfür führten sie Gespräche – u.a. am Rande einer PEGIDA-Demonstration – konfrontierten Menschen mit wahren und falschen Aussagen. 

Einreichung von Rahel Gebhardt, Mia Hempel, Elisabeth Jancke, Nora Bürkel und Rebecca Rothmann aus der Jahrgangsstufe 11 des Evangelischen Kreuzgymnasiums Dresden | ANSEHEN

Preisträgerbeitrag »Wir sind Eins!«

In diesem Video thematisieren die Autorinnen die positiven und negativen Aspekte bei der Integration von Flüchtlingen. Ein Interview mit einer Flüchtlingsfamilie gibt wertvolle Einsichten, die um weitere Aspekte ergänzt am Ende zu eigenen Schlussfolgerungen über das Gelingen  eines wertschätzenden Miteinanders führt.

Einreichung von Elisabeth Koch, Larissa Witczak, Jessica Thalmeir, Anne Müller, Julia Clengel und Clara Trautmann aus der Jahrgangsstufe 10 vom Semper Gymnasium Dresden | ANSEHEN

Impressionen

Friedenswettbewerb 2016

Dass Chemiewaffen heute international geächtet sind und sich 192 Staaten verpflichtet haben, nicht nur auf deren Einsatz zu verzichten, sondern auch keine Bestände vorzuhalten, ist ein wesentliches Verdienst der 1997 gegründeten Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW). Deren Generaldirektor Ahmet Üzümcü, der 2013 den Friedensnobelpreis stellvertretend entgegengenommen hatte, stellte daher den sächsischen Schülerinnen und Schülern eine thematisch passende Wettbewerbsaufgabe. Die Einreichungen reichten von Prosatexten über Webseiten und -blogs bis hin zu Kurzfilmen. Ein Highlight war ein selbst geschriebener Song, der Ahemt Üzümcü so beeindruckte, dass er die drei Gewinnergruppen zur Teilnahme am 1. OPCW-Tag in Den Haag einlud.

Aufgabenstellung

Orientiert am Kernthema des Friedensnobelpreisträgers Ahmet Üzümcü waren Schülergruppen aufgerufen, sich mit einer konkreten Abrüstungsthematik zu befassen. Die vom Generaldirektor der OPCW selbst gestellte Aufgabe sollte die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer inspirieren und motivieren, sich mit einer wichtigen Friedensfrage intensiv auseinanderzusetzen: »Achieving a chemical weapons-free world: How can we ensure chemical weapons never remerge?«»Für eine chemiewaffenfreie Welt: Wie können wir erreichen, dass Chemiewaffen nie wieder zum Einsatz kommen?« 

Preisträgerbeitrag »Eine Welt mit Chemiewaffen«

Mit einer eindrucksvollen Kombination aus literarischen und selbstverfassten Texten sowie bewegend inszenierten schwarz-weiß Fotografien bearbeitete die Schülergruppe das gestellte Wettbewerbsthema. Jugendgemäß wählte sie als Präsentationsform die Blogging-Plattform Tumblr, auf der Nutzer ihre Texte und Bilder in einem Weblog eigenständig veröffentlichen können. 

Einreichung von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 10 vom
Evangelischen Kreuzgymnasiums Dresden (15-16 Jahre) |
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Preisträgerbeitrag »Eine Welt ohne Chemiewaffen«

Kritisch setzten sich die Autorinnen und Autoren mit dem Status quo auseinander, diskutierten Wege zu einer chemiewaffenfreien Welt und setzten sich zudem mit der Geschichte und den Folgen der Verwendung chemischer Waffen auseinander. Ein selbsterstelltes Erklärvideo wurde eingebunden und ein Song geschrieben, eingespielt und präsentiert.

Einreichung von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 10 des
Semper Gymnasiums Dresden (15-16 Jahre)
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Preisträgerbeitrag »Keine Lösung – kein Problem?«

Jugendlich provokant führen die Autorinnen  und Autoren dieses Beitrages die geringe öffentliche Beachtung der Chemiewaffenthematik vor Augen. Mittels einer spontanen Straßenumfrage decken sie auf, wie unzulänglich das Wissen über den Einsatz, die Wirkungskraft und die Folgen der Verwendung chemischer Kampfstoffe in der allgemeinen Bevölkerung ist. Dem stellen die Schüler eigenrecherchierte Informationen zu den abgefragten Bereichen gegenüber.

