Orgelmusik in der Frauenkirche

Die Orgel der Frauenkirche, 2005 von der Orgelbaufirma Kern aus Strasbourg erbaut, beeindruckt durch ihre Vielseitigkeit. In einer besonderen Verbindung aus Tradition und Moderne vereinigen sich in ihr die Bauprinzipien der Orgeln der beiden Brüder Gottfried und Andreas Silbermann bereichert durch die typischen Stimmen eines französisch-romantisches Orgelwerkes. Anders als in vielen anderen Kirchen befindet sich das imposante Instrument über dem Altar. Ihren Klang kann man in mehreren Konzertreihen und natürlich bei Gottesdienst und Andacht vernehmen.

BACHzyklus

Die Musik Bachs ist zeitlos und stets aktuell. Sie gilt heute als Gipfelpunkt der lutherischen Kirchenmusik und als „musikalischer Ausdruck der Reformation“. Der schwedische Bischof Nathan Söderblom ging 1929 so weit, Bach als „fünften Evangelisten“ zu bezeichnen. 

So wie Bachs Vokalwerke als „klingende Predigt“ gelten, sind auch seine Orgelwerke voll von Symbolen des christlichen Glaubens. Mehr als 220 Präludien und Fugen, Konzerte, Sonaten sind überliefert: ein Schatz, der in der Dresdner Frauenkirche in einem eigens konzipierten Zyklus vorgestellt wird. Frauenkirchenorganist Samuel Kummer hat das reiche Schaffen strukturiert und auf 20 Abende passend zum Kirchenjahr verteilt. Gemeinsam mit Frauenkirchenkantor Matthias Grünert präsentiert er es an der klangschönen Kern-Orgel.

Die Konzerttermine des aktuellen BACHzyklus 2019  im Überblick:

26.01.Sa20 UhrBACHzyklus XI »Christe, du bist der helle Tag«MEHR
16.03.Sa20 UhrBACHzyklus XII »Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ«MEHR
13.04.Sa20 UhrBACHzyklus XIII »O Lamm Gottes, unschuldig«MEHR
21.04.So20 UhrBACHzyklus XIV »Christ ist erstanden«MEHR
08.06.Sa21 UhrBACHzyklus XV »Komm, Heiliger Geist, Herre Gott«MEHR
17.08.Sa20 UhrBACHzyklus XVI »Herr, Gott, dich loben wir«MEHR
04.10.Fr20 UhrBACHzyklus XVII »Jesu, meine Freude«MEHR
02.11.Sa20 UhrBACHzyklus XVIII »Die Kunst der Fuge«MEHR
04.12.Mi20 UhrBACHzyklus XIX »Nun komm der Heiden Heiland«MEHR
25.12.Mi21 UhrBACHzyklus XX »Gelobet seist du, Jesu Christ«MEHR

 

Bachs Orgelrezital

Sie war gerade geweiht, als kein geringerer als Johann Sebastian Bach sie unter seinen Händen prüfte: die von Gottfried Silbermann erbaute Orgel – ein Meisterwerk, die dem Namen „Königin der Instrumente“ vollends entsprach. Einem illustren Auditorium bereitete Bach am 1. Dezember 1736 einen zweistündigen Klanggenuss, obwohl der Kirchraum, in dem sich das Publikum versammelt hatte, noch gar nicht fertig gestellt war. Mit dem Konzert wollte der ambitionierte Thomaskantor sich für den soeben von König August III. verliehenen Titel des Churfürstlich-sächsischen Hofkompositeur bedanken. Welche Werke Bach darbot, über welche Themen und Choräle er improvisiert haben mag, ist leider nicht überliefert. Einige seiner Orgelwerke jedoch stehen in unmittelbarer Nähe zu Bachs häufigen Reisen nach Dresden. Bachs Orgelrezital lässt seine Begegnung mit der Silbermannorgel der Frauenkirche vor unseren Ohren lebendig werden. Lassen Sie sich einladen zu einer musikalischen Reise in das barocke Dresden von 1736.

