Das Musikjahr 2016: Elemente – Schöpfung – Welt

Das Musikjahr 2016 eröffnet musikalisch neue Welten. Es präsentiert ein Programm, das um die beiden assoziativreichen Motive re | creation und welt | weit entwickelt wurde und einlädt, mit Neugier und Offenheit an die großen Themen der Kunst – Schöpfung, Aufbruch, Hingabe, Tod und Auferstehung – heranzugehen.

Klangvoll und hörenswert

Ideen, Klangreichtum und Inspiration machen das musikalische Leben der Dresdner Frauenkirche zu dem, was es ist. Das Musikjahr 2016 wird von Assoziationen zum Themenfeld »Elemente – Schöpfung – Welt« getragen. Insgesamt 126 Angebote erfüllen den Kirchraum das ganze Jahr hindurch.

Große Namen, starke Momente

Schon die künstlerischen Leitmotive zeigen, dass die Konzerte im kommenden Jahr Horizonte öffnen und neue Einblicke freigeben wollen. Dramaturgische Ausgangspunkte sind zwei Assoziationen: re|creation in der Schnittstelle zwischen dem Göttlichen, der Musik und dem Menschen und welt|weit als Verdeutlichung eines ständigen Unterwegsseins. Entsprechende Schlüsselwerke stellen Haydns Oratorium »Die Schöpfung«Rebels »Elemente« und Dvoráks Sinfonie »Aus der neuen Welt« dar. Es geht um die wesentlichen Aspekte menschlicher Esistenz: Trauer, Freude, Liebe, Konflikt, Tod und Auferstehung. Daher erklingen u.a. das Mozart-Requiem»Die vier Jahreszeiten« von Vivaldi und PiazzollaBeethovens »Eroica« und das »Schicksalslied« von Brahms.

Im Musikjahr 2016 erwartet das Publikum starke künstlerische Momente mit herausragenden Musikern. Der amerikanische Starbariton Thomas Hampson ist in der Frauenkirche erstmals in einem eigenen Konzert zu hören, dessen Programm mit Werken von Brahms, Barber u.a. er dem Publikum auch mit Worten nahebringen möchte. Anne-Sophie Mutter gibt sich nach einigen Jahren wieder die Ehre, begleitet vom London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Robin Ticcati. 

Daniel Hope ist der Frauenkirche eng verbunden und gibt im Rahmen der Frauenkirchen-Bachtage gemeinsam mit dem Pianisten Sebastian Knauer seinen ersten Soloabend. Alison BalsomLudwig Güttler und Albrecht Mayer haben sich angesagt; wohltuende Wiederbegegnungen gibt es zudem mit den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, dem Tölzer Knabenchor und dem Thomanerchor Leipzig unter der Leitung des neuen Thomaskantors und vielen weiteren mehr.

Kirchenmusik zwischen Wiederentdeckung und Neuschöpfung

Frauenkirchenkantor Matthias Grünert hat für das Musikjahr 2016 ein musikalisches Paket geschnürt, das die Begegnung mit den großen Werken der Kirchenmusik ebenso ermöglicht wie das Wiederentdecken verschollener Kompositionen bis hin zum erstmaligen Hören von Neuschöpfungen. 

Anlässlich des Jahrestages der Zerstörung Dresdens wird die a cappella-Motette »Vater vergib« Grünerts uraufgeführt. Die Vertonung der Versöhnungslitanei von Coventry steht in der Tradition des Anfang diesen Jahres erstmals musizierten »Pater noster« und wird fester Bestandteil der Programme der Chorreise sein, die den Kammerchor der Frauenkirche durch deutsche Nagelkreuzzentren führt.

In den Geistlichen Sonntagsmusiken, von denen es 22 geben wird, werden sechs Kantaten von Homilius wiedererstaufgeführt. Die vermutlich seit der Zeit des Komponisten in Dresden nicht musizierten Werke wurden in den Beständen der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek entdeckt und aufwändig für die beiden Neuaufführungen in der Trinitatiszeit und am ersten Advent aufbereitet. Ohnehin sind die Geistlichen Sonn- und Festtagsmusiken über das ganze Jahr hinweg ein sprudelnder Quell zum Entdecken sakraler Werke. Es erklingen u.a. vier große Haydn-Messen, sieben Motetten bzw. Kantaten von Bach und eine Messvertonung von Mozart. Als Dresdner Reverenz wird zudem Zelenkas »Missa Omnium Sanctorum« aufgeführt.

Musikalische Handschrift druch die Klangkörper der Frauenkirche

Bei all der kirchenmusikalischen Fülle sind die Klangkörper der Frauenkirche die tragenden Pfeiler. Chor, Kammerchor und ensemble frauenkirche gestalten – neben ihren gottesdienstlichen Verpflichtungen – insgesamt 30 Angebote aus, die von Jugendangeboten über Sonntagmusiken bis zum großen Konzert reichen. Der Kammerchor ist außer in den traditionellen Aufführungen der Johannespassion, der h-Moll Messe und des Weihnachtsoratoriums von Bach auch in Aufführungen des Mozart-Requiems, Haydns »Schöpfung« und eigens zusammengestellten Festmusiken für das kurfürstliche sächsische Haus im Abschusskonzert der Bachtage zu erleben. Der Chor führt u.a. Brahms‘ »Schicksalslied« und Mendelssohn-Bartholdys »Paulus« auf.

 

Reger & Bach

Ein Komponist, der im kommenden Jahr kirchenmusikalisch besonders gewürdigt wird, ist Max Reger. In zeitlicher Nähe zu seinem 100. Todestag führen der Chor der Frauenkirche und das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera seine »Romantische Suite« auf. Außerdem durchziehen den die Innenstadtkirchen verbindenden Dresdner Orgelzyklus, der 2016 in sein zehntes Jahr geht, Programme mit Reger-Werken.

Neben Max Reger bleibt aber natürlich Johann Sebastian Bach als musikalischer Pate von besonderer Bedeutung im kirchenmusikalischen Leben der Frauenkirche, was sich u.a. an der Neuauflage des BACHzyklus mit insgesamt 10 Konzerten und den Programmen weiterer Orgelreihen zeigt.

Starkes Partner-Netzwerk

Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27.01.) erlebt Roger „Moreno“ Rathgebs »Requiem für Auschwitz« in der Frauenkirche seine Dresdner Erstaufführung. Der holländische Sinto-Musiker schrieb das chorsinfonische Werk wider das Vergessen. „Es gedenkt der Opfer und ist gleichzeitig eine Hommage an das Leben“, erklärt Barbara Damm, Programmleiterin Musik und Musiktheater in HELLERAU. Es musizieren die Roma- und Sinti-Philharmoniker unter der Leitung von Riccardo Sahiti. HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden und die Stiftung Frauenkirche Dresden setzen damit gemeinsam ein Zeichen der Erinnerungskultur in Sachsen. 

HELLERAU ist einer von drei neuen Partnern der Frauenkirchenkonzerte, genau wie das Albertinum und die Jüdische Musik- und Theaterwoche. Sie erweitern das starke Netzwerk, das bereits langjährig mit den Dresdner Musikfestspielen, der Dresdner Philharmonie, dem Heinrich Schütz Musikfest, dem MDR Musiksommer und der Sächsischen Staatskapelle besteht.

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