»Berührungen«

Seit nunmehr fünfzehn Jahren lädt die Frauenkirche an vier Sommerabenden Nachtschwärmer zu Text und Musik in die Unterkirche ein – in diesem Jahr zum Thema »Berührungen«. Die Pianistin Almuth Schulz gestaltet die Reihe von Beginn an mit. Wir kamen mit ihr ins Gespräch.

Was zeichnet aus Ihrer Sicht die »Nachtschwärmer« aus?

Almuth Schulz: Als wir uns das Konzept der Nachtschwärmer überlegt haben, habe ich mich gefragt, was mich selbst an einem späten Sommerabend – vielleicht sogar im Urlaub – in einer fremden Stadt in eine Kirche locken könnte. Musik ohne stilistische Grenzen, Lyrik, Stille, gute Texte und Kurzgeschichten, Kerzen, ein Abendsegen, das alles in einem schönen Raum.

Was motiviert Sie, die Reihe mitzugestalten?

Almuth Schulz: Das Konzept ist immer noch stimmig und es wird nicht langweilig. Es gibt immer wieder neue interessante Themen, über die es lohnt, nachzudenken, nachzuspüren und die passende Musik dazu zu finden. Ich habe die Freiheit, die Themen mitzubestimmen und Musiker mit den passenden Instrumenten einzuladen. Außerdem steht ein wunderbarer Flügel in der Unterkirche, an dem ich mich inzwischen wie zu Hause fühle.

Das Thema der diesjährigen »Nachtschwärmer« lautet »Berührungen«. Wie kam es zu diesem Thema?

Almuth Schulz: Wir beraten am Jahresende im Team, welches Thema wir für den nächsten Sommer interessant finden und ob es dazu ausreichend Unterthemen für vier Abende gibt. So kamen wir diesmal über die Gegensätze »kalt & heiß, »spitz & stumpf«, »hart & weich« sowie »rau & glatt« auf das Thema »Berührungen«.

Wie erarbeiten Sie sich die musikalische Auswahl zum jeweiligen Thema?

Almuth Schulz: In manchen Jahren war es leichter, den Themen »passende« Instrumente zuzuordnen oder bestimmte Musikstücke oder Lieder. Das liegt bei »Berührungen« nicht auf der Hand. Das bietet mir musikalisch mehr Freiheiten.

Ich habe mit jedem meiner musikalischen Partner ein gemeinsames Repertoire, aus dem wir schöpfen können, dazu kommen ab und zu freie Improvisationen, neue Kompositionen, Gedichte, die mit Musik unterlegt werden, Jazzstandards oder Songs, die vom Text her zum Thema passen.  

Ein spannender Moment ist, wenn ich die endgültige Textauswahl bekomme und versuche, die richtige Musik an die richtige Stelle zu setzen, da feile ich oft bis kurz vor Beginn. Es ist mir immer wieder eine große Freude, wenn Texte und Musik zu einem runden Abend verschmelzen.

von Mandy Dziubanek

Die Abende im Überblick

Nachtschwärmer-Meditationen »Die Dinge des Lebens«
an den vier August-Freitagen jeweils 22.22 Uhr | in der Unterkirche (Zugang über Eingang F) | Eintritt frei

Fr 04. August | 22.22 Uhr | »kalt & heiß«
Text Sylvia Karthäuser | Tobias Petzoldt
Klavier Almuth Schulz

Fr 11. August | 22.22 Uhr | »glatt & rau«
Text Stephan Bischof | Karin Schwarke
Saxophon Thomas Seibig | Klavier Almuth Schulz
Fr 18. August | 22.22 Uhr  »hart & weich«
Text Cornelia Reimann | Pfarrer Holger Treutmann
Violoncello Juliane Gilbert | Klavier Almuth Schulz
Fr 25. August | 22.22. Uhr | »spitz & stumpf«
Text Pfarrerin Angelika Behnke | Stephan Bischof
Gitarre Frieder Zimmermann | Klavier Almuth Schulz