Zukunft gestalten: Stiften – Schenken – Vererben

Ob mit Spenden oder ehrenamtlichem Engagement: Gegenwart und Zukunft verantwortungsvoll mitzugestalten, ist für viele ein Grundsatz, der sie durch das Leben leitet. Immer mehr Menschen unterstützen gemeinnützige Zwecke dauerhaft und hinterlassen Spuren über das eigene Leben hinaus. Warum dies so ist und auf welche Weise die Frauenkirche nachhaltig unterstützt werden kann, haben wir Rechtsanwalt Arno Wolf, Fachanwalt für Erbrecht der Dresdner Kanzlei Kucklick Börger Wolf & Söllner und Maria Noth, kaufmännische Leiterin der Stiftung Frauenkirche Dresden, gefragt.

Weshalb bedenken immer mehr Menschen gemeinnützige Organisationen in ihrem Testament?
Arno Wolf:
Heutzutage haben Erblasser oftmals den Eindruck, dass ihre Angehörigen schon selbständig und wirtschaftlich ausgestattet sind. Ein weiterer Grund, eine gemeinnützige Organisation zu bedenken, ist, etwas Gutes und Bleibendes zu hinterlassen.

Warum bedenken Menschen die Stiftung Frauenkirche Dresden in ihrem Testament?
Maria Noth:
Die Frauenkirche strahlt über die Stadt hinaus und mahnt zu Frieden. Ihr Wiederaufbau ist ein einzigartiges Manifest versöhnenden und bürgerschaftlichen Engagements. Diese dauerhafte Verbundenheit vieler Menschen mit der Frauenkirche trägt das geistliche und kulturelle Leben der Kirche auch heute. Wir benötigen jährlich private Zuwendungen in Höhe von weit über einer Million Euro, um die Stiftungszwecke – den Erhalt des Bauwerks und das Leben in der Frauenkirche – zu realisieren. Die Stiftung Frauenkirche Dresden setzt damit ein einzigartiges Finanzierungskonzept um. Auch unter strikter Kontrolle der Verwaltungskosten werden die benötigten Mittel in den kommenden Jahren aufgrund zunehmender Instandhaltungsinvestitionen in das Bauwerk steigen. Ein Testament zu Gunsten der Frauenkirche bedeutet, zukünftigen Generationen eine geistliche und geistige Heimat zu erhalten und ein Kulturdenkmal zu bewahren.

Wie kann man eine gemeinnützige Organisation in seinem Testament bedenken?
Arno Wolf: 
Jede natürliche Person kann eine gemeinnützige Organisation mit dem vielfältigen erbrechtlichen Instrumentarium bedenken, etwa durch Erbschaft, Vermächtnis und andere Formen von Zuwendungen. 
Maria Noth: Gerade eine gemeinnützige Stiftung wie die Stiftung Frauenkirche Dresden bietet vielfältige und besondere Möglichkeiten, mit der Frauenkirche verbunden zu bleiben und nachhaltig in die Gesellschaft zu wirken, zum Beispiel über eine zweck- und namensgebundene Zustiftung.

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Was ist der Unterschied zwischen einer Erbenstellung und einem Vermächtnis?
Arno Wolf:
 Die Stellung eines Erben ist die eines Rechtsnachfolgers eines Verstorbenen. Dieser tritt rechtlich in dessen »Fußstapfen«. Ein Vermächtnis ist die Zuwendung eines oder mehrerer Vermögensgegenstände, die der Begünstigte als Anspruch gegen den Erben geltend machen, also verlangen kann; zum Beispiel als Geldvermächtnis oder als Stückvermächtnis, wenn es um einen Gegenstand geht. 

