KUNSTINSTALLATION von REINHARD PONTIUS
13. Februar – 19. April 2026
MICHAEL
Ein Engel geht auf Reisen
Mit der Ausstellung »MICHAEL. Ein Engel auf Reisen« kehrt ein außergewöhnliches Kunst- und Versöhnungsprojekt nach Dresden zurück.
Die fast drei Meter hohe Holzskulptur des Dresdner Bildhauers Reinhard Pontius hat seit 2020 über 7.500 km in Deutschland und Europa zurückgelegt und Menschen an Orten der Erinnerung, des Dialogs und der Versöhnung zum Nachdenken über Frieden und Mitmenschlichkeit eingeladen.
Besuchsinformationen
Die Skulptur ist in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden im Rahmen der Offenen Kirche zu sehen. Bitte informieren Sie sich online über die tagesaktuellen Zeiten.
Der Eintritt ist frei, für eine Spende danken wir herzlich.
Die Skulptur entstand 2017/18 aus einer Eiche, die früher am Elbufer Dresdens stand und 2005 im Zusammenhang mit dem Bau der Waldschlösschenbrücke gefällt wurde. Aus diesem Kontext heraus wurde der Engel zu einem Zeichen von Wandlung und Versöhnung.
Seit 2020 reist MICHAEL an Michaelskirchen, Kapellen und Orten, an denen spiritueller Austausch, Erinnerung und Begegnung gepflegt wird. 2026 kehrt die Skulptur nach Dresden zurück und findet in der Frauenkirche ihre vorerst letzte Station.
Reinhard Pontius
MICHAEL ist für mich eine Kraft, die zwischen Licht und Finsternis steht – an der Schwelle zwischen irdischer und geistiger Welt.
Informationen zur Skulptur
Reinhard Pontius’ MICHAEL-Skulptur zeigt einen friedvollen, waffenlosen Engel aus Eiche. Anders als die traditionelle Darstellung des Erzengels Michael als himmlischer Krieger mit Speer oder Stab strahlt diese Figur Friedfertigkeit, Offenheit und Güte aus.
Eine Seite der Skulptur wird von einem weit ausgreifenden Flügel geprägt, in den ein farbiges Glaselement eingelassen ist, das auf die lichtvolle, geistige Dimension des Engels verweist. Die andere Seite wirkt menschlicher: Ein Arm mit nach vorn geöffneter Hand wendet sich dem Betrachter zu – ruhig, einladend und freilassend. Auch das Gesicht ist asymmetrisch gestaltet und zeigt einen offenen, ernsthaften Ausdruck. Die Fassung in Weiß, Gold, Rot und Schwarz verortet den Engel zwischen Himmel und Erde, Licht und Finsternis.
Die Skulptur MICHAEL entstand aus dem Stamm einer Eiche, die früher in einer Allee an der Waldschlösschenstraße stand. Für den Bau der Waldschlösschenbrücke mussten die mehr als 100 Jahre alten Bäume weichen und wurden unter öffentlichem Protest gefällt.
Der Dresdner Künstler Michael Grasemann erwarb die Stämme und lud 2017 Bildhauer:innen ein, daraus Engel zu gestalten. Mit ihrer befriedenden Botschaft ließ er sie 2018 im Stadtbild erscheinen und gab sie so der Stadtgemeinschaft zurück. Pontius’ Skulptur ist einer dieser Engel. Sie trägt die Geschichte des Materials sowie das Anliegen der Versöhnung dauerhaft in sich.
Reinhard Pontius entschied sich anschließend, MICHAEL auf Reisen zu schicken – denn Frieden, Versöhnung und Dialog sind gesellschaftsüberspannende Themen.
Seit 2020 ist der MICHAEL auf einer über 7.500 Kilometer langen Reise durch Deutschland und Europa unterwegs. Als Botschafterin des Friedens regt Pontius’ Skulptur an, eigene Deutungen und Zugänge zur Gestalt des Erzengels Michael zu suchen und über Friedfertigkeit, Mitmenschlichkeit und Versöhnung nachzudenken.
Die Skulptur besuchte zahlreiche Michaelskirchen, Kapellen und Orte, an denen spiritueller Austausch, Erinnerung und Versöhnung gepflegt werden. An all diesen Stationen stand der Engel dort, wo Menschen innehalten, reflektieren und Frieden als Haltung erfahren können. 2026 kehrt der Engel nun nach Dresden zurück und findet in der Frauenkirche seine vorerst letzte Station.
