Scheitern
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MICHAEL. Ein Engel kommt nach Hause
Nach einer fünfjährigen internationalen Reise zu verschiedenen Gedenk- und Versöhnungsorten kehrte der Friedensengel nach Dresden zurück, wo er vorerst seine letzte Station fand.
Am Abend des 13. Februar öffnete die Frauenkirche ihre Türen für ein besonderes Kunst- und Friedensprojekt: Die Ausstellung »Michael. Ein Engel geht auf Reisen« des Dresdner Bildhauers Reinhard Pontius.
Im Rahmen der »Nacht der Stimmen« erlebten Besucher:innen eine eindrucksvolle Verbindung von Kunst, Musik und Besinnung, die der Frage nachging, was Frieden heute bedeutet.
Der 13. Februar, Dresdens Gedenktag an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, verlieh der Eröffnung eine zusätzliche Tiefe: Der Friedensengel wurde zum Zeichen einer Stadt, die sich auf Grund Ihrer eigenen Geschichte immer wieder neu dem Frieden verpflichtet.
Im Hauptraum waren sechs Stationen der Reise des Friedensengels an den Pfeilern der Frauenkirche zu sehen. Als Botschafterin des Friedens regt Pontius’ Skulptur an diesen Orten Menschen dazu an, eigene Deutungen und Zugänge zur Gestalt des Erzengels Michael zu suchen und über Friedfertigkeit, Mitmenschlichkeit und Versöhnung nachzudenken.
Die Ausstellung verband auf eindrucksvolle Weise Kunst und Erinnerung, Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung. Sie erinnerte daran, dass Frieden nicht bloß ein Zustand, sondern eine Haltung ist – und dass selbst ein stiller Engel manchmal lauter sprechen kann als viele Worte.
Eindrücke der Ausstellung und weitere Informationen finden Sie hier.
ANDREAS DIETERICH
Referent für Friedens- und Versöhnungsarbeit
an der Stiftung Frauenkirche Dresden