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Konzertreise nach Süddeutschland und Österreich

Ein Reisebericht aus dem Kammerchor der Frauenkirche Dresden

Vom 7. bis 12. April 2026 führte die diesjährige Konzertreise des Kammerchores der Frauenkirche Dresden durch Bayern bis nach Österreich. Nach einem Reisesegen durch Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke begann die Fahrt in den frühen Morgenstunden am Dienstag nach Ostern direkt an der Frauenkirche – mit Vorfreude, etwas Müdigkeit und großer Spannung auf die kommenden Tage.

Das erste Ziel war Salzburg, mit Auftritt in der Pfarrkirche St. Paul. Der bewusst gewählte Termin gab einen besonderen Auftakt: Salzburg und Dresden verbindet seit 35 Jahren eine Städtepartnerschaft, und Stadträtin Anna Schiester begrüßte zu diesem Jubiläum den Chor persönlich zum Konzert. Im Anschluss lud die Stadt Salzburg zum gemeinsamen Abendessen ein, was den langen Tag gebührend enden lies.

Am nächsten Morgen ergab sich außerdem ganz spontan eine Führung durch die Erentrudis-Kirche in Salzburg-Herrnau, geleitet vom Pfarrer der St. Paul Kirche. Besonders beeindruckend war das Apsisfenster: Mit 320 Quadratmetern zählt es zu den größten Buntglasfenstern Europas. Weiter ging die Reise nach Wiener Neustadt in die Stiftspfarre Neukloster. Die Gemeinde gehört wie die Frauenkirche zur internationalen Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry, eine geteilte Verbundenheit, die an diesem Ort spürbar war.

In St. Pölten gastierte der Chor im Dom, einem der bedeutendsten Sakralbauten Niederösterreichs – ganz im Zeichen des ökumenischen Dialogs, der die gesamte Chorreise prägte. Der Abendklang gemeinsam mit Domkapellmeister Valentin Kunert aus, der selbst aus Deutschland stammt und die musikalische Leitung der Dommusik St. Pölten innehat.

Auf dem Weg nach Linz stand eine Führung durch das Stift Melk auf dem Programm, verbunden mit der Gelegenheit, in der prachtvollen Klosterkirche kurz anzusingen – während draußen für wenige Minuten überraschend Schnee fiel. In Linz selbst galt das Konzert in der Martin-Luther-Kirche vor allem Anton Bruckner, der in der Stadt als Organist wirkte, bevor er nach Wien ging.

Ergänzt wurde das Programm durch Werke von Heinrich Schütz, dem Dresdner Hofkapellmeister des 17. Jahrhunderts, sodass sich ein Bogen zwischen sächsischer Musiktradition und österreichischer Kirchenmusikgeschichte spannte. Am Samstag wurde der Rückweg über Fürth angetreten, wo bei bestem Sonnenschein und frühlingshaft en Temperaturen die traditionsreiche, historisch gut erhaltene Stadt besichtigt werden konnte, bevor das vorletzte Konzert in der ev. Kirche Sankt Paul begann.

Den Abschluss bildete am 12. April die Stiftsbasilika Waldsassen, einer der besonders prunkvollen Barockbauten Süddeutschlands. Vor dem Konzert stand eine Führung durch die berühmte Stiftsbibliothek auf dem Programm, mit detailreichen Erläuterungen zu den kunstvoll gefertigten Figuren und Fresken. Musikalisch endete die Reise klanggewaltig an der historischen Orgel der Basilika mit ihren sechs Manualen – ein würdiger Schlusspunkt für sechs dankbarer Tage voller Musik, Begegnungen und Geschichte.

Neben dem ehrenamtlichen Engagement der Sänger:innen gilt ein besonderer Dank allen Unterstützern, die mit finanziellen Beiträgen diese Reise in diesem Umfang ermöglichten und für die Choristen zu einer bleibenden Erinnerung werden ließen. Ganz besonders sei hier die Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirchen Dresden e.V. hervorgehoben.