Eine besonders junge Gemeinde

Kinder, die in den Jahren 2013 und 2014 in der Frauenkirche ihre Taufe empfangen haben, sind mit ihren Familien und Paten Ende Mai zum Taufgedächtnis eingeladen. Dafür wird der Hauptgottesdienst speziell ausgestaltet.

Wenn sich am Sonntag Exaudi am 28. Mai die Gemeinde zum Morgengottesdienst versammelt, wird sie wohl jünger und quirliger sein als sonst. Denn viele der 3- bis 5-jährigen Mädchen und Jungen, die vor drei oder vier Jahren in der Frauenkirche getauft wurden, kehren dann mitsamt ihren Eltern, Geschwistern und natürlich den Taufpaten an den Ort ihrer Taufe zurück. Gemeinsam wollen sie sich an ihre Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen erinnern lassen. 

Eine besondere Rolle wird dabei ein Kleidungsstück spielen, das einige der Täuflingskinder selbst trugen: das Taufkleid. Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt beobachtet, dass diesem Gewand wieder eine wachsende Bedeutung zugemessen wird und erläutert die damit verbundene Symbolik. "Immer mehr Eltern legen ihrem Kind heute zur Taufe wieder ein Taufkleid an. Es verdeutlicht, dass die Täuflinge durch Gott geborgen und geschützt sind wie durch ein Kleid – von Kopf bis Fuß", erklärt Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt.

Trotz ihrer besonderen Funktion seien Taufkleider zumeist eher schlicht, dafür aber lang und weiß. Aus gutem Grund, wie Pfarrer Feydt erklärt: "Weiß ist ein Zeichen des Neubeginns. Die Länge symbolisiert, dass die Kinder mit ihrem Leben in Gottes Obhut hineinwachsen können."

Wieder auflebende Tradition

Einige solcher Taufkleider werden dann auch im Kirchraum der Frauenkirche zu entdecken sein, denn mehrere Familien haben zugesagt, ihres mitzubringen und auch die mit ihm verknüpfte Geschichte zu erzählen. So auch die Dresdner Familie Scheibner. Die drei Kinder Emilia, Oscar und Alva wurden in der Frauenkirche getauft und ihre Namen sind in das Taufkleid eingestickt. Eher unfreiwillig allerdings auf ein neues, denn eigentlich wird ein solches Festkleid von Generation zu Generation weitergegeben. Das greift den Gemeinde- und Gemeinschaftsgedanken auf eigene Weise auf.

"Es gab ein Taufkleid in Familienbesitz, in dem mein Vater getauft wurde", erzählt Judith Scheibner. "Es wurde zusammen mit einem Stubenwagen und anderen Erinnerungsstücken auf dem Dachboden meiner Großeltern aufbewahrt." Doch wie sich herausstellte, fiel es einer Entrümpelungsaktion zum Opfer. "Mein Großvater machte drei Generationen Frauen unglücklich, als er meinte, dass er »das alte Zeug entsorgt« habe." So wurde ein neues Kleid angeschafft, das liebevoll verziert das neue Familientaufkleid werden soll. "Ich würde mir wünschen, dass unser neues Taufkleid auch von meinen Brüdern für ihre Kinder genutzt und dass es weitergegeben wird", hofft Judith Scheibner.

Taufe als fester Bestandteil des geistlichen Lebens in der Frauenkirche

Seit den ersten Taufen im Dezember 2005 sind inzwischen mehr als 670 Kinder und 200 Erwachsene in der Frauenkirche getauft worden. Einmal monatlich besteht sowohl im morgendlichen Hauptgottesdienst als auch in einem eigenen nachmittäglichen Taufgottesdienst die Möglichkeit, hier in die Christengemeinschaft aufgenommen zu werden. 

Tauferinnerungsgottesdienste werden in der Frauenkirche ca. aller zwei Jahre gefeiert. Besonders eingeladen sind die jungen Täuflinge zweier jeweils ausgewählter Jahrgänge; in diesem Jahr die 110 Jungen und Mädchen der Jahre 2013 und 2014. Selbstverständlich sind aber alle Gäste, die den Gottesdienst mitfeiern wollen, herzlich willkommen. 

Exaudi | Sonntag, 28. Mai 2017 | 11 Uhr

Gottesdienst mit Taufe und Taufgedächtnis der Kinder

Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke
Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt
Orgel Frauenkirchenorganist Samuel Kummer