Das FORUM FRAUENKIRCHE

Die Frauenkirche ist aufgrund ihrer Geschichte ein prädestinierter Ort, um aktuell drängende Fragen unserer Gesellschaft zu diskutieren, Wege zur Verständigung und zu einem versöhnten und versöhnenden Miteinander aufzuzeigen. Aus der Mitte der Stadt Dresden wollen wir auf der Suche nach Orientierung an verbindlichen Werten für eine gelingende Gemeinschaft von Menschen, Nationen und Religionen in der einen Welt Impulse aussenden: für ein friedliches Leben und für eine friedliche Zukunft.

Jahresthema 2022
» ... ausgenommen alle anderen«
Reden! Zur Verteidigung der Demokratie

Wir leben in einer bewegten Zeit. Immer mehr gesellschaftliche Minderheiten kämpfen um Gleichberechtigung, der öffentliche Diskurs wird zunehmend diverser. Man spricht von einer „Gesellschaft der Singularitäten“ (Andreas Reckwitz). Zugleich fühlen sich Menschen von dieser immer sichtbarer werdenden Vielfalt verunsichert. Infolge einer – nicht zuletzt durch die Pandemie verschärften – Dynamisierung vielfältiger Wandlungsprozesse sind weltweit Radikalisierungstendenzen in Politik und Gesellschaft zu verzeichnen. Nationalistische und rassistische Strömungen nehmen zu; ein ethischen Grundsätzen verpflichteter Verhaltenskonsens verliert auch in demokratischen Staaten an Selbstverständnis und Geltung bis hin zu einer Unterwanderung der Demokratie, die sich offensichtlich in einer Krise befindet.

Veranstaltungen im Jahr 2022

»Gesellschaftlicher Polarisierung aktiv begegnen: Mit Dialog und klarer Kante?«

FORUM FRAUENKIRCHE online (Öffentliches Online-Forum)
Teilnahme per ZOOM oder Youtube Livestream

Das Phänomen der Polarisierung in Gesellschaften ist so alt wie die Menschheit – entsprechend vielfältig und vielschichtig sind die zugrundeliegenden Ursachen. Wenn Gesellschaften in den Sog einer immer stärker werdenden Polarisierung geraten, ohne dass sich starke Kräfte diesem Trend entgegensetzen, droht eine Spaltung bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Doch es gibt weltweit auch einen großen Erfahrungsschatz, welche Faktoren dazu beitragen können, dem Auseinanderdriften von Gesellschaften entgegenzuwirken, Brücken des Dialogs zu bauen, Vertrauen wachsen zu lassen und Gesellschaften schließlich zu versöhnen. Gerade in Nachkriegsgesellschaften arbeiten insbesondere zivilgesellschaftliche, aber auch staatliche und zwischenstaatliche Akteure gezielt an diesen Prozessen.

Doch seit einigen Jahren sind auch in gefestigten Demokratien der Ton der Auseinandersetzung rau und viele Positionen scheinbar unversöhnlich geworden. Die Corona-Pandemie hat diese wachsende Polarisierung in Deutschland und vielen Nachbarländern weiter befördert bis zu einem Maß, das zumindest stellenweise den innergesellschaftlichen Frieden bedroht.

Wo können Politik und Gesellschaft, Kultur und Religionsgemeinschaften ansetzen, um im Sinne der Prävention einer (weiteren) gesellschaftlichen Spaltung und Polarisierung entgegenzuwirken? Wie können Gräben überwunden und Vertrauen wieder aufgebaut werden? Und was ist zu tun, wenn Dialog (scheinbar) nicht mehr möglich ist?

PROGRAMM

19.00 UHR | MUSIKALISCHE ERÖFFNUNG
Orgel Frauenkirchenorganist Samuel Kummer

BEGRÜSSUNG
Dr. Michèle Roth, Geschäftsführerin
Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:), Bonn

19.05 UHR | DISKUSSION

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Bundesjustizministerin a.D.
Stellv. Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Lena Slachmuijlder
Leitende Vizepräsidentin für Programme
Search for Common Ground, Brüssel/Washington D.C

19:55 UHR | INTERAKTIVER AUSTAUSCH MIT DEM PUBLIKUM

20.15 UHR | MUSIKALISCHE VERABSCHIEDUNG
Orgel Frauenkirchenorganist Samuel Kummer

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MODERATION
Bastian Wierzioch Reporter, Autor und Moderator, Leipzig

