Oratorien und Passionen

Oratorien und Passionen gehören zum traditionellen Musikprogramm der Dresdner Frauenkirche. Dabei ist besonders das reiche Schaffen des deutsch-britischen Komponisten Georg Friedrich Händel fester Bestandteil des Konzertprogramms. In Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag Stuttgart wurden in der Reihe "Musik aus der Frauenkirche" vier der bekanntesten Oratorien aufgezeichnet: Jephtha, Samson, Saul und Solomon. Ein weiteres beeindruckendes Zeugnis geistlicher Kompositionskunst ist die Markus-Passion von Johann Sebastian Bach. Die Leidensgeschichte Christi ist nach dem Markus-Evangelium in einer beeindruckenden Aufzeichnung mit Domonique Horwitz zu hören.

Camila Nylund, Sopran
Nicole Pieper, Alt
Tilman Lichdi, Tenor 
Andreas Scheibner, Bass
Falko Hönisch, Vox Christi
Kammerchor der Frauenkirche
ensemble frauenkirche dresden
Leitung Frauenkirchenkantor Matthias Grünert

Berlin-Classics, 2018
Hörprobe

Das Werk, das Thomaskantor Johann Sebastian Bach für den Karfreitag des Jahres 1724 komponierte, fesselt auch drei Jahrhunderte nach seiner Uraufführung in Leipzig Hörer und Musiker gleichermaßen. Unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert erklang das Meisterwerk am Karfreitag 2017 in der Dresdner Frauenkirche und liegt nun als hochqualitativer Live-Mitschnitt auf Doppel-CD vor.

Johann Sebastian Bach: Markus-Passion

Dominique Horwitz, Sprecher
amarcord
Kölner Akademie
Leitung Michael Alexander Willens

CD-Reihe "Musik aus der Frauenkirche"
Carus-Verlag Stuttgart (83.244/00), 2010
Hörprobe

Kein geringerer als Max Reger bezeichnete das Oeuvre Johann Sebastian Bachs als „Anfang und Ende aller Musik“. Die immer wieder spürbare Begeisterung des Publikums in Konzerten mit Werken von Johann Sebastian Bach spricht für sich. Die Zuhörer sind gefordert und fasziniert zugleich von dem Reichtum der Harmonien, der Formen und einer Polyphonie, wie sie kein zweiter Komponist beherrscht hat. 1736 spielte Bach selbst an der berühmten Silbermannorgel der Frauenkirche. Bachs Markus-Passion gehört zu den weniger bekannten Kostbarkeiten im sakralen Schaffen Johann Sebastian Bachs. Während das Libretto in einer Gedichtsammlung vollständig erhalten ist, gilt die Musik als verschollen. Dennoch konnte das Werk aus bereits zuvor komponierten Werken wie die Kantaten „Widerstehe doch der Sünde“, BWV 54 und „Lass Fürstin, lass noch einen Strahl“, BWV 198, rekonstruiert werden. Mit der vorliegenden Einspielung aus der Frauenkirche Dresden kann die Leidensgeschichte Christi mit Anmut und Zartheit nachempfunden werden. Der bekannte Schauspieler Dominique Horwitz rezitiert den Evangeliums Text. 

Georg Friedrich Händel: Samson

Sophie Daneman, Sopran
Michael Slattery
und Thomas Cooley, Tenor
William Berger
und Wolf Matthias Friedrich, Bass
NDR Chor

FestspielOrchester Göttingen
Leitung Nicholas McGegan

CD-Reihe "Musik aus der Frauenkirche"
Carus-Verlag Stuttgart (83.425/00), 2009
Hörprobe

Georg Friedrich Händel komponierte sein Oratorium Samson 1741 unmittelbar nach der Fertigstellung seines Messiah. Die Begeisterung vieler Zeitgenossen Händels für das Werk, das von einigen höher geschätzt wurde als Messiah, lebte auch im 19. Jahrhundert fort, als Samson in ganz Europa zu den Lieblingswerken der großen Chorfeste zählte. Die Handlung erzählt von Samson, dem übermenschlich starken Anführer des Volkes Israel, der sich von Dalila verführen lässt und ihr das Geheimnis seiner Kraft verrät: Ihr Sitz ist Samsons langes Haar. Dalila schneidet es ihm im Schlaf ab, so dass die Philister Samson überwältigen können. Mit Gottvertrauen findet der Held jedoch seine Stärke wieder, bringt den Tempel der Feinde zum Einsturz und stirbt dabei in den Trümmern. Nach einer Lesung des Dramas Samson Agonistes von John Milton hatte sich Händel für diesen Stoff begeistert und wurde zu großartiger Musik inspiriert. Nicht nur die beeindruckenden Chöre der Israeliten und Philister machen das Oratorium zu einem seiner größten Meisterwerke. Nicholas McGegan gelingt es, in seiner Aufnahme aus der Dresdner Frauenkirche seine Begeisterung für Händels Samson auf alle Mitwirkenden, besonders aber auf die Zuhörer zu übertragen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn diese Einspielung zur Initialzündung für eine Wiederentdeckung im praktischen Konzertbetrieb wird.

