Scheitern

Barocke Klangpracht!

Fokussiert auf die festlichen Klänge Sachsens im 18. Jahrhundert, wird in den Sonntagskonzerten im zweiten Tertial des Musikjahres 2026 barocke Festlichkeit großgeschrieben. Den Auftakt macht das Konzert am Sonntag Kantate, an jenem Sonntag, zu dem das Singen betont im Vordergrund steht.

Prachtvoll wird das Programm unter dem Titel »Singet dem Herrn« am 3. Mai gestaltet sein. Der Kammerchor der Frauenkirche und das ensemble frauenkirche dresden warten mit berühmten Eingangschören aus Bachs Kantaten auf: Dem Anlass entsprechend wird das Ensemble in einer festlichen Besetzung mit drei Trompeten, Pauken, Holzbläsern und Streichern zu hören sein.

Mit Pauken und Trompeten setzt sich die Reihe am Pfingstsonntag, 24. Mai fort: Dann nämlich wird das ensemble frauenkirche dresden gemeinsam mit dem jährlich stattfindenden Projektchor zum Mitsingen und Gesangssolisten das berühmte Dettinger Te Deum von Georg Friedrich Händel zur Aufführung bringen.

Barocke Friedensmusik, die Händel nach dem Sieg der Briten bei der Schlacht zu Dettingen am Main komponierte. In einem Dankgottesdienst am 27. November 1743 erklang diese wundervolle Musik in Anwesenheit des britischen König Georg II. und dem gesamten Hofstaat.

Diese royale Musik wird in der Frauenkirche knapp 300 Jahre später lebendig, wenn ca. 60 Sängerinnen und Sängern aus nah und fern gemeinsam mit Frauenkirchenkantor Matthias Grünert am Pfingstwochenende einstudieren und aufführen wird.

Auch hier dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf eine repräsentative Besetzung freuen. Gotteslob mit Trompetenglanz umhüllt, und der Chor intoniert: »Dem wir das Heilig itzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig singen.«

Eine Woche später wird dann wieder Bachs Musik unter der Kuppel der Frauenkirche lebendig: Es erklingen seine Kantaten zum Trinitatisfest, wiederum mit dem ensemble frauenkirche dresden, Solisten und dem collegium vocale. Im Mittelpunkt steht die überwältigend fest liche Kantate »Gelobet sei der Herr, mein Gott« BWV 129.

Johann Sebastian Bachs Musik wird im sich anschließenden Sonntagskonzert am 14.  Juni zelebriert. Bach schrieb seine G-Dur-Messe BWV 236 vermutlich für einen lutherischen Gottesdienst am Dresdner Hof.

Wohl um 1738 entstanden, dürfte er dieses kontrapunktische Meisterwerk wohl in der Funktion des Hofkompositeurs aufgesetzt haben. Diesen Titel bekam er 1736 verliehen und mit seinem Orgelkonzert in der Frauenkirche bedankte er sich am 1. Dezember desselben Jahres dafür.

Und so dürfte die Aufführung dieser Messe ein sächsisches Gesamtkunstwerk werden: die Rede des barocken Kirchenraumes in Verbindung mit den Klängen, die Bach für die Barockstadt Dresden schuf.

Unter dem Titel »Barock Vokal« richtet sich der Fokus am vierten Sonntag nach Trinitatis, 28. Juni auf einige Sopran-Arien aus Bachs Kantatenkompositionen. Die Dresdner Sopranistin Heidi Maria Taubert interpretiert die schönsten Arien mit dem kleinen und exquisit besetzten ensemble frauenkirche, dresden. Das Publikum
erwartet ein feinfühliges und anrührendes Sonntagskonzert.

Barockes gibt es auch dann auch im letzten Sonntagskonzert des Tertials am 23. August: barocker Glanz für Trompete und Orgel. Der Solotrompeter der Sächsischen Staatskapelle Helmut Fuchs und Frauenkirchenkantor Matthias Grünert musizieren seit zehn Jahren als Duo, wollen mit ihrer Spielfreude, Virtuosität und Ausdruckstiefe begeistern.

Ganz im Sinne der barocken Lebensfreude verspricht dieses Sonntagskonzert unter der Kuppel der Frauenkirche ein sinnenfreudiger Hörgenuss zu werden. Mittlerweile zur guten Tradition ist der Fassbieranstich im Augustiner gegenüber der Frauenkirche im Anschluss an die Sonntagskonzerte geworden.

Um 17 Uhr heißt es dort: »O’zapft is!« Im Nachklang des Sonntagskonzertes bietet sich die entspannte Gelegenheit, gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern bei einem Glas Bier ins Gespräch zu kommen und den Sonntagabend einzuläuten.

Matthias Grünert
Frauenkirchenkantor