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Eine aktive Teilnahme ist per ZOOM möglich und erwünscht.
Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Bitte beachten Sie, dass Sie die Veranstaltung auf Youtube lediglich verfolgen können. Im Nachgang ist sie dort aber nachträglich abrufbar. (Hinweis: Der Link öffnet Youtube in einem separaten Fenster)

Das Internet galt einst als urdemokratisches Medium: Frei von staatlicher Gängelung kann sich jede und jeder im Netz ausdrücken; falls nötig, reguliert sich die Gemeinschaft der User*innen selbst. So die Theorie. Und bei emanzipatorischen Bewegungen wie dem „arabischen Frühling“ oder den Bürgerprotesten in Belarus schien das zu funktionieren. Doch längst zeigt das Netz auch ein anderes, hässliches Gesicht. Die grenzenlose Freiheit öffnet deren Missbrauch alle Pforten. Schmähungen, Hass und Hetze schwappen durchs Netz. Die Bandbreite reicht vom Cyber-Mobbing unter Kindern und Jugendlichen bis zum virtuellen Kesseltreiben gegen Minderheiten und politisch Andersdenkende. Terroristen und Sympathisanten finden im Internet alles, was sie brauchen: Ideologien, Feindbilder, Anleitungen zum Bau von Waffen, Gleichgesinnte.

Nie war es so leicht, sich zu vernetzen, um sich gegenseitig zu radikalisieren, massenhaft zu mobilisieren, seinen Unmut auf die Straße zu tragen –legal oder illegal. Wird die grenzenlose Freiheit im Netz zur Gefahr für die Demokratie? Braucht das Internet mehr Regulierung und wenn ja, auf welcher Ebene? Oder bedroht das die Meinungsfreiheit? Welche Rolle spielen die großen Internet-Konzerne mit ihren Algorithmen? Muss das Strafrecht den neuen Bedrohungen angepasst werden? Welche Befugnisse und technischen Mittel brauchen Ermittlungsbehörden? Ist das Internet überhaupt regulierbar oder gleicht der Versuch dazu einem Hase-und-Igel-Spiel: Kaum ist ein Hass-Kanal geschlossen, öffnet ein anderer? Und was sagt die Verrohung im und durch das Netz über unsere Gesellschaft aus? Wie können wir dem allen begegnen: als User, als Bürger?

Darüber diskutieren:

Petra Köpping (SPD), Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Jörg Müller, Leiter der Abteilung Verfassungsschutz im Ministerium des Innern und für Kommunales des Lands Brandenburg
Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin von HateAid
Dr. Stefan Ullrich, Informatiker und Philosoph
Moderation: Alexandra Gerlach

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Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur und der Sächsischen Staatskanzlei und mit Unterstützung der Sächsischen Zeitung statt.

»Welche Zukunft hat die liberale Demokratie?«

Bundespräsident a. D. Joachim Gauck

Die Strahlkraft der Demokratie hat in den vergangenen Jahren nach Innen und Außen erkennbar abgenommen; Populisten, Autokraten, ja sogar religiöse Fundamentalisten haben mit ihren Angriffen auf die liberalen Demokratien zunehmend Erfolg – so scheint es jedenfalls. Gehört also angesichts der enormen Herausforderungen, die sich aus Klimawandel, Globalisierung und Digitalisierung ergeben, anderen Modellen die Zukunft? Ist die liberale Demokratie in Gefahr – quasi ein historisches Auslaufmodell? Oder gehört sie wieder einmal auf den Prüfstand, um aus den aktuellen Entwicklungen gestärkt hervorzugehen?

Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., macht in seinem Vortrag deutlich, dass sowohl die selbstkritische Befragung als auch ihre Lernfähigkeit der liberalen Demokratie eine Zukunft eröffnet, die Bürgern ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Sicherheit ermöglicht.

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Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Staatskanzlei statt.

 

Podiumsdiskussion zum Thema
»Zeitenwende im Krieg – Ist der Pazifismus am Ende?«

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine stellt das sicherheitspolitische Selbstverständnis Deutschlands vor neue Herausforderungen. Bundeskanzler Scholz kündigte eine Zeitenwende an. Der Wehretat soll massiv steigen, für die Bundeswehr sollen neue Waffensysteme angeschafft werden, auch solche, die bisher umstritten waren, wie Kampfdrohnen. Was bedeutet das für die Einstellung unserer Gesellschaft zur Bundeswehr und überhaupt zum Militärischen, die bisher ziemlich distanziert war? Wie stehen wir zu den höheren Wehrausgaben, was bedeutet die „Zeitenwende“ für die Friedensarbeit, auch in der Evangelischen Kirche?

