Steinerne Glocke
Die steinerne, glockenförmige Kuppel der Frauenkirche ist in ihrer Form einzigartig und gilt als der größte derartige Bau nördlich der Alpen. Sie war allerdings sowohl vor als auch nach der Fertigstellung immer wieder Gegenstand von Diskussionen.
In der ursprünglich von George Bähr 1722 zur Begutachtung eingereichten Planung war zunächst eine kupfergedeckte Holzkuppel vorgesehen. Diese Variante war jedoch zu teuer. So schlug Bähr vor, die Kuppel teilweise oder ganz aus Stein zu fertigen. Als problematisch wurden jedoch die hohe Last und die fragwürdige Wetterfestigkeit einer solchen Kuppel angesehen. Gutachten wurden eingeholt und George Bähr mehrfach befragt, ehe 1733 ein Vertrag über die Ausführung in Stein geschlossen wurde.
1736 wurde die Kuppel fertig gestellt, doch schon bald kam es an den Innenpfeilern und Verbindungsbögen zu Rissen. Der Rat der Stadt forderte neue Gutachten zur Standfestigkeit an. Diese kamen zu widersprüchlichen Ergebnissen: von der Würdigung der Leistung Bährs bis hin zur Forderung nach einer vollständigen Abtragung der Kuppel.
Letztendlich entschied man sich für ein Belassen der Kuppel und ein Aufsetzen einer leichteren als der von Bähr geplanten Laterne. Deren Fertigstellung erlebte Bähr jedoch nicht mehr, er war bereits 1738 gestorben.




