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250 Jahre USA

Freiheit und Demokratie zwischen Anspruch und Wirklichkeit  

1776 sagen sich 13 nordamerikanische Kolonien von Großbritannien los. In einer couragierten Unabhängigkeitserklärung, die das demokratische Denken über Zeit und Grenzen hinweg prägen sollte, formulieren sie ein Versprechen von Freiheit, Gleichheit und demokratischer Selbstbestimmung. 2026 jährt sich die Deklaration zum 250. Mal – ein Anlass, ihre Wirkung und ihre Widersprüche neu zu betrachten.

Eine zweiteilige Podiumsreihe in der Frauenkirche Dresden fragt nach dem heutigen Verständnis und der zukünftigen Tragfähigkeit der Bekenntnisse der Unabhängigkeitserklärung. Im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Spaltung, Populismus und geopolitischen Umbrüchen gehen wir der Frage nach, wie deren wegweisende und einst unumstößlich scheinenden Werte unter sich ändernden Bedingungen Bestand haben können – in den USA, in Europa und im transatlantischen Miteinander.

Besuchshinweise

Eintritt frei
(keine Anmeldung erforderlich)

Veranstaltungssprache Deutsch;
Simultanübersetzung englischer Beiträge per Headset

Die Veranstaltungen werden aufgezeichnet und auf dem Youtube-Kanal der Frauenkirche Dresden verfügbar gemacht.

Fr 11. September 2026
19.30 – 21.30 Uhr

The USA at a Crossroads: Traum, Krise, Realität

Die USA sehen sich inmitten tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Wandlungsprozesse. Die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion fragt, in welchem Zustand die einst als vorbildlich angesehene amerikanische Demokratie heute ist und welchen Einfluss Politik, Wirtschaft, Medien und Religion auf die Entwicklungen haben.

In der Frauenkirche richtet sich der Blick natürlich auch auf die religiöse Dimension der amerikanischen Gesellschaft: Wie prägen Kirchen und religiöse Bewegungen die Politik? Welche Rolle spielen Glaube und moralische Überzeugungen im öffentlichen Diskurs? Und wie wird das Verhältnis von Religion und Staat in einer konfessionell vielfältigen Gesellschaft neu ausgehandelt? Zudem stellt die Veranstaltung die Frage, ob der »American Dream« heute noch ein tragfähiges Versprechen oder vielmehr zur Illusion geworden ist.

Es diskutieren

Ehemalige Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in den USA  

Dr. Emily Margarethe Haber ist promovierte Historikerin und war von 2018 bis 2023 Deutsche Botschafterin in den Vereinigten Staaten. Vor ihrer Versetzung nach Washington, D.C. war sie in verschiedenen Leitungsfunktionen im Auswärtigen Amt in Berlin tätig. 2009 wurde sie zur Politischen Direktorin und 2011 zur Staatssekretärin ernannt – jeweils als erste Frau auf diesen Posten. Anschließend wurde sie an das Bundesinnenministerium abgeordnet, wo sie als Staatssekretärin von 2014 bis 2018 für innere Sicherheit und Migrationspolitik zuständig war. Emily Haber war mehrfach an der Deutschen Botschaft Moskau eingesetzt, u.a. als Leiterin der Politischen Abteilung. Im Auswärtigen Amt in Berlin leitete sie u.a. das OSZE-Referat und war Beauftragte für den West-Balkan.  

Professor für Internationale Politik und Transatlantische Beziehungen an der Universität Regensburg

Professor Dr. Stephan Bierling lehrt seit 2000 Internationale Politik und Transatlantische Beziehungen an der Universität Regensburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der US-amerikanischen Innen- und Außenpolitik, den transatlantischen Beziehungen sowie der deutschen Außenpolitik. Als Autor zahlreicher Publikationen und gefragter Experte analysiert er regelmäßig politische Entwicklungen in den USA für deutsche und internationale Medien. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählt das Buch »Die unvereinigten Staaten. Das politische System der USA und die Zukunft der Demokratie« (C.H. Beck, 3. Auflage 2025).

Gründerin und Geschäftsführerin von Faith in Democracy

Rev. Jennifer Butler gründete 2023 die Initiative Faith in Democracy, die sich für den Schutz demokratischer Institutionen und eine konstruktive Rolle von Religion im öffentlichen Leben einsetzt. Zuvor war sie fast zwei Jahrzehnte Gründungsdirektorin der Organisation Faith in Public Life und leitete von 2015 bis 2016 den White House Council on Faith and Neighborhood Partnerships unter Präsident Barack Obama. Als Autorin des Buches Born Again: The Christian Right Globalized setzt sie sich mit dem wachsenden Einfluss religiöser Bewegungen auf Demokratie und Menschenrechte auseinander.

