Das musikalische Leben erwacht: Rezensionen von 2005 bis 2007

Das musikalische Leben in der Frauenkirche wurde von Beginn an durch Rezensenten und Kritiker begleitet. Hier finden Sie Auszüge aus Rezensionen zu Konzerten von der Weihe 2005 bis 2007:

  • Auswahl an Pressestimmen von 2005

Über die Aufführung Bachs h-Moll Messe mit dem Kreuzchor: „Die Stimmen des Chores verschmolzen zu einem kulturvollen Klang mit großer Wirkung. Diese Aufführung war auch für die Kruzianer etwas Besonderes. Die instrumentale Seite zeigte sich dieser Qualität absolut ebenbürtig. So wurden die einzelnen Vorspiele zu wahren Delikatessen, so hörten wir die zahlreichen Soli in einer Präzision und Musikalität die nur begeistern konnte.“ (Dresdner Neueste Nachrichten vom 7. November 2005)

Zu Siegfried Matthus’ „Te Deum“: „Hier blieb wohl keiner ungerührt! Kinderstimmen riefen zurück ins Leben, interpretierten Reime im hübschen Klanghabitus der Holzbläser und klingelnden Schlagwerk. Nach allem Jubelgesang, in den sich am Schluss das Glockenläuten der Kirche einfügte, blieb beim „Amen“ mit dem engelhaften Klang der Kinderstimmen ein mahnendes Gedenken im Raum.“ (Sächsische Zeitung vom 14. November 2005)

Über den ersten Auftritt des Windsbacher Knabenchores: „Das Ensemble überzeugte mit Geschlossenheit, weicher Homogenität des Klangs, Ausgeglichenheit der Stimmen und bestechender Textverständlichkeit. Mit weiten, dennoch detailliert genauen Bewegungen führte Beringer die knapp 70 jungen Sänger zu dynamisch hervorragend gestalteten Interpretationen.“ (Dresdner Neueste Nachrichten vom 14. Dezember 2005)


  • Auswahl an Pressestimmen von 2006

Zur erstmaligen Aufführung von Mendelssohns „Elias“: „Es ist ein gewaltiges Kunstwerk, riesig in der Gesamtanlage, kunstvoll ausgeführt, mit reizvollen Details, großer theatralischer Geste und einem eindeutigen Bekenntnis zu Gott und seinem Heilswerk. Gerade deswegen passt der Elias zur Frauenkirche. MDR-Chor und –orchester unter Fabio Luisi brachten das Mendelssohnsche Oratorium am Dreikönigstag dort zur Aufführung. Sie wurde zu einem begeisternden Erlebnis, dass mit großem Applaus und stehenden Ovationen endete.“ (Dresdner Neueste Nachrichten vom 9. Januar 2006)

Zur Aufführung der 9. Sinfonie von Hans Werner Henze: Wenn die „Nacht im Dom“ als zentrale Episode von Hans Werner Henzens neunter Sinfonie mit ihren expressionistischen Klangfarben den Raum der Frauenkirche durchdringt, dann findet diese Musik einen genuinen Aufführungsort. Die monumentale Besetzung des siebensätzigen Werks bündelt sich in der Akustik des Kirchraums zu einer klanglichen Intensität, die die ins Kollektiv des Chores vervielfachte Ich-Perspektive des Librettos noch weiter potenziert. Es entstehen Klangerlebnisse die unmittelbar nahe gehen, betreffen, berühren. (Julia Waldstein in den Dresdner Neueste Nachrichten vom 17. Februar 2006)

“Vom Saulus zum Paulus“ Mendelssohns Oratorium in der Frauenkirche: „Wunderbar gelangen leise Passagen, etwa der eindringliche Chor „Saul, Saul, was verfolgst du mich“ oder der zarte Choral „O Jesu Christe, wahres Licht“. Die prachtvolle Architektur der großen Chöre entfaltete sich angemessen in ihrer pathetischen Größe. Alles in allem wird der Chor vor allem wegen seines weichen Klangbildes im Ohr bleiben.“ (Mareille Hanns in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27. März 2006)   

„Julia Fischers Superkonzert“: „Die bildhübsche und hochbegabte Geigerin Julia Fischer musizierte am Dienstagabend mit der Staatskapelle in der Frauenkirche und schenkte den Dresdnern ein Fest für Augen und Ohren. In Dresden kamen rund 2000 Zuhörer in den Genuss eines Konzertes der Superlative: Julia Fischer begeisterte das Publikum des lange ausverkauften Konzertes durch Musikalität, technische Perfektion, sowie durch ihre charmante Ausstrahlung.“ (Dresdner Morgenpost vom 14. April 2006)

Über die Aufführung der Johannes-Passion in Kammerbesetzung: „Kammerchor, kleines Orchester. Und siehe da: Strukturen blieben durchhörbar, klangliche Differenzierungen wurden möglich. Freilich weiß der Frauenkirchenchor, wie deutlich zu artikulieren ist, wie man mit den langen Nachhallzeiten zurechtkommt. Matthias Grünert und sein Chor setzten auf Klangschönheit und plausible Gestaltung. Eine sehr gute Chorleistung! (Mareille Hanns in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18. April 2006)