Die Stationen im Überblick:
- Erfurt > Michaeliskirche > Sep – Nov 2020
- Schwäbisch Hall > Ev. Stadtpfarrkirche St. Michael > Nov 2020 – Feb 2021
- Pforzheim > Schlosskirche St. Michael > Feb – Apr 2021
- Sulz am Neckar > Kloster Kirchberg > Apr – Jul 2021
- Kehl am Rhein > Ev. Friedenskirche > Jul – Sep 2021
- Saarbrücken > Kath. Pfarrkirche St. Michael > Sep – Nov 2021
- Bremen > Ev. Kirche St. Michaelis > Nov 2021 – Feb 2022
- Jena > Ev. Stadtkirche St. Michael > Mär – Mai 2022
- Donndorf/Thüringen > Kloster Donndorf > Mai – Jun 2022
- Blankenburg/Harz > Kloster Michaelstein > Jul – Sep 2022
- Leipzig > Nikolaikirche > Sep – Nov 2022
- Coventry (UK) > St.-Michaels-Cathedral > Nov 2022 – Apr 2023
- Penzance (UK) > Tremenheere Sculpture Gardens > Apr – Okt 2023
- Vladslo (Belgien) > Deutscher Soldatenfriedhof Okt > 2023 – Apr 2024
- Wattwiller (Frankreich) > Deutsch-Französisches Historial Hartmannswillerkopf > Mai – Okt 2024
- Gostyn (Polen) > Städtisches Museum, > Okt 2024 – Mai 2025
- Oswiecim / Auschwitz (Polen) > Zentrum für Dialog und Gebet (CDIM) > Mai 2025 – Feb 2026
- Dresden > Frauenkirche > 13. Feb – 20. Apr 2026
Reinhard Pontius wurde 1965 in Meißen geboren und lebt als Bildhauer in Dresden. Nach einer handwerklichen Ausbildung zum Möbeltischler entwickelte er früh eine intensive Auseinandersetzung mit Holz als Werkstoff, die bis heute seine Arbeit prägt.
Seine künstlerische Entwicklung führte über freie Bildhauerseminare, Studien bei verschiedenen Bildhauern und Zeichenkurse in Dresden zu einer eigenen, eigenständigen Bildsprache. Über viele Jahre war er freischaffend in Gemeinschafts- und später in eigenem Atelier tätig; seit 2012 arbeitet er ausschließlich als Bildhauer.
Pontius ist außerdem als Dozent für plastische Kunst am Seminar für Waldorfpädagogik Dresden aktiv und engagiert sich im Künstlerbund Dresden (BBK) sowie im Neuen Sächsischen Kunstverein, dessen Vorstand er seit 2019 angehört. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland sowie in der Schweiz, Frankreich, Polen und Großbritannien gezeigt.
Die Frauenkirche als Versöhnungsort
Die Frauenkirche in Dresden steht wie kaum ein anderer Ort für Zerstörung, Wiederaufbau und das beständige Hoffen auf Versöhnung. Mit ihrer bewegten Geschichte erinnert sie an die Schrecken des Krieges und zugleich an die Kraft des Miteinanders und der Versöhnung.
Die Skulptur MICHAEL fügt sich hier thematisch nahtlos ein: Als friedvoller, waffenloser Engel lädt sie Besucher:innen ein, über Frieden und menschliche Begegnung nachzudenken und die Botschaft der Verständigung im eigenen Handeln weiterzutragen. Durch seine offene Gestik und die zugewandte Präsenz wird der Engel zum Symbol für die Möglichkeit, Konflikte friedlich zu überwinden – ein idealer Begleiter für einen Ort, der Erinnerung und Hoffnung vereint.
Sie machen es möglich
Wir freuen uns, dass wir einmal mehr eine wichtige Friedens- und Versöhnungsinitiative in der Frauenkirche Dresden vorstellen können, ohne eine verpflichtende Eintrittsgebühr zu erheben.
Wenn Sie dieses Anliegen unterstützen wollen, danken wir für eine Spende am Ausgang oder online. So ermöglichen Sie, dass auch in Zukunft Projekte wie diese realisiert werden können und die Frauenkirche als Ort des Erinnerns, Nachdenkens und Austauschs wirken kann.