Friedensforum

Mit dem Friedensforum möchte die Stiftung Frauenkirche Dresden einen Raum bieten, in dem Fragen zu Frieden und Konflikt gestellt und beantwortet werden, in dem Menschen miteinander Ideen und Meinungen austauschen und sich durch ihre verschiedenen Perspektiven befruchten können.

Unter der steinernen Kuppel der Frauenkirche können Konflikte ohne Angst konstruktiv ausgehandelt werden. Die Frauenkirche steht wie vielleicht kein zweiter Ort dafür, dass wir uns versöhnen können und Frieden möglich ist – es liegt in unsere Hand.

Jahresthema 2022

»Wie gewonnen so zerronnen?
Das Friedensprojekt EU 10 Jahre nach dem Nobelpreis«

Zehn Jahre nach der Verleihung des Friedensnobelpreises für die Europäische Union für die „Verwandlung Europas von einem Kontinent der Kriege zu einem des Friedens“ steht die EU vor einer Ihren größten Herausforderungen. Es herrscht wieder Krieg in Europa. Die Werte- und Solidargemeinschaft steht unter Druck und der Umgang mit vielfältigen Krisen und die zukünftige Rolle der Europäischen Union werden in ihren Mitgliedsstaaten kontrovers diskutiert.

Aus unterschiedlichen Perspektiven aus und auf Europa wollen wir in der Frauenkirche Dresden über das Friedensprojekt Europäische Union nachdenken. Was bedeutet die gemeinsame Geschichte und Erinnerungskulturen für eine friedliche Zukunft? Welchen Beitrag zu Frieden und Sicherheit kann die EU leisten? Wie können die grundlegenden Werte der EU auch in Krisenzeiten mit Leben gefüllt werden? Wie blickt eine jüngere Generation auf die Zukunft Europas?

Veranstaltungen 2022

Im Rahmen des Friedensforums wollen wir mit verschiedenen Formaten miteinander ins Gespräch kommen. Neben klassischen Formaten wie Podiumsgesprächen, Vorträgen oder Lesungen, steht die Partizipation der Teilnehmenden mit ihren Perspektiven und Erfahrungen im Vordergrund.

Podiumsdiskussion

»Digital – Macht – Geschichte. Europäische Erinnerungskultur zwischen Populismus und Aufklärung«

Dr. Markus Pieper Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft
Charlotte Jahnz Historikerin, Stellvertretende Vorsitzende des Open History e. V.
Blanka Mouralová Politologin und Mitarbeiterin am Institut für Totalitarismusforschung Prag
Wojciech Soczewica Generaldirektor Stiftung Auschwitz-Birkenau
Moderation Dr. Roland Löffler Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung

Erinnerungskulturen sind nicht rückwärtsgewandt. Sie können Orientierung in Gegenwart und Zukunft bieten. Doch immer wieder werden Geschichtsbilder ganz bewusst zur Propaganda oder zur Desinformation eingesetzt, um damit eigene Interessen durchzusetzen. Dafür bieten der digitale Raum und die Sozialen Medien eine Plattform, in der diese Botschaften oft unwidersprochen verbreitet werden. Vor welchen Herausforderungen steht die politische erinnerungskulturelle Bildung in den nächsten Jahren?

Die Veranstaltung wird live gestreamt.

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Die Podiumsdiskussion bildet den Auftakt zur Tagung »Erinnerungskultur digital! Strategien, Impulse, Herausforderungen«, die vom 7.-8. Oktober in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) stattfindet. Weitere Informationen zur Tagung finden Sie unter www.säbig.de/erdi-tagung. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der SLUB, SÄBIG, SLpB, Sächsische Arbeitsgemeinschaft für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, Stiftung Sächsischer Gedenkstätten, Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung, TU Dresden, Brücke-Most Stiftung und der Stiftung Frauenkirche Dresden.

Podiumsdiskussion

Tomáš Kafka Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland
Bischof Tomáš Holub Bischof von Pilsen
Katharina Wolf Vorsitzende der Europa-Union Sachsen und Frau Europas 2019
Moderation Gemma Pörzgen Journalistin und Osteuropa-Expertin

Der Angriff Putins auf die Ukraine hat die Welt in Angst versetzt, Europa aber näher zusammengeführt. Die Krise hat gezeigt, wozu der Kontinent fähig ist. Mit der tschechischen Ratspräsidentschaft wird sich die Europäische Union neu im Miteinander der Welt positionieren und ihre internationale Politik nachjustieren. Im Herzen Europas, an einem geschichtsträchtigen Ort für Frieden und Versöhnung, der Frauenkirche Dresden, fragen wir nach den prägenden Wurzeln und den Konsequenzen für ein friedliches Miteinander über den Kontinent hinaus: »Was nun, Europa?«

Die Veranstaltung wird live gestreamt.

