Joachim Gauck über Demokratie

Demokratie ist oft langsam und anstrengend. Doch der Altbundespräsident ist überzeugt: Gerade das Aushandeln von Kompromissen macht sie stark.

Am Samstag, dem 2. April, erwartet Dresden hohen Besuch. Joachim Gauck, der von 2012 bis 2017 Bundespräsident war, kommt für einen Vortrag in die Frauenkirche. Darin schaut er kritisch auf das Funktionieren unseres politischen Systems. Die Veranstaltung beginnt 16 Uhr, der Eintritt ist frei.

Besorgt nehme er Verunglimpfungen und Angriffe auf unsere politische Ordnung wahr, so der frühere Bürgerrechtler und Stasi-Unterlagen-Beauftragte. Die Strahlkraft der Demokratie habe in den vergangenen Jahren nach innen und außen spürbar abgenommen. Populisten, religiöse Fundamentalisten und Autokraten fänden mit ihren Angriffen auf liberale Demokratien zunehmend Gehör und Gefolgschaft. Daher sieht der Mann, der seit Jahrzehnten vehement für Mitbestimmung und Freiheit eintritt, das Konzept der gemeinschaftlichen Willensbildung in Gefahr – wenn sich die Menschen nicht der Stärken und Vorzüge demokratischer Strukturen besinnen.

Vom Pastor zum Präsidenten

Joachim Gauck war von 2012 bis 2017 der 11. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Als Pfarrer engagierte er sich in der kirchlichen und politischen öffentlichen Protestbewegung der DDR. 1990 leitet er als Abgeordneter der frei gewählten Volkskammer den Sonderausschuss, der die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit übersah. Danach war Joachim Gauck bis zum Jahr 2000 Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. 2003 wurde er Vorsitzender der Vereinigung "Gegen Vergessen – Für Demokratie". In vielen Reden, Vorträgen und Büchern widmete er sich ausführlich den Themen Freiheit, Toleranz und Verantwortung.

Der Vortrag findet im Rahmen des FORUM FRAUENKIRCHE statt. Er steht allen Interessierten offen. Es gilt die 3G-Regelung und FFP2-Maskenpflicht.

Veranstaltungsinfos

  • SA 02.04.2022 | 16 UHR
    »Welche Zukunft hat die liberale Demokratie?«
    Bundespräsident a. D. Joachim Gauck
    Vortrag im Rahmen der Reihe „Forum Frauenkirche“
    Hauptraum, Eintritt frei, Einlassregelung 3G
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