Zwischen Himmel und Erde

Zweihunderteinundachtzig Stufen, sechs Uhr am Morgen. Und das soll ein Geheimtipp sein? Aber ja, sagen alle, die schon mal dabei waren: bei einer Andacht auf der Aussichtsplattform der Frauenkirche.

Es ist früh am Morgen. Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken. Langsam, ganz langsam erwacht die Stadt. An der Nordseite der Frauenkirche hat sich eine kleine Gruppe Menschen versammelt. Etwas müde noch, aber dennoch achtsam warten sie, bis sich die große schwere Holztür des Eingangs G öffnet.

Punkt 6 Uhr ist es soweit. Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke im langen schwarzen Talar tritt heraus. Der freche Frühsommerwind fährt ihr ins gerade sorgsam gerichtete Beffchen. Mit einem Schmunzeln begrüßt sie die Morgengemeinde. Sie lädt die etwa 50 Personen ein, mit ihr emporzusteigen. Schritt für Schritt, 281 Stufen, in der Stille.

Noch ehe die Gruppe die Aussichtsplattform erreicht, ist der warme Klang eines Saxophons zu hören. Er hilft über die letzte steile Passage im Hals der Laterne. Oben angekommen, fehlt so manchem die Luft. War es der Aufstieg, oder ist es vielmehr der fantastische Blick über die Stadt? Freude macht sich breit. Und Dankbarkeit. Für diesen Augenblick, für die Gelegenheit, für Gottes guten Geist, den man hier fast greifbar glaubt.

Ein Lied steigt auf. Ein Bibelwort ist zu hören. Hände finden sich zum Gebet. Nach dem Segenswort ist Zeit für Erinnerungsfotos. Sie gehen sofort in die Welt. Doch die stärksten Eindrücke bleiben zurück. Verweilen im Herzen derer, die den Tag auf der Kuppel der Frauenkirche begrüßt haben.

Seien Sie dabei!

Die Andachten finden zwischen Frühjahr und Spätsommer regelmäßig einmal monatlich jeweils am ersten Samstag statt. Sie stehen allen Interessierten offen. Der Eintritt ist frei; am Ausgang wird um eine Kollekte gebeten. Wir laden Sie herzlich ein, dabei zu sein. 

Morgenandachten auf der Aussichtsplattform

von Mai bis September jeweils am ersten Samstag im Monat:
4. Mai | 1. Juni | 6. Juli | 3. August | 7. September

Beginn 6 Uhr, Treff an Eingang G
Eintritt frei; um eine Kollekte wird gebeten

im Wechsel gestaltet von Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke und Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt sowie Bertram Quosdorf und Ive Kanew am Saxophon