Einreichung von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 10 vom
Evangelischen Kreuzgymnasiums Dresden (15-16 Jahre)
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Impressionen

Friedenswettbewerb 2014

2014 waren sächsische Jugendliche erstmals zum Friedenswettbewerb eingeladen. Er wurde anlässlich der Friedensnobelpreisträgerrede von Dr. Mohamed ElBaradei ausgelobt. Auf Anhieb beteiligten sich 125 junge Leute zwischen 14 und 18 Jahren. Neben Einreichungen aus verschiedenen Dresdner Gymnasien gab es auch Beiträge aus Borna, Burgstädt und Delitzsch. Alle Beiträge – die in ganz unterschiedlichen Einreichungsformen wie bspw. Film, Hörspiel, Offener Brief, Schülerzeitung oder Essay vorgelegt wurden – waren von hoher Qualität. Drei Schülergruppen wurden von einer Expertenjury als Preisträger gekürt, zwei weiteren Gruppen wurden Würdigungen zugesprochen. Die Mitglieder der Preisträgergruppen sowie Vertreter der gewürdigten Einreichungen bekamen die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit Friedensnobelpreisträger Dr. ElBaradei. 

Aufgabenstellung

Das Wettbewerbsthema des Friedenswettbewerbs 2014 lautete »Eine Welt ohne Chemiewaffen: Wie können wir erreichen, dass Chemiewaffen nie wiederkommen?« »Achieving a chemical weapons-free world: How can we achieve that chemical weapons never re-emerge«. Es war von Dr. ElBaradei mit dem Ziel gestellt worden, die junge Generation zum Nachdenken über ein Thema anzuregen, mit dem sie zwar vermutlich wenig persönliche Berührung haben, dessen Bedeutung aber kaum überschätzt werden kann. 

Preisträgerbeitrag »Die Entscheidung liegt bei Euch!«

Der Beitrag wirft vor allem die Frage auf, welche Dilemmata sowohl eine atomwaffenfreie Welt als auch das Festhalten an Atomwaffen mit sich bringt. Eine solch differenzierte und für den Zuschauer manchmal überraschende Analyse, verbunden mit der Aufforderung, selbst zu entscheiden welche Welt die bessere ist, dürfte ein nachhaltigeres Engagement für die nukleare Abrüstung hervorbringen als plakative Warnungen vor dem Atomkrieg.

Einreichung von Milena Hauser, Henriette Weiß, Charlotte Pech und Victoria Tost
der Klassenstufe 10 vom Evangelischen Kreuzgymnasiums Dresden 
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Preisträgerbeitrag »Frieden statt bekriegen«

In der Sonderausgabe des fiktiven politischen Jugendmagazins THE ROAD setzten sich die Teilnehmenden sachlicher kompetent mit dem Wettbewerbsthema auseinander. Die Jury lobte den differenzierten Umgang mit der Abrüstungsthematik und die hochwertige Gestaltung des Hefts, sodass ein bestens durchdachtes Magazin, das Interesse für das Thema (nicht nur) bei Jugendlichen weckt, entstand.

Klassenübergreifenden Projekt von Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 bzw.
der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums Dresden Plauen (14-17 Jahre)
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Preisträgerbeitrag »zehn« Thesenanschlag

Die Einreichung ist eine Verbindung aus Essay und Kurzfilm. Neben einer schlüssigen Streitschrift, die Sehnsüchte, Appelle, Bedenken und Begehren der jungen Generation aufzeigt, entstand auch eine filmische Übersetzung. Die Jury lobte die expressive Symbolhaftigkeit, die "einem apokalyptischem Aufschrei nahekommt“ sowie die hervorragende Filmmusik des erst 15-jährigen Adrian Laugsch.

Einreichung von Schülerinnen und Schülern eines Gesellschaftskunde-Grundkurses
einer 12. Klasse des Ev. Kreuzgymnasiums Dresden
(16-18 Jahre) | ANSEHEN

Impressionen