Das Nagelkreuz von Coventry
Den Schrecken des Zweiten Weltkrieges hat auch die Kathedrale von Coventry (England) erfahren. Nach der Zerstörung der Kathedrale am 14./15.November 1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Dompropst Richard Howard die Worte „Vater vergib“ in die Chorwand der Ruine meißeln. Über diesen Worten steht auf dem Altar das originale Nagelkreuz von Coventry. In der rauchenden Ruine der Kathedrale wurden nach der Zerstörung aus dem Gebälk des Deckengewölbes einige mittelalterliche Zimmermannsnägel geborgen. Drei dieser Nägel sind später zu einem Kreuz zusammengefügt worden. Aus den Teilen der Zerstörung entstand somit ein neuer Hinweis auf die christliche Hoffnung und die Heilung der Wunden des Krieges wurde sichtbar.
Inzwischen werden unter dem Zeichen des Nagelkreuzes in aller Welt in vielfältiger Weise Schritte der Versöhnung gegangen. Über 200 Nagelkreuze haben ihren Platz an Orten gefunden, wo Menschen sich unter diesem Kreuz der Aufgabe stellen, alte Gegensätze zu überbrücken und Versöhnung zu leben. In der Kathedrale von Coventry verantwortet heute Canon David Porter die internationale Versöhnungsarbeit. 160 dieser Nagelkreuzzentren stehen in lebendigem Austausch mit der Kathedrale in Coventry. So auch die Dresdner Frauenkirche, auf deren Altar das Nagelkreuz von Coventry steht. Der Ökumenische Gedenkweg in Dresden ist eine Form der gelebten Versöhnung.