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Die Podiumsdiskussion ist eine Veranstaltung im Rahmen der tschechisch-deutschen Kulturtage. Sie ist eine Kooperation der Stiftung Frauenkirche Dresden, der Katholischen Akademie Bistum Dresden-Meißen, Renovabis, der Euroregion Elbe/Labe und der Brücke/Most-Stiftung.

Seit über 40 Jahren engagiert sich die Ökumenische FriedensDekade für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Jeweils zehn Tage vor dem Buß- und Bettag im November wollen die beteiligten Kirchen einen Beitrag dazu leisten, aktuelle Fragen zu Frieden und Konflikt zu diskutieren und damit zur friedenspolitischen Willensbildung in und Gesellschaft beizutragen.

Die Frauenkirche bringt sich darin ein. Wir laden Sie herzlich ein in einer Reihe von Gottesdienst, Andachten und Foren zusammenzukommen, Hoffnung zu schöpfen, für die vor uns liegenden Herausforderungen und uns zum Engagement für Frieden bewegen zu lassen.

Im Jahr 2022 steht die FriedensDekade unter dem Motto »ZUSAMMEN:HALT«.

Auf der einen Seite nehmen wir eine wachsende Ungleichheit und eine daraus auch resultierende Fragmentierung der Gesellschaft wahr und wissen, dass wir die Herausforderungen, vor denen wir global stehen, nicht alleine bewältigen können. Auf der anderen Seite braucht es immer wieder ein klares »Halt«, wenn wir Ungerechtigkeit wahrnehmen, die Schöpfung zerstört wird oder Gewalt um sich greift. Diese beiden Aspekte greift das diesjährige Motto »ZUSAMMEN:HALT« auf und verbindet diese.

»Mit diesem Motto wollen die Trägerorganisationen deutlich machen, dass die ganze Menschheit dringend Zusammenhalt braucht, damit sie überleben kann. Zugleich aber bräuchte es Protest, gewaltfreien Widerstand und politische Lobbyarbeit überall dort, wo soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung mit Füßen getreten werden. Beides, Zusammenhalt und der politische Streit, sind Kernanliegen der Ökumenischen FriedensDekade, um ein Leben für alle nachhaltig zu gestalten.«

weitere Infos unter www.friedensdekade.de

Impulse. Debatten. Trends

»4x4 Erinnerungskulturen«

Christine Grewe Büro für Friedenskultur Osnabrück
Christian Huberts Projektleiter Initiative „Erinnern mit Games“
Magdalena Lovrić Projektkoordination Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft
Prof. Dr. Johanna Blokker Lehrstuhl Denkmalpflege an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus.

Moderation Dr. Caroline Förster Geschäftsführerin Dresdner Geschichtsverein e.V.
Andreas Dieterich Referent für Friedens- und Versöhnungsarbeit Stiftung Frauenkirche Dresden

Ein Abend, vier ganz verschiedene Zugriffe auf lebendige, städtische Erinnerungskulturen. Im Zentrum stehen die Fragen: Wie funktionieren lebendige, städtische Erinnerungskulturen? Wie können postkoloniale Debatten klug geführt werden? Welche Chancen bieten digitale Ansätze für Erinnerungskulturen? Wie können migrantische Perspektiven gezielt eingebunden werden? Wie kann nachbarschaftliches Miteinander Teil einer aktiven Erinnerungskultur sein? Mit vier Impulsen von vier Expert*innen wollen wir in dieser Veranstaltung den Blick über den Tellerrand hinauswagen, über die Stadtgrenzen hinweg, um Debatten und Trends besser zu verstehen und für die eigene Arbeit erfahrbarer zu machen.

