Forum Frauenkirche

Datum
Do, 1. Juli 2021, 19:30 Uhr

Ort
Hauptraum der Frauenkirche

Veranstalter
Stiftung Frauenkirche Dresden

»Öffentliche Theologie und Interreligiöser Dialog«
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der EKD

Vortrag im Rahmen des Jahresthemas 
»Welt im Wandel – Alles in Ordnung?«

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Das Thema

Im Hinblick auf Humanität und Toleranz zeigen die Religionen ein ambivalentes Gesicht. Jedenfalls, wenn man in den Blick nimmt, wo man sich auf Religion beruft. Abgrundtiefe Gewalt ist damit gerechtfertigt worden. Im 30-jährigen Krieg im 17. Jahrhundert diente die Berufung auf die eigene Konfession zur Legitimierung von Mord und Totschlag.  Heute berufen sich Islamisten auf Religion, um Terror und Gewalt zu verbreiten. Wie können die Religionen zu Kräften des Friedens in der Gesellschaft werden? Wie muss ein interreligiöser Dialog aussehen, der dieses Ziel fördert? Und welche Rolle kann das Christentum dabei spielen?

Der Referent

Heinrich Bedford-Strohm, bayerischer Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzender, gerade zusammen mit Kardinal Reinhard Marx mit dem Augsburger Friedenspreis ausgezeichnet, zeigt in seinem Vortrag zum Thema „Öffentliche Theologie und Interreligiöser Dialog“ eine Perspektive auf, in der gerade ein entschiedenes Christusbekenntnis als Quelle von Toleranz und friedlichem Miteinander der Religionen deutlich wird.

Die Veranstaltungsreihe

Weltweite Wandlungsprozesse gab es schon immer, doch zeigen sie sich in den letzten Jahren umfänglicher, vielfältiger und auch einschneidender. Die Globalisierung mit ihren wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen, zunehmende nationalistische und rassistische Tendenzen, gesellschaftliche Polarisierungen: die wachsende Schere zwischen Arm und Reich, Klimawandel und Migrationsbewegung lassen sich nicht solitär oder regional begrenzt betrachten. Die Corona-Pandemie wirkt hier wie ein Brennglas: Situationen und Prozesse scheinen sich zu radikalisieren, so dass Konturen schärfer hervortreten. Und: Man kann sich nicht mehr abwenden, denn Jede*r ist in irgendeiner Weise betroffen.

Die Reihe FORUM FRAUENKIRCHE will die aktuellen Veränderungsprozesse genauer in den Blick nehmen. Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft kommen ebenso zu Wort wie Bürgerinnen und Bürger verschiedener Altersgruppen, die als Betroffene ihre Sicht eintragen zu den generationenübergreifenden Fragen, inwiefern Veränderungsprozesse sich konkret auswirken, wie wir damit umgehen wollen und wo wir Verantwortung übernehmen müssen. Daraufhin zielt auch die rhetorische Frage „Alles in Ordnung?“, wenn vorhandene Ordnungen an Gültigkeit verlieren, sich als instabil erweisen, weil sie weder Gemeinschaftsstärkend noch zukunftstauglich sind.

Gerade in Dresden, insbesondere in der Mitte der Stadt – in der Frauenkirche – sehen wir es als unsere beständige Aufgabe an, aktuell drängende Fragen des menschlichen Miteinanders zu diskutieren, um Wege zur Verständigung und zu einem versöhnenden Miteinander aufzuzeigen. Auf der Suche nach Orientierung an verbindlichen Werten für ein gelingendes Miteinander von Menschen, Völkern und Religionen in der einen Welt wollen wir Impulse aussenden: für einen friedlichen Alltag und für eine friedliche Zukunft.

Eintritt frei