Georg Friedrich Händel: Saul

Anna Prohaska und Ditte Andersen , Sopran
Eric Stokloßa und Maximilian Schmitt,
Tenor
Tim Mead,
Alt
Yorck Felix Speer,
Bass
Dresdner Kammerchor

Dresdner Barockorchester
Leitung Hans-Christoph Rademann

CD-Reihe "Musik aus der Frauenkirche"
Carus-Verlag Stuttgart (83.243/00), 2009
Hörprobe

Saul gehört zu den dramatischsten Oratorien Händels. Wie kaum in einem anderen Oratorium zeigt sich in seiner mitreißenden Dramatik die Nähe zur damaligen Oper. Händel findet eine Bandbreite ausdrucksstarker Charakterisierungen mit Musik, die auf herausragende Weise z. B. sowohl die Unberechenbarkeit Sauls als auch den tugendhaften Charakter Davids transportiert. Der Chor fungiert erstmals als zentraler Bestandteil einer dramatischen Handlung, übernimmt aber auch kommentierende Funktionen wie in der griechischen Tragödie. Die Partitur fordert das bis dahin farbigste Orchester bei Händel: Zusätzlich zum normalen Opernorchester kommen auch Posaunen, Harfe, Orgel, Glockenspiel sowie große Kesselpauken zum Einsatz. Im Rahmen der Händel-Serie bei Carus wird hier eine weitere Aufnahme aus der Frauenkirche Dresden mit hervorragenden Solisten sowie dem Dresdner Kammerchor und dem Dresdner Barockorchester unter Hans-Christoph Rademann vorgestellt.

Georg Friedrich Händel: Jephtha

Birte Kulawik und Miriam Meyer, Sopran
Britta Schwarz
,
Mezzosopran
Markus Schäfer,
Tenor
Patrick van Goethem,
Alt
Gotthold Schwarz,
Bass
Kammerchor der Frauenkirche
Dresdner Barockorchester

Leitung Matthias Grünert

CD-Reihe "Musik aus der Frauenkirche"
Carus-Verlag Stuttgart (83.422/00)
, 2008
Hörprobe

Ein Grandioses Alterswerk: Die Arbeit an Jephtha wurde 1751 durch die allmähliche Erblindung Händels mehrfach verzögert. In der Tat sollte es sein letztes originäres Werk werden, ehe er 1752 völlig erblindete. Die tragische Geschichte aus dem Alten Testament wird hier vom Librettisten Thomas Morell, entgegen der biblischen Vorlage, ins Gute gewandelt und das gelobte Opfer an Jephthas Tochter durch das rettende Eingreifen eines Engels verhindert. Händel gelang mit Jephtha noch einmal ein musikalischer Höhepunkt des barocken Oratoriums, das große Chöre, affektgeladene Arien und ergreifende Ensembles enthält. In der umfangreichen Carus-Serie von Händel-Aufnahmen anlässlich des 250. Todestag 2009 konnten, neben hervorragenden Solisten, mit dem Kammerchor der Dresdner Frauenkirche sowie dem Dresdner Barockorchester erneut wichtige Interpreten gewonnen werden.

Georg Friedrich Händel: Solomon

Claron McFadden, Sopran
Tim Mead,
Alt
Michael Slattery,
Tenor
Roderick Williams,
Bass
Winchester Cathedral Choir
FestspielOrchester Göttingen
Leitung Nicholas McGegan

CD-Reihe "Musik aus der Frauenkirche"
Carus-Verlag Stuttgart (83.242/00), 2007
Hörprobe

Solomon (1749) gehört zu der Serie von meisterhaften Oratorien, die Händel seit 1749 komponiert hatte. Obgleich es nicht, wie andere Händel-Oratorien, auf aktuelle politische Begebenheiten anspielt, so hat doch auch dieses Werk einen Bezug zu seiner Gegenwart: Händel huldigt einem klugen und gläubigen Herrscher aus der Antike – und damit aber auch dem goldenen Zeitalter Englands und seinem König, George II. Mit seiner farbenprächtigen, fein abgestimmten Instrumentierung, den effektvollen Chorpartien und virtuosen Soli zeigt Solomon die gesamte Bandbreite und Vielfalt von Händels Ausdrucksvermögen. Nach der Uraufführung 1749 erfolgte sechs Wochen vor Händels Tod eine weitere Aufführung, bei der das Oratorium jedoch massiv beschnitten wurde. Die vorliegende Aufnahme präsentiert das Meisterwerk auf 3 SACDs ungekürzt und in der Konzeption, die Händel intendiert hatte, und hebt sich damit aus einer Fülle verkürzter oder umgestellter Einspielungen ab. Auf der Live-Einspielung aus der Dresdner Frauenkirche musiziert der Händel-Experte Nicholas McGegan mit dem englischen Knabenchor Winchester Cathedral Choir und dem FestspielOrchester Göttingen sowie einem hochkarätigen Solistenensemble, aus dem besonders der junge Altus Tim Mead durch seine Interpretation des Solomon herausragt.