Streicher-Zauber in der Frauenkirche: Der Australische Kammerchor musizierte am Sonnabend in der Frauenkirche. Ihr mitreißender, enorm energiegeladener Auftritt ließ denken, dass sie den Raum besonders mochten. Zu Recht reagierte das Publikum im ausverkauften Haus besonders enthusiastisch auf die klingende Begegnung Vivaldis mit dem 1961 geborenen Australier Dean. Fazit: Beeindruckender, energiegeladener, aber auch sinnlicher Konzertabend.“ (Sächsische Zeitung vom 8. Mai 2006)

„Schwingen und Federn“: Die mit Beifall gekrönte Wiedererweckung der „Bronzeschlange“ von J. D. Zelenka in der Frauenkirche basiert auf dem großartigen Spiel des von Matthias Jung vorzüglich geführten Dresdner Barockorchester. Die Musik atmete und pulsierte, das war ein Schwingen und Federn mit beseelter Präzision, und obwohl die Klangstruktur trotz launiger Akustik bis in die feinsten Verästelungen verfolgt werden konnte, ging nie die Kraft verloren.“ (Jens-Uwe Sommerschuh in der Sächsischen Zeitung vom 31.Mai 2006)

Kammerorchester Basel zu Gast in der Frauenkirche: „Das sehr schnelle, niemals forcierte Tempo führte zu größeren Bögen und machte die Architektur der Sinfonie plastisch. Harmonische Übergänge nahm der Dirigent nicht selbstverliebt verlangsamend, sondern selbstverständlich, fast Klausel-ähnlich. Die Wirkung ist immens. Niemals aber vergaß McCreesh dabei das Atmen und Schwingen der Musik und erreicht so einen organischen Fluss.“ (Alexander Keuk in den Dresdner Neusten Nachrichten vom 21. August 2006)

zum gleichen Konzert: "Solch eine in allen Orchestergruppen nachvollzogene Deutung sollte eigentlich in der Mozartrezeption mittlerweile Standard sein, lässt sich aber nur in darauf spezialisierten, hochrangigen Ensembles wie dem Kammerorchester Basel - hier unter der Leitung von Paul McCreesh - realisieren." (Alexander Keuk in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22. August 2006)

Janáck-Philharmonie Ostrava zu Gast: „Es war eine Freude, die effektvolle Polka zu hören, die Grazie der Sousedská aufzunehmen. Und im abschließenden Furiant war die Spiellust nicht mehr zu zügeln. Es folgte ein subtil ausgeleuchtetes Andante, ein herzhaft zupackendes Menuett und ein aufrüttelndes Finale – eine geschlossene und äußerst gelungene Interpretation.“ (Mareille Hanns in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 6. November 2006)

Über den Auftritt des Amsterdamer Barockorchesters: „Es war erstaunlich, wie in allen Werken ein schlanker, jedoch nie dünn werdender Klang dominierte. Dieser Klang war elastisch und federnd, dabei so transparent, dass jede Einzelstimme verfolgbar blieb. Selbst bei sehr schnellen Tempi waren Phrasierungen und Artikulation einheitlich und fehlerlos. Die Musik erhielt einen tänzerischen Gestus.“ (Peter Zacher in der Sächsischen Zeitung vom 18. September 2006)
 
zum gleichen Konzert: "Es war erstaunlich, wie bei Ton Koopman und dem Amsterdam Baroque Orchestra in allen Werken ein schlanker, jedoch nie dünn wirkender Klang dominierte. Dieser Klang war elastisch und federnd, dabei so transparent, dass jede Einzelstimme verfolgbar blieb. Selbst bei sehr schnellen Tempi waren Phrasierung und Artikulation einheitlich und fehlerlos." (Peter Zacher in der Sächsischen Zeitung vom 18. September 2006)

  • Auswahl an Pressestimmen von 2007

"Jordi Savall und sein Concert des Nations zeigt mit Barockmusik, dass Menschen vor 300 Jahren in ihren Empfindungen nicht anders waren als heute und in Musik das Mittel sahen, sie am edelsten auszudrücken: Eleganz und eine tief atmende, seelenvolle Wärme bestimmten den Abend… virtuos und vielfarbig, Klänge wie Malerei." (Hartmut Schütz in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17. April 2007)

"Das Originalklangensemble Concerto Köln zelebrierte unter der Leitung von Stefano Montanari spätbarocke Klangkultur wie sie in dieser Reinheit bislang selten zu hören war." (Jens-Uwe Sommerschuh in der Sächsischen Zeitung vom 16. Juli 2007)

Beethovens berührende Bandbreite - Paavo Järvi leitete in der Frauenkirche ein unvergessliches Konzert: "Auch am hellerlichten Tage noch ist die Erinnerung an diesen Beethoven-Sonnabend in der Frauenkirche erregend. Viktoria Mullova wurde für ihre überirdische Interpretation des Violinkonzerts gefeiert, für ihr traumwandlerisches Zusammenspiel mit Paarvo Järvi (...), für ihre unerhört moderne, noch nie gehörte Kadenz, für ihre bezaubernde Aura." (Jens-Uwe Sommerschuh in der Sächsischen Zeitung vom 27. August 2007)

"Nach ihrer „Around-the-World“-Tournee bei der die Deutsche Kammerphilharmonie  Bremen unter ihrem Dirigenten Paavo Järvi mit Interpretationen von Beethoven-Sinfonien in Japan, Kanada und den USA auftraten, gab sie am Wochenende ein Konzert in der Frauenkirche in Dresden. Es fand im Rahmen einer renommierten Musikreihe der Kirche statt… die Zuhörer zeigten sich begeistert." (Michael Pilz-Grewenig im Weserkurier vom 29. August 2007)