Kulturland Sachsen geschlossen?

In einem offenen Brief zur Situation von Kultureinrichtungen unter Corona mahnen sächsische Kulturinstitutionen eine Perspektive für eine eine planbare und trotzdem achtsame Öffnungsperspektive an. Die Stiftung Frauenkirche Dresden zählt zu den Mitunterzeichnern.

Der von der Dresdner Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch initiierte Brief an die Sächsische Staatsregierung verweist darauf, dass seit fast zwei Jahren die Corona-Pandemie und deren Bekämpfung den Takt für das gesellschaftliche Leben vorgebe, natürlich auch in Sachsen. Kultureinrichtungen gehörten im März 2020 zu den Bereichen, die für mehrere Wochen schließen mussten. Weitere Kultur-Lockdowns folgten im November 2020 und 2021.

Die Kultureinrichtungen haben diese Schließung mitgetragen, um dem Gesundheitsschutz Priorität einzuräumen und in der Hoffnung, eine verlässliche Perspektive für das neue Jahr zu ermöglichen. Und auch wenn die Erfolge der rigiden Maßnahmen der Landesregierung zzgl. der Ausweitung der Impfungen anerkannt werden, fordern sie nunmehr dezidiert einen Perspektivwechsel: Kultureinrichtungen müssen auch in Corona-Zeiten als Teil der Lösung einer umfassenden Problemlage und nicht als Teil des Problems verstanden und behandelt werden.

Kein Zurück in den Kultur-Lockdown

Die Rückfalloption des Entwurfs der neuen Sächsischen Corona Notfall-Verordnung für die Zeit ab 14. Januar, die trotz strengster Hygiene-Auflagen, Beschränkung der Öffnung nur auf Geimpfte und Genesene (Ausnahme: Kinder), FFP2-Maskenpflicht und Kapazitätsbeschränkungen auf 50% und nach Quadratmetern zusätzlich noch eine maximale Kapazität von 250 Zuschauer*innen unabhängig von der Größe des Saales vorsieht, sei ernüchternd und beschreibe eher ein erneutes Schließungsszenario (und damit einem vierten Kultur-Lockdown) als eine tragfähige Öffnungsoption.

Dies ist für die unterzeichnenden Kulturinstitutionen enttäuschend. Sie fordern Wege zu einer planbaren und trotzdem achtsamen Öffnungsperspektive für kulturelle Angebote.

Den vollständigen Wortlaut des Briefes FINDEN SIE HIER