Die Termine für Bachs Orgelrezitale 2019:

Di30.04.Orgel Frauenkirchenkantor Matthias GrünertMEHR
Mo02.12.Orgel Frauenkirchenkantor Matthias GrünertMEHR
Mo16.12.Orgel Frauenkirchenkantor Matthias GrünertMEHR

Dresdner Orgelzyklus

Mit der Weihe der Frauenkirche ist 2005 ein Dreigestirn großer Innenstadtkirchen entstanden, deren Orgeln im Rahmen des Dresdner Orgelzyklus im wöchentlichen Wechsel erklingen. Die Instrumente der Kathedrale, der Kreuzkirche und der Frauenkirche stammen aus den Werkstätten Gottfried Silbermann (1755), Gebrüder Jemlich (1963) und Orgelbau Kern (2005). 2017 kam schließlich mit der Eule-Orgel im Kulturpalast ein viertes Instrument hinzu. Sie alle erklingen im wöchentlichen Wechsel jeweils mittwochs, 20 Uhr. Somit wird es möglich, die Orgeln vergleichend zu hören und die verschiedenen Charaktere der Instrumente in den so konträren Räumen zu erleben.

Die Organisten der Kathedrale, der Kreuzkirche und der Frauenkirche haben dazu ein umfangreiches Konzertprogramm zusammengestellt. Höhepunkt sind in jedem Jahr die Internationalen Dresdner Orgelwochen. In den Sommermonaten sind neben den Hausorganisten Gäste aus den USA, Großbritannien, Italien, Norwegen, Schweiz, Japan oder auch Frankreich zu hören.

Die Konzerttermine 2019 in der Frauenkirche im Überblick:

30.01.Mi20 UhrKreuzorganist Holger Gehring (Krezkirche Dresden) spielt Werke von Hesse, Boël, Gigout und FranckMEHR
27.02.Mi20 UhrChristian-Markus Raiser (Karlsruhe) spielt Werke von Bach, Kittel, Hoyer und RaiserMEHR
27.03.Mi20 UhrFrauenkirchenorganist Samuel Kummer spielt Werke von Sweelinck, Bull, Cabanilles und BuxtehudeMEHR
24.04.Mi20 UhrMartin Sturm (Gewinner des Johann-Pachelbel-Preis)MEHR
15.05.Mi20 UhrRenata Marcinkute (Vilnius/ Litauen) spielt Werke von Bach, Guilmant, Seifert und litauischen KomponistenMEHR
05.06.Mi20 UhrFrauenkirchenorganist Samuel Kummer spielt Werke von Mendelssohn BartholdyMEHR
03.07.Mi20 UhrInternationale Dresdner Orgelwochen
Andrzej Chorosi?ski (Warschau, Polen) spielt Werke von Chopin, Surzynski, Sawa und Bach
MEHR
24.07.Mi20 UhrInternationale Dresdner Orgelwochen
Simon Johnson (London, Großbritannien) spielt Werke von Walton, Stanford, Parry und Johnson
MEHR
14.08.Mi20 UhrInternationale Dresdner Orgelwochen
Jan Dolezel (Prag, Tschechien) spielt Werke von Dvo?ák, Janá?ek und Novák
MEHR
04.09.Mi20 UhrInternationale Dresdner Orgelwochen
Peter Vandevelde (Antwerpen, Belgien) spielt Werke von Bach, Jongen und Weitz
MEHR
25.09.Mi20 UhrFrauenkirchenorganist Samuel Kummer spielt Werke von Gigout, Franck, Vierne und DurufléMEHR
16.10.Mi20 UhrThomasorganist Ullrich Böhme (Leipzig) spielt Werke von Kuhnau, Bach u.a.MEHR
13.11.Mi20 UhrDomorganist Markus Eichenlaub (Speyer) spielt Werke von Schmidt, Karg-Elert und HollowayMEHR

Literarische Orgelnächte

„Wenn sich Wort und Musik gegenseitig beflügeln, entsteht ein harmonisches Ganzes, das im Kerzenschein am Abend eine ganz besondere Atmosphäre schafft.“

Mit diesen Worten beschreibt Frauenkirchenorganist Samuel Kummer die besonderen Orgelmusiken, die es seit 2006 gibt und seither jährlich an den Freitagabenden im Juni stattfinden. 

