Fragen aufwerfen und diskutieren 

Einmal jährlich laden die Pfarrer der Frauenkirche und der Kreuzkirche Interessierte ein, über Fragen des christlichen Glaubens ins Gespräch zu kommen. Cornelia Rabeneck war eine Teilnehmerin des Kurses "Religion für Neugierige" und schildert hier Ihre Eindrücke.

Welche Beweggründe hatten Sie, den Kurs „Religion für Neugierige“ zu besuchen?

Ich hatte im Laufe meines Lebens häufig Berührungspunkte mit der christlichen Kirche. Es waren aber noch viele Fragen offen, die ich gern geklärt haben wollte. Ich habe den Kurs als sehr bereichernd erlebt, da viele meiner Zweifel und Fragen auch von anderen Kursteilnehmern aufgeworfen wurden und diese offen diskutiert werden konnten.

Wie war der Kurs aufgebaut?

Der Kursaufbau war für mich sehr klar und gut strukturiert. Jeder Abend hatte ein Thema: die Bibel, der Gottesdienst, Taufe und Konfirmation etc.. Diesen Aufbau fand ich sehr gut, da so die Grundstruktur des christlichen Glaubens gut nachvollziehbar besprochen wurde. Auch die vorhandenen Fragen konnten so immer in ihrem Kontext beantwortet bzw. besprochen werden. Viele meiner bzw. unserer Fragen bezogen sich auf die Auslegung der Bibel und deren Gültigkeit für unsere heutige Zeit. Dadurch wurde zwangsläufig immer wieder der Bezug zur Gegenwart hergestellt.

Was haben Sie für Ihr weiteres Leben aus dem Kurs mitnehmen können?

Dass jeder eine andere Sicht auf die Welt und den Glauben hat. Es gibt Punkte, an denen Gläubige in ihrer Meinung übereinstimmen, aber auch Themen, bei denen keine übereinstimmende Auffassung zu erreichen ist. Und dennoch darf jeder seinen christlichen Glauben leben. Jeder hat seinen Glauben und muss seine individuelle persönliche Beziehung zu Gott selber finden.

Was hat Sie am meisten beeindruckt und was hat Ihnen nicht so gefallen?

Der sehr umsichtige und geduldige Umgang der Pfarrer mit den unterschiedlichen Auffassungen und Ansprüchen der Kursteilnehmer an den Kurs und den vielen zweifelnden Fragen, die immer wieder gestellt wurden. Die Zahl der Kursteilnehmer war jedoch hoch. Es wäre angenehmer gewesen, wenn die Gruppengröße auf max. 20 Personen beschränkt gewesen wäre.

Die Gruppe ist wie eine Gemeinde auf Zeit bzw. eher vorläufig. Wie haben Sie für sich selbst nach dem Kurs weitergemacht?

Ich hatte gelegentlich noch Email-Kontakt zu Kursteilnehmern, dies ist mittlerweile jedoch „eingeschlafen“. Ich singe engagiert in der Kantorei der Frauenkirche und habe dadurch die Möglichkeit, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Gelegentlich besuche ich mit Nachbarn den Gottesdienst meiner „geografischen“ Gemeinde und freue mich an dieser Gemeinschaft. Gelegentlich lese ich christliche Literatur und tausche mich mit engsten Freunden aus.

Wie haben Sie die Osternacht erlebt?

Die Osternacht war ein unvergessliches Erlebnis. Unglaublich, wie aufgeregt ich an dem Abend war und auch während der Osternacht selber. Die Taufe habe ich sehr intensiv erlebt. Anschließend habe ich mit meinen engsten Freunden, die ich zur Taufe eingeladen hatte, noch lange erzählt und gefeiert. Ich konnte kaum einschlafen, so erfüllt war ich von einem neuen Gefühl der Geborgenheit und dem Gefühl, dass ich von nun an Teil einer großen Gemeinschaft bin. Diese erfüllten Stunden nach der Taufe werde ich wohl nie vergessen. Es war wie der Beginn eines neuen Lebens.