Was gilt es, beim Schreiben eines Testaments zu beachten?
Arno Wolf:
 Zur rechtlich wirksamen Erstellung eines Testamentes bedarf es der vollständigen handschriftlichen Erstellung und Unterschrift; es sollte auch datiert sein. Die Datierung ist bedeutsam in dem Falle, dass im Laufe des Lebens mehrere Testamente verfasst werden und es bedeutsam wird, zu welchem Zeitpunkt ein Testament erstellt wurde. Es bedarf grundsätzlich keiner notariellen Erstellung. Eine Rechtsberatung – mindestens eine kostengünstige Erstberatung – ist zu empfehlen, weil die Erfahrung zeigt, dass viele Schwierigkeiten und Konflikte nach einem Erbfall deshalb entstehen, weil in einem Testament der letzte Wille nicht eindeutig zum Ausdruck kommt. Beispielsweise werden die Worte »erben« und »vermachen« häufig synonym und deshalb falsch verwendet. Ein Kardinalsfehler ist, in einem Testament nicht eindeutig einen Erben als solchen zu bestimmen, sondern einzelne Vermögenswerte einzelnen Personen zuzuordnen. Richtig wäre, einen Erben zu bestimmen und den Anderen Vermächtnisse zuzuwenden. Ein gutes Testament ist möglichst kurz und eindeutig. Viele Worte können zwar rechtlich notwendig sein, was aber eher die Ausnahme ist.

Ab welcher Summe ist ein Testament für den guten Zweck überhaupt sinnvoll?
Arno Wolf: Es kommt nicht auf die Höhe der Zuwendung an. Viel wichtiger ist, dass Menschen ihren persönlichen Wünschen entsprechend einen guten Zweck fördern, der ihnen am Herzen liegt. Mit einer Zuwendung von Todes wegen kann man auch mit Wenigem das fördern, was einem zu Lebzeiten wichtig war.
Maria Noth: Alle Organisationen, die das Finanzamt als gemeinnützig anerkennt, also auch die Stiftung Frauenkirche Dresden, sind übrigens von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit. Der Nachlass kommt also hundertprozentig dem gewählten Anliegen zugute.

Kann die Unterstützung gezielt bestimmten Bereichen der Stiftungsarbeit zu Gute kommen?
Maria Noth:
 Mit Ihrer Zuwendung, ob als Spende, Zustiftung oder über ein Testament, entscheiden Sie, ob Sie die allgemeinen satzungsgemäßen Aufgaben der Stiftung Frauenkirche Dresden oder einen konkreten von Ihnen selbst gewählten Bereich der Stiftungstätigkeit unterstützen möchten, zum Beispiel den baulichen Erhalt der Frauenkirche, das geistliche Leben, die Jugend- und Friedensarbeit oder die Musik.

Wirkt mein Beitrag dauerhaft für die Zukunft?
Maria Noth:
 Wir legen großen Wert darauf, die dem Stiftungszweck gewidmeten Mittel sicher und diversifiziert anzulegen. Zustiftungen, Erbschaften und Vermächtnisse, die der Stiftung zufließen, bleiben erhalten und bilden einen verlässlichen Grundstock für die Zukunft. Wir danken Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Verbundenheit und Ihr Engagement!

Die Fragen stellte Mandy Dziubanek.

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Gern senden wir Ihnen die Broschüre »Zukunft gestalten. Stiften. Schenken. Vererben.« zu. Wir beraten Sie persönlich, wenn es darum geht, festzustellen, welche Form der Unterstützung der Stiftung Frauenkirche Dresden für Sie in Frage kommt und wie Ihre Zuwendung eingesetzt werden kann. Natürlich wahren wir auch Ihren Wunsch nach Anonymität. Eine Rechtsberatung dürfen wir nicht vornehmen, empfehlen Ihnen jedoch auf Wunsch einen hiesigen kompetenten Rechtsanwalt, der sich im Erbschafts-, Steuer- und Stiftungsrecht auskennt.

Ihre Ansprechpartnerin: Mandy Dziubanek | Tel: 0351 65606-225 | E-Mail: spenden@remove-this.frauenkirche-dresden.de