Darüber diskutieren:

Merle Spellerberg MdB (Bündnis90/Die Grünen), Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags
Dr. Erich Vad
Brigadegeneral a. D., früherer Berater für Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Deutschen Bundestag und Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel
Dr. Svenja Flaßpöhler Philosophin, Chefredakteurin des Philosophie Magazin und eine der Erstunterzeichner*innen des Offenen Briefs gegen die Lieferung Schwerer Waffen an die Ukraine
Michael Zimmermann Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens im Landesjugendpfarramt
Moderation: Alexandra Gerlach

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Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur und der Sächsischen Staatskanzlei und mit Unterstützung der Sächsischen Zeitung statt.

»Die evangelische Landeskirche - Partner im Kampf gegen Antisemitismus«

Hans-Peter Vollbach Präsident des Ev.- Luth. Landeskirchenamtes Sachsens
Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel, Dezernent für Theologische Grundsatzfragen im Ev.- Luth. Landeskirchenamt Sachsens


Die Referenten

Der Kirchenjurist Hans-Peter Vollbach (*1971) studierte als Sohn eines Pfarrers zunächst Musik in Leipzig und wirkte ein Jahr als Cellist am Landestheater Altenburg. Auf dem zweiten Bildungsweg erlangte er das Abitur und studierte dann Rechtswissenschaft an den Universitäten Leipzig und Jena. Nach Tätigkeiten in einer Anwaltskanzlei und als Assistent des Geschäftsführung der Provinzial-Sächsischen Genossenschaft des Johanniterordens in Sachsen-Anhalt wechselte er 2004 als Referent ins sächsische und 2006 ins Braunschweiger Landeskirchenamt. Seit Oktober 2019 ist er Präsident des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Dr. Thilo Daniel studierte Theologie und vergleichende Religionswissenschaften in Marburg und Göttingen. Nach Promotion und Ordination war er Pfarrer im Kirchbezirk Meißen. Von 2007 bis 2014 war er als theologischer Referent zuständig für theologische Grundsatzfragen, Ökumene und Weltmission. Von 2015 bis 2018 leitete Dr. Thilo Daniel als Rektor die Diakonissenanstalt Dresden. Seit 2019 ist er Dezernent im Dezernat I des Landeskirchenamtes und in diesem Amt ständiger Stellvertreter des Landesbischofs der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.

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Hauptraum | Eintritt frei
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Freundeskreis Dresdner Synagoge e.V. statt.

DRESDNER FORUM FÜR INTERNATIONALE POLITIK

»Krisen als Weckruf? Perspektiven für ein solidarisches Europa«

Die Förderung der Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten ist eines der wesentlichen Ziele der Europäischen Union. Wie es in der Praxis darum bestellt ist, zeigt sich vor allem in Krisen – von denen die EU im vergangenen Jahrzehnt nachweislich eine Vielzahl meistern musste: die Finanzkrise, die Migrationskrise, der Brexit, die Covid 19-Pandemie. Zu beobachten war, dass immer wieder nationale Interessen über die europäische Solidarität gestellt wurden. Welche Lehren müssen wir daraus ziehen?

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Begrüßung | Maria Noth Geschäftsführerin der Stiftung Frauenkirche Dresden
Eröffnung | Viola Klein Stellvertretende Vorsitzende Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:), Geschäftsführerin der Saxonia Systems Holding GmbH

Impulse
Michael Kretschmer Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)
Manfred Weber MEP, Mitglied der Konferenz der Präsidenten, Europäisches Parlament

Im Gespräch mit
Dr. Tomaš Jelinek Geschäftsführer, Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds

Musikalische Rahmung Frauenkirchenorganist Samuel Kummer

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Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:), dem Zentrum für Internationale Studien der TU Dresden (ZIS) und der Sächsischen Staatskanzlei statt.
Weitere Infos unter www.sef-bonn.org/veranstaltungen/dresdner-forum-fuer-internationale-politik/2022/www.sef-bonn.org/de/dresden2022

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Hauptraum (Zugang über Eingang D)
Eintritt frei

