Erinnern, Versöhnen und Zukunft gestalten

Aus Anlass des Gedenkens an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg lädt die Frauenkirche ein, sich Kriegsleid bewusst zu machen und für Frieden und Versöhnung einzutreten. 

„Aus dem Rückblick erwächst unsere Verantwortung für die Zukunft. Er mahnt, wachsam zu sein“, erklärt Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke. „Der 13. Februar ist deshalb für uns sowohl ein Tag des Erinnerns als auch des Weitens unserer Blicke.“

Verschiedene Angebote in und an der Frauenkirche greifen das im zeitlichen Umfeld des Dresdner Gedenktages auf. Bereits am Vorabend des 13. Februar findet eine Andacht statt, in die Zeitzeugenerinnerungen an die Angriffe auf Dresden eingeflochten sind. Sie beginnt 18 Uhr. Am Tag selbst ist die Frauenkirche von morgens bis in die Nacht Ort des mahnenden Gedenkens. Ab 10 Uhr steht die Kirche offen, um 12 und im Anschluss an die Menschenkette um 18 Uhr finden Friedensandachten statt, die mit der Versöhnungsliturgie aus Coventry gestaltet sind.

Stilles Gedenken an der Frauenkirche

Von 15 bis 22 Uhr ist Raum für stilles Gedenken vor der Frauenkirche. Die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. hält weiße Kerzen bereit, die u. a. auf einer eigens vorbereiteten Installationsfläche in der Nähe des Luther-Denkmals aufgestellt werden können. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind vor Ort und haben ein offenes Ohr für ein persönliches Gespräch.

18:15 Uhr beginnt zudem der durch die Fördergesellschaft organisierte „Dresdner Gedenkweg – unterwegs zur Versöhnung“. Er beginnt im Innenhof der Synagoge am Hasenberg und führt über mehrere Stationen an ausgewählte Stätten, die in Dresden an die Schuld und das Leid der Deutschen im Zweiten Weltkrieg erinnern. Textlesungen u. a. von Stephanie Atanasov, Ludwig Güttler, OLKR i. R. Harald Bretschneider und Anthony Sheridan vom Dresden Trust leisten einen eigenen Beitrag wider das Vergessen.

Thematische Impulse zur Nacht der Stille

Unter dem biblischen Leitmotiv »Wer Ohren hat zu hören, der höre!« (Markus 4,23) öffnet die Kirche ab 22 Uhr zur Nacht der Stille. Sie schließt sich traditionell an das gemeinsame Geläut aller Dresdner Kirchenglocken an. Über den Eingang F steigen die Besucher zunächst in die Unterkirche hinab, wo sie Cellomusik und thematische Texte erwarten.

Im dunklen Hauptraum wird es zu gleicher Zeit einen steten Wechsel aus Klang und Stille geben. Fürbittgebete werden gesprochen, Chor- und Orgelmusik erklingt und erstmals erfüllen auch meditative Taizé-Gesänge den Kirchraum. Immer wieder wird es aber gänzlich ruhig werden. „Damit laden wir die Besucher ein, in die Stille hineinzuhören, innezuhalten und zu reflektieren“, so Behnke. Wer mag, kann ein Gebetslicht vor der Chorbalustrade aufstellen.

Gestaltet wird die Nacht der Stille durch die Evangelische Jugend Dresden sowie musikalisch durch den Cellisten Christoph Uschner, Frauenkirchenorganist Samuel Kummer und durch Sängerinnen und Sänger des Chores der Frauenkirche unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert.

Musikalisches Gedenken

Am Tag, an dem sich der Einsturz der Frauenkirche jährt, findet zudem ein besonderes Konzert statt. Unter der Leitung von Philippe Herreweghe führt die Sächsische Staatskapelle Dresden Johann Sebastian Bachs »Johannespassion« auf. Die renommierten Solisten Maximilian Schmitt, Krešimir Stražanac, Dorothee Mields, Damien Guillon, Robin Tritschler und Peter Kooij sowie das Collegium Vocale Gent werden diese Aufführung zu einem eindringlichen Erlebnis machen. Tickets zwischen 17 und 62 EUR sind über den Ticketservice der Semperoper erhältlich.

Ausgewählte Angebote am Jahrestag der Zerstörung Dresdens 1945

Montag, 12. Februar 2018
18 Uhr Friedensandacht mit Zeitzeugen

Dienstag, 13. Februar 2018

12-13 Uhr Friedensandacht mit Versöhnungsliturgie aus Coventry und Kirchenführung
15-22 Uhr Stilles Gedenken an der Frauenkirche
18.10 Uhr Friedensandacht mit Versöhnungsliturgie aus Coventry und Kirchenführung
18.15 Uhr Dresdner Gedenkweg
21.45 Uhr Geläut aller Dresdner Kirchenglocken
ab 22 Uhr Nacht der Stille

Donnerstag, 15. Februar 2018
20 Uhr Johann Sebastian Bach »Johannespassion« INFOS & TICKETS