Erinnern und Versöhnen: 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

Vor 80 Jahren marschierte die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Mit dem „Unternehmen Barbarossa“ begann ein beispielloser Vernichtungskrieg. Die Erinnerung daran impliziert das Bekenntnis der Schuld, die Bitte um Vergebung und die Hoffnung auf Versöhnung. Sie bedeutet eine bleibende Verpflichtung gegenüber jenen Völkern, über die die Deutschen so viel Leid gebracht haben. Keine gegenwärtige Frage oder Kritik im Blick auf die postsowjetischen Staaten darf dies relativieren.

Die dreiteilige Veranstaltungsreihe betrachtet die Praxis der Verständigung und Versöhnung von kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, betrachtet Erinnerungskulturen von Ländern der ehemaligen Sowjetunion und Deutschlands und thematisiert die aktuellen deutsch-russischen Beziehungen. 

27.05. 18:00-19:30 Uhr | Versöhnung in der Praxis

»Versöhnung in der Praxis: Kirchliche und zivilgesellschaftliche Partnerschaften«

Online-Veranstaltung (Zoom)
Anmeldung: sabine.laake@remove-this.evlks.de

Am 22. Juni 1941 wurde der Startbefehl des „Unternehmen Barbarossa“ gegeben: Der europäische Teil der Sowjetunion sollte mit dem Überfall ausgehungert, die Eliten ermordet und das Land germanisiert werden. Dies ist eines der grausamsten Verbrechen des nationalsozialistisch geführten Deutschlands. Vergegenwärtigung und Erinnerung bedeutet für uns heute, Scham zuzulassen und die Bitte um Vergebung aufrecht zu erhalten. Die Kirchen haben nach dem Zweiten Weltkrieg die Versöhnung und ihre lebendige ökumenische Aneignung exemplarisch gelebt. Zur Begründung heißt es in einer Erklärung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 16. März 1966: „Hinter uns liegt eine Zeit nationalistischer Übersteigerung. Dieser Geist hat großes Unheil angerichtet“. Kirchliche und zivilgesellschaftliche Aktivitäten in den komplizierten Beziehungen der Gegenwart kommen durch Akteure zur Sprache.

Dr. Urszula Pekala, Projektkoordinatorin der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung
Stefan Melle, Geschäftsführer Deutsch-Russischer Austausch e.V., Berlin
Eva Gorbatschow, Pfarrerin, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden
Zoia Kashafutdinova, Sozialarbeiterin, Regionalgruppe Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Dresden

Moderation
Michael Zimmermann, Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit
Stephan Bickhardt, Direktor und Studienleiter Religion

VERANSTALTUNGSFLYER

08.06. 18:00-19:30 Uhr | Die langen Schatten der Vergangenheit

»Die langen Schatten der Vergangenheit: Erinnerungskulturen um den Überfall auf die Sowjetunion«

Online-Veranstaltung (Zoom)
Anmeldung: sabine.laake@remove-this.evlks.de

Vor 80 Jahren marschierte die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Vernichtungskrieg und Holocaust im Osten forderten Millionen Todesopfer. Sie hinterließen ein zerstörtes Land und eine kriegsversehrte und traumatisierte Bevölkerung. Nahezu jede Familie in Belarus, der Ukraine und Russland war und ist betroffen von dem Leid, das die deutsche Wehrmacht über sie brachte. Dennoch stellen Erinnerungskulturen in Deutschland und in den postsowjetischen Nachfolgestaaten andere Gedenktage ins Zentrum. Was wird im Kontext von Überfall, Vernichtungskrieg und Holocaust im Osten erinnert? Wer erinnert – und wie? Wie spiegeln sich in Erinnerungskulturen Vorstellungen von Krieg und Frieden, Recht und Gerechtigkeit, Staat und Bevölkerung, Gemeinschaft und Individuum, Vergangenheit und aktuellen Politiken? Wie können öffentliche Erinnerungsdiskurse zur Versöhnung beitragen? Ein Impulsvortrag zum »Unternehmen Barbarossa« durch Dr. Ekaterina Makhotina eröffnet den Abend. Ein kenntnisreich besetztes Podium bietet nachfolgend vielschichtige Perspektiven.

Dr. Anke Giesen
, Mitglied des Vorstands von MEMORIAL Deutschland; Mitglied im Vorstand von MEMORIAL International, Schwerpunkt Historische Aufarbeitung, Erinnerungskultur
Dr. Ekaterina Makhotina, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Abteilung für Osteuropäische Geschichte, Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn
Dr. Urszula Pekala, Projektkoordinatorin der Gedenkstätte Kreisau für Europäische Verständigung

Moderation
Dr. Julia Gerlach, Studienleiterin Evangelische Akademie Sachsen

VERANSTALTUNGSFLYER

22.06. 18:00-19:30 Uhr | Russisch-deutsche Beziehungen

»Russisch-deutsche Beziehungen 80 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion«

Online-Veranstaltung (Zoom)
Anmeldung: sabine.laake@remove-this.evlks.de

Am 80. Jahrestag des Überfalls der Wehrmacht auf die Sowjetunion stehen die aktuellen, nicht immer einfachen, Beziehungen zwischen Russland und Deutschland im Mittelpunkt. In vielen Bereichen der Beziehungen beider Lände überlagert der außenpolitische Diskurs die gelingenden Beispiele der Zusammenarbeit. An diesem dritten Abend der Veranstaltungsreihe wollen wir die aktuellen Herausforderungen in den deutsch-russischen Beziehungen wahrnehmen. Vor allem soll der Frage nachgegangen werden, wie die Beziehungen zukünftig konstruktiver gestaltet werden können und worauf es aufzubauen gilt. Wie prägt das Erinnern an den Überfall den aktuellen politischen Diskurs? Welche Funktionen leisten die öffentlichen Erinnerungsdiskurse im Hinblick auf Versöhnung? Was kann Politik, was Zivilgesellschaft zu einer friedlichen Erinnerungskultur und einem versöhnlichen Miteinander beitragen und vor welchen Herausforderungen stehen wir dabei?

Martin Dulig
, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Dr. Irina Scherbakowa, Memorial International
Prof. Dr. Klaus Segbers, Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropa-Studien und Professor für Internationale Beziehungen am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin

Moderation
Andreas Dieterich, Referent für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Stiftung Frauenkirche Dresden
Dr. Julia Gerlach, Studienleiterin Evangelische Akademie Sachsen

Die Veranstaltungen finden online unter Nutzung der Plattform Zoom statt. Für die aktive Teilnahme melden Sie sich bitte bei Sabine Laake (sabine.laake@remove-this.evlks.de) an. Wenn Sie die Diskussionen nur verfolgen wollen, können Sie hier die Youtube-Livestreams verfolgen.