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Eine Veranstaltung in Kooperation zwischen dem Dresdner Geschichtsverein e. V. und der Stiftung Frauenkirche Dresden

Podiumsdiskussion

»Welternährung in der Krise – Die Folgen des Ukrainekrieges«

Prof. Dr. Joachim von Braun Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung an der Universität Bonn sowie Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften
Cornelia Berns Leiterin der Unterabteilung 62 für Welternährung und int. Zusammenarbeit Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Francisco Mari
Brot für die Welt, Referent für Welternährung, Agrarhandel, Meerespolitik
Moderation Studierende des Zentrums für Internationale Beziehungen der Technischen Universität Dresden

Die globalen Folgen des Krieges in der Ukraine werden immer deutlicher und zeigen einmal mehr, wie eng verzahnt und voneinander abhängig globale Lieferketten sind. Die Verhinderung von Getreidelieferungen aus der Ukraine, der Kornkammer Europas, wird dabei ganz gezielt von Putin als Druckmittel eingesetzt - mit schlimmen Folgen für Länder des globalen Südens. Steigende Preise, Lieferengpässe und Verzögerungen verschärfen vielerorts die ohnehin angespannte Ernährungssituation für viele Menschen. Welche Möglichkeiten hat die Europäische Union dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen? Wie werden sich die Preise langfristig entwickeln? Was bedeutet das für den Umgang mit Hunger?

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Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Studierenden des Zentrums für Internationale Studien an der TU Dresden statt. Sie ist eine Kooperation zwischen der Stiftung Frauenkirche Dresden und dem Zentrum für Internationale Studien an der TU Dresden.

Podiumsdiskussion

»Zusammen:halt – Zwischenstopp auf dem Weg des Friedens«

Digitaler Impuls von Bischof Tamás Fabiny Leitender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn

Renke Brahms ehemaliger Friedensbeauftragter des Rates der EKD
Dr. Thilo Daniel Oberlandeskirchenrat und Dezernent Theologische Grundsatzfragen
Megan Louis Schuster Jugenddelegierte der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und Delegierte der EVLKS für die ÖRK Vollversammlung
Dr. Lubina Mahling Vertreterin der evangelischen Sorben in der Lausitz und Delegierte der EVLKS für die ÖRK Vollversammlung
Moderation Andreas Dieterich Referent für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Stiftung Frauenkirche Dresden

Aus der ÖRK Vollversammlung in Busan und der Friedenskonsultation in Jamaica kamen wichtige Impulse für die evangelische Friedensarbeit und haben die Diskussionen der letzten Jahre geprägt. Daran anknüpfend wollen wir im unmittelbaren Nachgang der ÖRK Vollversammlung in Karlsruhe, die Diskussionen und Impulse in die sächsische Landeskirche tragen und reflektieren, was diese für unsere eigene Friedensarbeit bedeuten. Mit Impulsen von Menschen, die bei der Vollversammlung vor Ort dabei waren, wollen wir lernen, nachdenken und miteinander ins Gespräch kommen.

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Die Veranstaltung findet in Kooperation zwischen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und der Stiftung Frauenkirche Dresden im Rahmen der FriedensDekade 2022 statt.

Jugendforum

»Die Zukunft der EU ist ... Feminist Foreign Policy«

Kristina Lunz Co-Gründerin des Center for Feminist Foreign Policy und Co-Direktorin Berlin
Marieke Fröhlich Deutsche Sektion der Women's International League for Peace and Freedom (WILPF)
Moderation Andreas Dieterich Referent Friedens- und Versöhnungsarbeit Stiftung Frauenkirche Dresden

Mit der Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ verankerten die Vereinten Nationen im Jahr 2000 den Schutz und die Mitgestaltung bei Friedensprozessen von Frauen im Völkerrecht. Darauf aufbauend bekennt sich auch die amtierende Bundesregierung im aktuellen Koalitionsvertrag zu einer feministischen Außenpolitik, und will die „Rechte, Ressourcen und Repräsentanz von Frauen und Mädchen weltweit stärken und gesellschaftliche Diversität fördern.“ Was verbirgt sich genau hinter dem Begriff Feminist Foreign Policy? Ist eine feministische Außenpolitik eine friedlichere Außenpolitik? Welche Schritte müssen zu einer wirklichen gleichberechtigten Außenpolitik getan werden?

Peace for You(th) ist ein regelmäßig stattfindendes Format für (junge) Menschen in und um die Frauenkirche Dresden, dass Frieden fassbar und konkret macht. Von und mit (jungen) Menschen wollen wir mit partizipativen Methoden und Themen, die bewegen, Friedensarbeit greifbar machen und Möglichkeiten des Engagements aufzeigen.


Die Übersicht wird fortlaufend aktualisiert.

Schaffen Sie Räume

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