Orgelbauer Daniel Kern ist verstorben

Mit Trauer und Betroffenheit hat die Stiftung Frauenkirche Dresden die Nachricht vom Tod Daniel Kerns aufgenommen. Wie seine Familie mitteilte, verstarb der Erbauer der Orgel der Frauenkirche im August 2019 im Alter von 69 Jahren.

„Inspiriert durch das versöhnende und friedensstiftende Grundmotiv des Wiederaufbaus der Frauenkirche wollte Daniel Kern mit seinem Instrument eine musikalische, kulturelle und friedliche Brücke bauen. Dies ist ihm bravourös gelungen, indem er ein klangreiches Werk geschaffen hat, in welchem die sächsische Orgelkultur durch Gottfried Silbermann, die elsässische durch Andreas Silbermann und die Pariser durch Cavaillé-Coll gemeinsam erklingen. Dieser Geist des musikalischen Miteinanders wird alle Musiker am Spieltisch und alle Zuhörer im Kirchraum erreichen und bewegen“, so Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt.

Daniel Kern führte seit 1977 die von seinem Vater gegründete Orgelbaufirma in Dresdens Partnerstadt Strasbourg. 2003 wurde er seitens der Stiftung Frauenkirche Dresden mit dem Bau der neuen Frauenkirchenorgel betraut. Das Instrument sollte die Silbermann-Tradition fortschreiben, aber auch den Ansprüchen der modernen Orgelliteratur genügen. Er schuf ein Instrument mit 4.876 Pfeifen und 68 klingenden Registern, die auf vier Manuale und Pedal verteilt sind. Dessen Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit werden weithin gelobt.

Neben dem Instrument der Frauenkirche Dresden finden sich weitere Kern-Orgeln auch in Frankfurt, Bremen, Salzburg, St. Petersburg, Tokio, Taipei, Dallas, Paris, Straßburg und vielen weiteren Orten.