400 Jahre alte Musik in einem 3D Audio Dome

Seit vielen Jahren zählt das Heinrich Schütz Musikfest zu den künstlerischen Kooperationspartnern der Stiftung Frauenkirche Dresden. In diesem Jahr ermöglicht eine begehbare Installation in der Unterkirche ein Raum-Klang-Erlebnis der besonderen Art.

1619, genau vor 400 Jahren veröffentlichte Schütz seine berühmten Psalmen Davids, eine Sammlung von 26 mehrchörigen geistlichen Konzerten. Sie stehen exemplarisch für Schütz‘ Vermögen, eine geradezu überwältigende Raummusik von größter Intensität zu schaffen, ohne dass dabei feine lineare Entwicklungen und subtile Wortdeutungen verloren gehen.

Diese in ihrer Zeit extrem moderne, klangprächtige, mehrchörige Musik war Anregung und Inspiration für einen der innovativsten Komponisten und Klangkünstler unserer Tage: Fabian Russ. Er schuf eine begehbare Installation, die vom 4. bis zum 13. Oktober in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden zu erleben sein wird.

Ein Klangdom in der Unterkirche

Mit der Klanginstallation, die sich in die Gewölbeformen der Unterkirche stimmig einfügt, beschritt Fabian Russ neue Wege. Er tauchte in Schütz' komplexes Werk ein. Er gestaltete einen bewegenden Dialog mit dem Originalwerk, dessen Einspielung durch den Dresdner Kammerchor als Grundlage diente. Dabei spürte Russ den vielschichtigen Verschränkungen nach und kreierte einen ganz neuen Klangraum, der Moderne über die Jahrhunderte miteinander verbindet. Letztlich ist Schütz für ihn so ein Vorreiter der barocken „Surround“-Technik.

Der 3D Audio Dome wurde vom WISP Kollektiv aus Leipzig um Felix Deufel als Mediendesign Projekt ClinK entwickelt und realisierte erstmals die Symbiose von 3D Sounddesign und 360° Visualisierung als interaktive Umgebung. Dafür erhielt das Kollektiv 2018 den sächsischen Designpreis // Sonderpreis - Sounddesign. Eine handgefertigte Kuppel mit ihrem 3D Soundsystem aus 32 Lautsprechern bildet die technische Grundlage.

Kreative Partnerschaft

Seit nunmehr fast zwanzig Jahren findet das Heinrich Schütz Musikfest an originalen Schütz-Stätten in ganz Mitteldeutschland statt, seit 2012 auch in der Frauenkirche Dresden. In diesem Jahr eröffnen sich mit dem Klangdom-Projekt Kaleidoskop der Räume ganz neue Berührungspunkte. (Weitere Informationen dazu finden Sie HIER.)  

Schütz und die Frauenkirche

„Die Frauenkirche Dresden ist dem Werk des großen Komponisten Heinrich Schütz eng verbunden. Eine Gedenktafel im Kirchenschiffboden erinnert an den Hofkapellmeister, der in der alten Frauenkirche begraben war. Gemeinsam mit dem Heinrich-Schütz-Musikfest ist es uns ein Bedürfnis, sein OEvre nicht nur zu pflegen, sondern die Klangwelten des Frühbarock immer neu zu entdecken. Das Projekt des Klangdomes bietet hierfür eine faszinierende Chance. Die kontemplative Atmosphäre der Unterkirche erlaubt besondere Blick- und Klangbeziehungen. Tradition wird mit Moderne verbunden, Vertrautes mit Ungehörtem“, erklärt Maria Noth, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Frauenkirche Dresden. 

Der Klangdom kann zu den Zeiten der Offenen Kirche (Besichtigungszeiten) besucht werden. Er ist in der Unterkirche zu finden und frei zugänglich.

Klangdom in der Unterkirche | Zeiten

Die Klanginstallation ist vom 4. bis 13. Oktober täglich zu den Zeiten Offener Kirche zu erleben.

Fr 04.10. 10-12 Uhr | 13-18 Uhr
Sa 05.10. 10-12 Uhr
So 06.10. 13-14.30 Uhr | 19.30-21.30 Uhr
Mo-Fr 07.-11.10. 10-12 Uhr | 13-18 Uhr
Sa 12.10. 10-12 Uhr | 14-15 Uhr
So 13.10. 13-14.30 Uhr | 16-16.30 Uhr | 19.30-21.30 Uhr

Es wird empfohlen, sich im Veranstaltungskalender tagesaktuell über die genauen Zeiten zu informieren.
In die Unterkirche gelangt man vom Hauptraum der Frauenkirche aus, durch das Kirchenschiff links. 
Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Frauenkirche wird gebeten.

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Ein Angebot des Heinrich Schütz Musikfestes in Kooperation mit der Stiftung Frauenkirche Dresden, mit freundlicher Unterstützung des Carus-Verlags Stuttgart, des Dresdner Kammerchors und von MDR Kultur, gefördert von der Stiftung Kunst und Musik für Dresden.