Podiumsdiskussion

Demokratie ist mehr denn je ein historisches Projekt, eine Aufgabe für Europa: Natürlich muss sich jede einzelne Nation, jede einzelne Gesellschaft fragen, wie weit sie es darin gebracht hat – in Wahrheit aber geht es um die gesamtglobale Frage: Demokratie oder Untergang? Aus ihren ganz individuellen Perspektiven diskutieren die Politologin Gesine Schwan, die Theologin Ellen Ueberschär und der Autor Durs Grünbein den Zustand und die Zukunftsperspektiven unseres politischen Systems: Ist Demokratie nicht weit mehr als das geringste Übel? Was braucht es, damit sich Bürger*innen aktiv einbringen? Wie vermeiden wir eine Tyrannei der Mehrheit, wenn wir gleichzeitig mit zu viel Pluralität hadern? Welche Kritik bringt uns voran, doch ab wann muss sich die demokratische Gesellschaft offensiv gegen ihre Feinde wehren?

Darüber diskutieren:

Prof. Gesine Schwan Politikwissenschaftlerin, Präsidentin und Mitgründerin der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform gGmbH
Dr. Ellen Ueberschär Theologin, Vorständin der Stephanus-Stiftung
Prof. Durs Grünbein Dichter und Essayist, Professur für Poetik an der Kunstakademie Düsseldorf
Moderation Bastian Wierzioch Reporter, Autor und Mitglied der Rechercheredaktion von MDR Thüringen

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Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Sächsischen Staatskanzlei statt.

Deutschlands »ewiger Prügelknabe«?
Das Sachsenbild in den Medien

Podiumsdiskussion mit Aufzeichnung für den Podcast »Debatte in Sachsen«

Fremdenfeindlichkeit, Corona-Proteste, Extremismus: Geht es um Problemzonen des gesellschaftlichen Miteinanders, genießt Sachsen regelmäßig große Medien-Aufmerksamkeit. Good News aus Sachsen hingegen, erst recht Erfolgsgeschichten – da winken die meisten auswärtigen Redaktionen ab. Kein Wunder also, dass Sachsen kein gutes Image hat. Oder liegt es doch nicht nur an „den Medien“? Welche Verantwortung für das Bild Sachsens als „Prügelknabe der Nation“ hat die Presse? Darüber diskutiert Oliver Reinhard von der Sächsischen Zeitung in seiner Podcast-Reihe »Debatte in Sachsen« mit drei Journalist*innen – live in der Frauenkirche.

Darüber diskutieren:

Stefan Locke Korrespondent für Sachsen und Thüringen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Anne Haenig Leiterin des Leipziger Korrespondentenbüros der ZEIT und Redaktionsleiterin der »ZEIT im Osten«
Alexander Moritz Landeskorrespondent Sachsen, Deutschlandradio
Moderation Oliver Reinhard Stellvertretender Ressortleiter Feuilleton, Sächsische Zeitung

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Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Sächsischen Zeitung statt.

»Politische Theologie des Judentums reloaded«

Rabbinerin Prof. Dr. Elisa Klapheck Professorin für Jüdische Studien am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK) der Universität Paderborn

Das Judentum ist seit jeher auch eine politische Tradition. Die Tora und der Talmud begründen wesentliche Bausteine unseres politischen Denkens. Die westlichen Gesellschaften sind in starkem Maße von der politischen Theologie des Judentums geprägt, auch wenn dies kaum bewusst ist. Es ist eine Theologie, deren Inhalte erst im Streit mit Gott Gestalt werden, in der das Politische immer wieder neu zwischen Menschen und Gott verhandelt wird. Heute, da die politische Qualität der westlichen Gesellschaften, des Rechtsstaates, des Zusammenhalts der Europäischen Union und sogar des Kriegs für die Demokratie im Fokus stehen, ist es wichtig, sich gerade auch auf die jüdischen Anstöße des politischen Denkens zu richten.

Elisa Klapheck ist Rabbinerin in Frankfurt und Professorin für Jüdische Studien an der Universität Paderborn. Vor ihrer Ordination 2004 war die studierte Politologin viele Jahre als Journalistin und Pressesprecherin tätig. 2005 wurde sie in Amsterdam als erste Frau in der niederländisch-jüdischen Geschichte zur Rabbinerin ernannt. 2009 kehrte sie nach Deutschland zurück. Elisa Klapheck publiziert regelmäßig zum Verhältnis zwischen Politik und (jüdischer) Religion und ist Herausgeberin der Reihe „Machloket / Streitschriften“, in der sich jüdische und judentumsnahe Autor*innen mit gesellschaftspolitischen Gegenwartsfragen im Horizont der jüdischen Tradition auseinandersetzen. Im Oktober erscheint ihr aktuelles Buch „Zur politischen Theologie des Judentums“ in der Europäischen Verlagsanstalt (EVA).

