Unser Jahr als Bundesfreiwillige bei der Dresdner Frauenkirche

Seit mehreren Jahren unterstützen junge Bundesfreiwillige die Stiftung Frauenkirche Dresden. Auf dem Weg zwischen Schulabschluss und Studium tauchen sie für jeweils 12 Monate in die Arbeitswelt ein. Wir haben mit Theresa und Jonas, die 2018/19 im Pfarrbüro und im Bereich Kommunikation eingesetzt sind, über ihre Erfahrungen gesprochen.

Warum habt ihr euch für ein Bundesfreiwilligenjahr entschieden?

Theresa: Nach dem Abi 2017 und einem anschließenden Aufenthalt in Asien hatte ich nur eine vage Vorstellung davon, was ich studieren will. Als ich von einem Bekannten hörte, dass er bei der Semperoper ein Bundesfreiwilligenjahr gemacht hat, dachte ich, das könnte auch was für mich sein.

Jonas: Direkt von der Schule an die Uni wollte ich nicht. Also hab ich mich über Freiwilligendienste informiert und fand es eine gute Sache, mich auf diese Weise zu engagieren und Erfahrungen zu sammeln.

Was hat euch nach Dresden und an die Frauenkirche verschlagen?

Jonas: Als pragmatischer Schleswig-Holsteiner hab ich primär danach geschaut, wo ich eine Unterkunft hätte. Dazu gehörte Dresden, weil meine Großmutter hier lebt. So kam ich aus dem hohen Norden nach Sachsen.

Theresa: Ich komme aus dem Erzgebirge und wollte unbedingt nach Dresden. Ich mag die Stadt einfach. Und die Frauenkirche als eines ihrer Wahrzeichen und mit der besonderen Geschichte fand ich richtig spannend.

Was gehört zu euren Aufgaben?

Theresa: Ich gestalte u. a. die Andachtsblätter. Dafür habe ich extra einen InDesign-Kurs gemacht. Dass ich diese Aufgabe übertragen bekommen habe, finde ich ziemlich cool, weil mir damit richtig Verantwortung übertragen wurde. Außerdem habe ich die Chorreise mit organisiert. Ansonsten sieht man mich oft mit Notenblättern umherlaufen.

Jonas: Ich bin dem Bereich Marketing und Presse-/Öffentlichkeitsarbeit zugeordnet und hab zunächst mit vielen Terminlisten zu tun. Da die meisten davon an Medienvertreter bzw. die breite Öffentlichkeit gehen, erfordert das große Achtsamkeit. Außerdem kann ich die Webseite der Frauenkirche mitgestalten, was ich spannend finde. Auch das Erstellen des Pressespiegels und die Mithilfe bei Mailings gehört zu meinen Aufgaben.

Was macht euch Spaß, was weniger?

Theresa: Der Umgang mit so vielen verschiedenen Menschen ist toll. Ob es die Chöre sind oder die Lektoren, hier bin ich einfach gern bei allem Organisatorischen dabei. Und so etwas Herausragendes wie die Rede eines Friedensnobelpreisträgers mit vorzubereiten, erlebt man ja auch nicht alle Tage. Dafür nehme ich dann auch unspektakulärere Aufgaben wie Kopieren in Kauf. Das schult die Geduld.

Jonas: Spaß macht eigentlich alles, wo einem Verantwortung übertragen wird. Als Freiwilliger kommt man ja zunächst als Unqualifizierter daher und wird ein Jahr lang begleitet, damit man dann seine Aufgaben gut erledigen kann. Wenn ich spüre, dass ich nicht nur an der Hand geführt werde, sondern eigene Wege finden darf, freut mich das und hilft über die etwas monotoneren Aufgaben wie Listen schreiben und prüfen hinweg.

Im Rahmen eures Freiwilligenjahres könnt ihr euch ja in einem selbstgewählten Projekt ausprobieren. Was habt ihr euch ausgesucht?

Theresa: Als ich zur Frauenkirche kam, hab ich mich gewundert, warum es hier keine regelmäßigen Kindergottesdienste gibt. Das hat mir Pfarrer Feydt erklärt, aber zugleich angeboten, dass ich, sollte sich mal die Gelegenheit ergeben, mal einen mitgestalten könne. So stieß ich zu einer kleinen Gruppe, die ein solches Angebot parallel zum Handwerker-Gottesdienst im Mai organisiert. 

Jonas: Ich möchte die Frauenkirche im Social Media Bereich unterstützen. Dafür habe ich Themen für Posts aus ganz vielen Bereichen des Lebens dieser Kirche zusammengestellt und einen Redaktionsplan erarbeitet, sodass die Facebook-Freunde der Frauenkirche bald mehr über Leute und Veranstaltungen und das ganze Drumherum erfahren können.

Würdet ihr euch noch mal für ein BufDi-Jahr in der Frauenkirche entscheiden?

Jonas: Die Frauenkirche ist ein besonderer Arbeitsplatz, den ich total gerne habe, nicht zuletzt, weil ich mit offenen Armen empfangen wurde. Mir gefällt, dass es neben den Pflichtaufgaben immer auch Freiräume zum eigenen Gestalten gibt und dass ich in verschiedene Arbeitsbereiche der Frauenkirche hineinschnuppern darf - von der Offenen Kirche über die Spenderbetreuung bis zum Konzertwesen. Außerdem ist für mich die Frauenkirche tatsächlich zu einem Ort der Begegnung geworden. Die Arbeit mit und für Menschen bereitet mir große Freude. Ich erlebe, dass wenn man nett auf andere zugeht, sie diese Freundlichkeit erwidern. Das begeistert mich. Daher war es absolut die richtige Entscheidung.

Theresa: Wenn ich morgens über den wunderschönen Neumarkt auf Arbeit gehe, freue ich mich auf meine Aufgaben, weil ich weiß, dass ich Teil eines Teams bin. Ich habe meine Entscheidung noch keinen Tag bereut!


Das Gespräch führte Grit Jandura.

Wäre das auch was für dich?

Zum 1.9.2019 sind wieder zwei Freiwilligenstellen bei der Frauenkirche zu vergeben. Wenn ihr Fragen habt, richtet sie an Monika Schneider vom Pfarrbüro oder Liane Fischer von der Kommunikation. Bewerben könnt ihr euch direkt bei der Stiftung oder über den Träger LKJ Sachsen e.V.       ZUR AUSSCHREIBUNG