Bei den Literarischen Orgelnächten bei Kerzenschein erwartet Sie ein sommerliches Kleinod der Poesie, eine harmonische Kombination aus Musik und Wort. Dabei lebt die Veranstaltungsreihe von der besonderen Atmosphäre im stimmungsvoll erhellten Kirchenschiff, vom Blick auf den angestrahlten Altar der Frauenkirche und seinen Botschaften. 

Die Literarischen Orgelnächte lassen herausragende Orgelmusik, zumeist Improvisationen in der Tonsprache des 19. – 21. Jahrhunderts, mit sorgfältig zusammengestellten Texten, die zum Herzen sprechen, ins Gewissen reden oder neue Blicke auf Vertrautes öffnen, in einen Dialog treten. Musikalisch werden sie gestaltet von Frauenkirchenorganist Samuel Kummer sowie Gastorganisten; die Texte sprechen Schauspieler des Staatsschauspiels Dresden.  

Die Termine der Literarischen Orgelnächte 2019:

07.06.Freitag21.30 UhrMEHR
21.06.Freitag21.30 UhrMEHR
28.06.Freitag21.30 UhrMEHR

Orgelnachtmusiken bei Kerzenschein

Es ist ein besonders stimmungsvoller Ausklang eines Adventssonntages: ein Konzert der Reihe "Orgelnachtmusiken bei Kerzenschein". Stets an den vier Sonntagen der Vorweihnachtszeit lädt die Frauenkirche zu vorgerückter Stunde ein, beim Klang der eindrucksvollen Kern-Orgel die Gedanken schweifen zu lassen.

Die Nachtmusiken beleben noch einmal den späten Abend in der Innenstadt: Ansprechende Orgelmusik schenkt Ihnen nach dem Besuch des betriebsamen Striezelmarkts Momente des Innehaltens. Ein geistliches Wort nimmt Bezug auf die Musik und grüßt Sie mit der adventlichen Botschaft im Schein der Kerzen: für Ihre Seele ein angenehmer Schlussakkord des Tages.

Die Termine der Orgelnachtmusiken bei Kerzenschein 2019 im Überblick:

01.12.1. Advent21 UhrWerke von Guilain, Pachelbel, Bach und KummerMEHR
08.12.2. Advent21 UhrWerke von Bach, Franck und RheinbergerMEHR
15.12.3. Advent21 UhrWerke von Liszt, Dvo?ákMEHR
22.12.4. Advent21 UhrWerke von Franck, Vierne, Dethier und KummerMEHR

Kirchenführung und Orgelklang

Die Reihe Kirchenführung und Orgelklang vereint Wort und Musik: Erläuterungen zur Geschichte, Architektur und zum heutigen Leben in der Frauenkirche werden von Orgelmusik begleitet.

Was zeichnet die Frauenkirche als einen der bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten aus? Mit welcher Motivation unterstützten weit mehr als hunderttausend Spender und Förderer den Wiederaufbau? Über die Geschichte, den Wiederaufbau und die Architektursprache des Sakralbaus gibt es viel zu erfahren. Daher bringt ein erfahrener Kirchenführer den Besuchern die Einzigartigkeit der Frauenkirche näher.

Begleitet wird die Veranstaltung von ausgewählter Orgelmusik: An der prächtigen Kern-Orgel der Frauenkirche erklingen dann, gespielt von wechselnden Organisten, Werke bekannter Komponisten wie Bach, Mendelssohn Bartholdy, Mozart, Franck oder Rheinberger.

Die Termine der Kirchenführungen mit Orgelklang 2019 im Überblick: 

10.05.Fr20 Uhr

Kirchenführung Wolfgang Baetz
Orgel Frauenkirchenorganist Samuel Kummer

MEHR
31.05.Fr20 UhrKirchenführung Heike Wiesner
Orgel Irena Renata Budryte-Kummer (Dresden)
MEHR
12.07.Fr20 UhrKirchenführung Anneliese Schulze
Orgel Ionna Solomonidou (Almaty/Kasachstan)
MEHR
09.08.Fr20 UhrKirchenführung Brigitte Funk
Orgel Florian Mauersberger (Dresden)
MEHR
20.09.Fr20 UhrKirchenführung Diana Beck
Orgel Frauenkirchenorganist Samuel Kummer
MEHR
11.10.Fr20 UhrKirchenführung Elisabeth Gretzschel
Orgel Mona Rozhdestvenskite (Vilnius, Litauen)
MEHR