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Die Veranstaltung wird live gestreamt.

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Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit DEUTSCHER KOORDINIERUNGSRAT E. V. statt. Die Reihe Forum Frauenkirche wird in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Staatskanzlei orgaisniert.

»Umgang mit Risiken in unsicheren Zeiten«

Prof. Gerd Gigerenzer Direktor des Harding-Zentrum für Risikokompetenz an der Universität Potsdam

Der deutsche Psychologe Gerd Gigerenzer ist einer der letzten Universalgelehrten unserer Zeit. Seine Forschungen zeigen, welche Faktoren Einfluss auf unseren Umgang mit Risiken haben und wie wir es in unsicheren Zeiten schaffen, dennoch gute Entscheidungen zu treffen. Absolute Gewissheit ist eine Illusion, obgleich wir stets versuchen, diese zu erlangen, wie Gigerenzer sagt. Gerade in Deutschland sieht er eine gewachsene „Absicherungskultur“, die dazu führt, dass in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft oftmals nur zweitbeste Entscheidungen getroffen werden.

Als moderner Aufklärer ist Gerd Gigerenzer bestrebt, durch seine Forschungs- und Publikationstätigkeit, insbesondere Führungskräfte und Entscheidungsträger im Umgang mit Unsicherheiten zu schulen und Risikokompetenzen aufzubauen. Warum es dazu nicht nur den Kopf, sondern auch den Bauch braucht, wird Teil seines Vortrages sein – der Grundlagenforschung und Praxis in perfekter Harmonie verbindet.

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In Kooperation mit dem Johann-Amos-Comenius-Club Sachsen
Die Reihe FORUM FRAUENKIRCHE findet in Kooperation mit der Sächsischen Staatskanzlei statt.

Die Veranstaltung wird voraussichtlich in den Herbst 2022 verschoben.
So ein neuer Termin gefunden ist, geben wir ihn her bekannt.

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Birgit ist zu Kaspar in den Westen geflohen, für die Liebe und die Freiheit. Erst nach ihrem Tod entdeckt er, welchen Preis sie dafür bezahlt hat. Er spürt ihrem Geheimnis nach, begegnet im Osten den Menschen, die für sie zählten, erlebt ihre Bedrückung und ihren Eigensinn. Seine Suche führt ihn zu einer völkischen Gemeinschaft auf dem Land – und zu einem jungen Mädchen, das in ihm den Großvater und in dem er die Enkelin sieht. Ihre Welten könnten nicht fremder sein. Er ringt um sie. (Quelle: Diogenes Verlag)

Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, ist Jurist und lebt in Berlin und New York. Der 1995 erschienene Roman ›Der Vorleser‹, 2009 von Stephen Daldry unter dem Titel ›The Reader‹ verfilmt, in über 50 Sprachen übersetzt und mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, begründete seinen schriftstellerischen Weltruhm.

»Bernhard Schlink gehört zu den größten Begabungen der deutschen Gegenwartsliteratur. Er ist ein einfühlsamer, scharf beobachtender und überaus intelligenter Erzähler. Seine Prosa ist klar, präzise und von schöner Eleganz.«
Michael Kluger / Frankfurter Neue Presse

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Unterkirche (Zugang über Eingang F)
Eintritt frei


Ort der Auseinandersetzung

In der Frauenkirche als geschützten Debattenraum wollen wir den Fragen nachgehen, was es braucht, um Bürger*innen zu bewegen, sich aktiv verantwortlich in den demokratischen Gestaltungsprozess einzubringen, Pluralität auszuhalten und auszuloten, bis zu welchen Grenzen Toleranz geübt werden sollte und wann die offene demokratische Gesellschaft offensiv gegen ihre Feinde verteidigt werden muss.

Von Winston Churchill stammt der Ausspruch: »Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen«. Auch wenn es mühsam sein mag, lohnt sich gemeinschaftliches Handeln zur Stärkung der freiheitlichen Demokratie für uns alle.

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