Sprecher der Republicans Overseas Germany

Benjamin Wolfmeier engagiert sich seit 2018 für Republicans Overseas Germany, der offiziellen Auslandsorganisation der Republikanischen Partei der USA. Als Sprecher der Organisation erläutert er regelmäßig Positionen der Republikanischen Partei und tritt als Gesprächspartner in deutschen Fernseh-, Hörfunk- und Printmedien auf, unter anderem bei Maybrit Illner, Markus Lanz und Phoenix. Seit vielen Jahren hält er zudem Vorträge zur US-amerikanischen Politik und zum Wahlsystem der Vereinigten Staaten. Zuvor wirkte er in verschiedenen Wahlkämpfen der Republikanischen Partei in den USA mit.

Die Veranstaltung wird musikalisch gerahmt von Frauenkirchenorganist Niklas Jahn.

Di 15. September 2026
19.30 – 21.30 Uhr

USA und Europa: Zwischen Bündnis und Eigenverantwortung

Die Beziehungen zwischen den USA und Europa befinden sich im Wandel. Über Jahrzehnte galten die USA als verlässliche Schutzmacht und politischer Orientierungspunkt des Westens, doch nun setzt Washington außen- und sicherheitspolitische Prioritäten neu. Für Europa hat dies weitreichende Folgen.

Ein prominent besetztes Podium diskutiert, in welchem Zustand sich das transatlantische Bündnis befindet. Im Zentrum steht die Frage, ob Europa und die USA noch durch ein gemeinsames Verständnis von Demokratie verbunden sind – und wie tragfähig diese Grundlage heute ist. Wie lässt sich die Zusammenarbeit unter veränderten politischen und sicherheitspolitischen Bedingungen gestalten, und was bedeutet Solidarität in Zeiten wachsender Krisen? Welche Folgen hätte es, wenn politische Prioritäten und demokratische Überzeugungen dauerhaft auseinanderdriften?

Es diskutieren

Ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten

John R. Bolton war von 2018 bis 2019 Nationaler Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten. Zuvor bekleidete der Jurist und Diplomat über mehrere Jahrzehnte außen- und sicherheitspolitische Spitzenpositionen in republikanischen Regierungen, unter anderem als Staatssekretär für Rüstungskontrolle und Internationale Sicherheit sowie als Ständiger Vertreter der USA bei den Vereinten Nationen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus veröffentlichte er seine Memoiren »The Room Where It Happened« und zählt seither zu den profiliertesten republikanischen Kritikern Donald Trumps.

Mitglied und ehemaliger Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages

Dr. Norbert Röttgen zählt zu den profiliertesten Stimmen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Seit mehr als drei Jahrzehnten gehört der promovierte Jurist dem Deutschen Bundestag an. Im Auswärtigen Ausschuss, dessen Vorsitz er von 2014 bis 2021 innehatte, gestaltet er bis heute die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik maßgeblich mit. Von 2009 bis 2012 war er Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, zuvor Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Zuletzt leitete er die Enquete-Kommission der CDU/CSU-Bundestagsfraktion »Frieden und Sicherheit in Europa«. Seine politischen Schwerpunkte sind die transatlantischen Beziehungen, die europäische Sicherheit und die internationale Ordnung.

Geschäftsführender Direktor des Empirical Studies of Conflict Project (ESOC) an der Princeton University und Fall 2026 Fellow der American Academy in Berlin

Prof. Dr. Ethan B. Kapstein forscht und lehrt an der Princeton School of Public and International Affairs zu den Themen Entwicklung, internationale Konflikte und US-amerikanische Außenpolitik. Als Berlin Prize Fellow der American Academy in Berlin engagiert er sich zudem für den transatlantischen Wissenschafts- und Ideenaustausch. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählt das Buch »Exporting Capitalism: Private Enterprise and US Foreign Policy« (Harvard University Press, 2022). Kapstein ist ehemaliger Offizier der US Navy und Mitglied des Council on Foreign Relations.

Politikkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Washington, D.C.

Seit 2018 berichtet Dr. Majid Sattar für die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Washington über die Politik der Vereinigten Staaten und die transatlantischen Beziehungen. Zuvor arbeitete der promovierte Politikwissenschaftler in der Berliner Parlamentsredaktion der F.A.Z. mit den Schwerpunkten Außenpolitik und Auswärtiges Amt. Bereits in seiner Dissertation setzte er sich mit dem politischen System der USA und der parlamentarischen Kontrolle der amerikanischen Bundesregierung auseinander.

Die Veranstaltung wird musikalisch vom Brass Quintett der Sächsischen Bläserphilharmonie gerahmt.

Unsere Kooperationspartner

Die Veranstaltungsreihe ist eine
Kooperation der Stiftung Frauenkirche Dresden und der
Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

Zudem danken wir für die Unterstützung durch die
American Academy in Berlin