 

 

Orgelmusik in Gottesdienst und Andacht

Als Sinnbild für den protestantischen Kirchenbau ist die Frauenkirche geradezu prädestiniert für eine intensive Pflege der Kirchenmusik. Damals wie heute ist sie wesentlicher Bestandteil des Lebens in der Frauenkirche. Die Architektur der Frauenkirche – Orgel zentral über dem Altar – weist in eindrücklicher Weise auf das protestantische Verständnis von Kirchenmusik hin: Musik als Verkündigung und Anbetung.

Ihrer historischen Funktion als Gotteshaus entsprechend, stehen in der Frauenkirche gottesdienstliche und kirchenmusikalische Veranstaltungen im Vordergrund. Dabei wird ureigenste protestantische Kirchenmusik zur Aufführung gebracht: Neben der Musik Johann Sebastian Bachs bereichern insbesondere auch die Werke des früheren Kreuzkantors und Frauenkirchenorganisten Gottfried August Homilius und anderer barocker Meister die geistlichen Angebote.

Der Orgelmusik wird dabei ein besonderer Stellenwert zuteil: Neben der vokalen Kirchenmusik rahmt sie die Gottesdienste; prägend ist sie selbstredend in den Andachten: Wenn die Glocken verstummt sind, eröffnet der Klang der beeindruckenden Kern-Orgel die werktäglichen Orgelandachten. Zwei weitere Male erfüllt er während der zwanzigminütigen Andachten den barocken Kirchraum und setzt damit den besonderen Rahmen.

Von Silbermann zu Kern: die Orgeln der Frauenkirche

Das kirchenmusikalische Renommee der Frauenkirche begründet sich neben dem engagierten Wirken begabter Kantoren und Organisten auch durch die besonderen Instrumente, die sie in dem barocken Kirchraum zum Klingen bringen konnten.

Die Silbermann-Orgel

Die Bähr'sche Frauenkirche schmückte einst eine Orgel des berühmten Baumeisters Gottfried Silbermann. Das 1736 fertiggestellte Instrument galt als eines seiner größten Werke und bereits kurz nach der Fertigstellung gab Johann Sebastian Bach höchstselbst auf dem Instrument ein Konzert.

1769 wurde die Orgel erstmals und 1819 erneut umgestimmt, da die im barocken Kammerton gehaltene Orgel „im Verhältnis jetziger Instrumental-Stimmung recht gut einen halben Ton zu tief“ stand. Dies sollten nicht die letzten  Veränderungen bleiben: Auch in der Folgezeit wurde die Orgel mehrfach erweitert und umgestaltet, sodass ihre ursprüngliche Klanggestalt nicht überliefert ist. 1945 wurde sie mitsamt dem Orgelprospekt vollständig zerstört.

Die Kern-Orgel

Während des Wiederaufbaus entschied man sich, ein Instrument bauen zu lassen, das die Silbermann-Tradition fortschreibt, aber auch den Ansprüchen der modernen Orgelliteratur genügt. Der angesehene Orgelbauer Daniel Kern aus dem Elsass, genauer gesagt aus Dresdens Partnerstadt Strasbourg, erhielt den Auftrag. Er schuf ein Instrument mit 4.876 Pfeifen und 68 klingenden Registern, die auf vier Manuale und Pedal verteilt sind. Seine Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit werden weithin gelobt: Hier können die Orgelwerke Bachs ebenso authentisch gespielt werden wie orgelsymphonische Werke bspw. von César Franck oder Louise Vierne.

(Die Disposition der Orgel finden Sie ... hier.)

Mehr erfahren

Viele Informationen über die neue Orgel der Dresdner Frauenkirche bietet eine (kostenpflichtige) Broschüre der Stiftung Frauenkirche Dresden, die 2015 im Sandstein-Verlag erschienen ist. Darin kommt der Orgelbaumeister ebenso zu Wort wie die Kirchenmusiker der Frauenkirche und Verantwortliche des Wiederaufbaus des Gotteshauses.

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