Fjodor M. Dostojewski »Der Großinquisitor«

Datum
Di, 14. November 2017, 20:00 Uhr

Ort
Unterkirche der Frauenkirche

Zugang
über Eingang B

Veranstalter
Stiftung Frauenkirche Dresden

Kooperationspartner

Szenische Lesung

Text Friedrich Wilhelm Junge
Piano Michael Fuchs

In zeitlicher Nähe zu Fjodor Michailowitsch Dostojewskis (1821-1881) Geburtstag am Martinstag ist in der Unterkirche der Frauenkirche die Erzählung »Der Großinquisitor« zu erleben. Seit über hundert Jahren fasziniert der tiefgründige Text, der eine besondere literarische Auseinandersetzung mit der Figur Jesu Christi ist, das Publikum: Im Sevilla des 15. Jahrhunderts erscheint der Auferstandene, dessen gutes Wirken jedoch als Störung der kirchlichen Ordnung verstanden wird. Der Großinquisitor lässt Jesus verhaften, um ihn zu verhören. Doch alle an Jesus gerichteten Fragen beantwortet der Großinquisitor selbst und hält so einen entlarvenden Monolog über Freiheit, Schuld und die Bürde der Verantwortung. »Der Großinquisitor« ist ein Auszug aus Dostojewskis Roman »Die Brüder Karamasow«, bannt aber gerade als eigenständiger Text das Publikum. 

Friedrich-Wilhelm Junge ist als Schauspieler und ehemaliger Leiter des Dresdner Brettls eine Institution. Er war langjähriges Mitglied des Ensembles am Staatsschauspiel Dresden und spielte danach an der Volksbühne Berlin, dem Bayerischen Staatsschauspiel München und der Mailänder Scala. Seiner Heimat Dresden blieb er jedoch stets verbunden. Hier gründete er 1988 das Repertoiretheater Dresdner Brettl, das seit 1994 auf dem Theaterkahn, einem nah der Altstadt vertäuten Schiff, zu finden ist. Bis Anfang 2005 blieb Friedrich-Wilhelm Junge dessen künstlerischer Leiter. Zu seinen Paraderollen gehörte der Bassist in Süskinds »Kontrabaß«, der Mephostopilis in Marlowes »Faust« und den Pilatus in Bulgakows »Der Meister und Margarita«. Zu seinen weiten Repertoire zählen aber auch Programme von Kästner, Tucholsky, Ringelnatz, Heine und natürlich Dostojewski. Dessen »Großinquisitor«, ein Kapitel aus dem Roman »Die Die Brüder Karamasow, brachte er 1991 erstmals auf die Bühne und präsentierte es insbesondere gern in Kirchen wie der Dreikönigskirche in Dresden. Nach dem großen Erfolg in der Karwoche ist das Programm nunmehr erneut in der Unterkirche der Frauenkirche zu erleben.

Ticketinformationen

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