Vermessung
Damals wie heute sind Vermessungen unverzichtbarer Bestandteil des Bauvorhabens. Sowohl beim Planen, bei der Durchführung als auch bei der Qualitätskontrolle sind exakte Prüfungen unabdingbar. Allerdings profitieren die heutigen Baumeister von modernsten Messmethoden und Messmitteln.
So wie jeder Bauherr den zu bebauenden Raum absteckt, war auch für die Frauenkirche eine genaue Definition des Baubereiches notwendig. Dieser wurde aber nicht nur in der Horizontalen, sondern auch in der Vertikalen festgelegt. In der Ebene wurde Baulagenetz definiert. Damit wurde die Grundfläche in Planquadrate eingeteilt, die später die Orientierung und Zuordnung erleichterten. So konnte bspw. die Lage der Ruinenteile genau beschrieben oder exakt festgelegt werden, wo die Hauptachsen der Frauenkirche verlaufen müssen. Um auch unveränderliche Höhenpunkte festlegen zu können, wurde auf der Vertikalen ein so genanntes Höhefestpunktfeld definiert.
Vergleichbar mit einem dreidimensionalen Koordinatensystem war es nun bspw. möglich zu prüfen, ob die Bauteile in der exakten Position und Höhe waren oder ob sich der Baugrund oder das Mauerwerk mit steigender Last verformten. Durch einen ständigen Abgleich der Soll- und der Ist-Werte konnte die notwendige Präzision sichergestellt und außerplanmäßige Spannungen im Bauwerk vermieden werden.
Für die permanenten Vermessungen wurden speziell entwickelte Computerprogramme eingesetzt. Mit ihrer Hilfe waren dreidimensionale Darstellungen möglich: So konnten alle Bauteile räumlich abgebildet und deren Position im Bauwerk vorab definiert und nachträglich überprüft werden.



