Konzerte in der Frauenkirche bis auf Weiteres abgesagt

Als Reaktion auf die angespannte Pandemielage und aus Verantwortung für Gäste und Mitwirkende sagt die Stiftung Frauenkirche Dresden alle nicht-geistlichen Publikumsveranstaltungen bis zum Jahreswechsel ab. 

Aufgrund der dramatisch zugespitzten pandemischen Entwicklung im Freistaat Sachsen mit Inzidenzzahlen in noch nie dagewesener Höhe und inzwischen restlos ausgeschöpfter Kapazitäten in den Krankenhäusern hat sich die Stiftung Frauenkirche Dresden zu einer einschneidenden Maßnahme entschieden. Ab Montag, 22. November, sind vorerst alle Konzerte und Wortveranstaltungen mit Publikum abgesagt. Dies gilt zunächst bis zum Neujahrstag.

Davon ausdrücklich ausgenommen sind geistliche Angebote wie die sonntäglichen Gottesdienste und die täglichen Mittags- und Abendandachten „Wort & Orgelklang“. Sie finden unter genauer Beachtung aller Maßnahmen zum Gesundheitsschutz statt. 

Die beiden Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden, Maria Noth und Frauenkirchenpfarrer Markus Engelhardt, äußern sich hierzu:

„Diese Entscheidung fällt uns äußerst schwer. Wir haben sie nach einem langen Ringen und unter Abwägung diverser unterschiedlicher Aspekte getroffen. Sie ist auch deshalb einschneidend, weil die Advents- und Weihnachtszeit alljährlich den Höhepunkt des kulturellen Lebens an der Frauenkirche markiert. Und zumal in der dunklen Zeit der Pandemie ist es uns wichtig, der Sehnsucht vieler Menschen nach Erfahrungen von Licht und Schönheit mit unseren Angeboten zu begegnen. Die bedrohliche Entwicklung der Infektionszahlen fällt demgegenüber aber zu schwer ins Gewicht.

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat mehrfach und unmissverständlich betont: ‚Jede Veranstaltung, die jetzt nicht stattfindet, ist ein Gewinn.‘ Diese Aussage müssen wir sehr ernst nehmen.

Als Stiftung Frauenkirche Dresden sehen wir uns ethisch in einer herausgehobenen Verantwortung, weil die Frauenkirche durch ihre singuläre Geschichte wie kaum ein zweiter kirchlicher Ort für ungewollte schuldhafte Verstrickungen und für die Verletzlichkeit menschlichen Lebens steht.

Diese Vulnerabilität des Menschen erfahren wir seit Beginn der Pandemie immer wieder neu. Es ist Kernbestand des christlichen Menschenbildes, für das die Frauenkirche als Gotteshaus steht, dass der Mensch nicht das Maß aller Dinge ist, sondern bruchstückhaft, angewiesen und verletzlich bleibt. Daraus ergibt sich aus unserer Sicht zwingend, dem gegenseitigen Schutz als gelebte Nächstenliebe den Vorzug vor dem Erlebnis des Schönen zu geben. Letzteres tut zwar der Seele gut, setzt aber den Leib einem unkalkulierbaren Risiko aus. Dies gilt, wie wir inzwischen wissen, leider auch bei Anwendung der sogenannten G-Regeln.“

Tickets werden erstattet

Die Stiftung bittet alle, die sich auf adventliche und weihnachtliche Konzerte in der Frauenkirche gefreut oder schon Karten dafür gebucht hatten, um Verständnis. In den nächsten Tagen werden alle Gäste informiert und über die Möglichkeiten zur Ticketerstattung in Kenntnis gesetzt. Gleichwohl wird die Rückabwicklung einige Zeit in Anspruch nehmen. Dankbar ist die sich selbst tragende Stiftung für jede und jeden, der sich für eine – ggf. anteilige – Ticketpreis-Spende entscheidet. 

Auf einen Blick

Absagezeitraum: 22.11.-01.01.2022
Abgesagte Formate: Konzerte, kirchenmusikalische Veranstaltungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen 
Weiterhin findet statt: Gottesdienste, Andachten, Offene Kirche, Kuppelaufstieg (das ZDF-Adventskonzert wird ohne Publikum aufgezeichnet)

Formular zur Ticketrückgabe